Fünf Platzverweise auf Seiten der EtuS/DJK Schwerte, ein Feldverweis für die TSG F. Herdecke -  so lautete die Bilanz des Gelsenkirchener Schiedsrichter Frank Kaczmarczik bei der Kartenflut beim Bezirksliga 14-Spiel am vergangenen Sonntag, das die Beteiligten in den nächsten Jahren wohl nicht vergessen werden. Lediglich die Fans hatten am Rande ihren Spaß und brachten mit ihren Gesängen die Akteure, die die 90 Minuten ohne Platzverweis überstanden, zum Schmunzeln. Sechs Platzverweise in einem Spiel, indem es für beide Mannschaften um nichts mehr ging!? RevierSport online hat bei TSG Trainer Frank Henes und dem Schwerter Vorsitzenden Hans Haberschuss sowie Schiedsrichter Frank Kaczmarczik nachgefragt: [i]Was war da los?[/i]

Bezirksliga 14: Sechs Platzverweise in einem Spiel

„Einer geht noch, einer geht noch raus...“

02. Mai 2007, 16:28 Uhr

Fünf Platzverweise auf Seiten der EtuS/DJK Schwerte, ein Feldverweis für die TSG F. Herdecke - so lautete die Bilanz des Gelsenkirchener Schiedsrichter Frank Kaczmarczik bei der Kartenflut beim Bezirksliga 14-Spiel am vergangenen Sonntag, das die Beteiligten in den nächsten Jahren wohl nicht vergessen werden. Lediglich die Fans hatten am Rande ihren Spaß und brachten mit ihren Gesängen die Akteure, die die 90 Minuten ohne Platzverweis überstanden, zum Schmunzeln. Sechs Platzverweise in einem Spiel, indem es für beide Mannschaften um nichts mehr ging!? RevierSport online hat bei TSG Trainer Frank Henes und dem Schwerter Vorsitzenden Hans Haberschuss sowie Schiedsrichter Frank Kaczmarczik nachgefragt: [i]Was war da los?[/i]

Frank Henes (Trainer TSG F. Herdecke):

„Im Allgemeinen war es kein rohes und unsportliches Spiel. Es bestanden zwischen den benachbarten Vereinen keine großen Animositäten, so dass es eigentlich ein faires Spiel war. Der Schiri brachte die ganze Hektik rein und hat sich selbst in Zugzwang gebracht, viele Kleinigkeiten in der ersten Halbzeit schon mit Verwarnungen zu bestrafen, diese führten dann zu den ganzen Platzverweisen in den letzten zehn Minuten. Er war einfach überfordert und mit mehr Fingerspitzengefühl hätte man darauf verzichten können. Meine Mannschaft hat sich seiner konsequenten Linie angepasst - die Schwerter nicht. Schwerte ist auch bekannt für viele Gelb-Rote Karten, wobei der Schiedsrichter die Rote Karte wegen eines Gesichtsgriff geben musste. Vielleicht musste er auch so kleinlich pfeifen, weil er wohl selber Beobachter ist. Wenn er sich durch Kleinigkeiten dazu hinreißen lässt, sofort die Spieler zu verwarnen, dann singen in den letzten Minuten die Fans nunmal: „Einer geht noch, einer geht noch raus...“[infobox-right]Wann kommt es zum Spielabbruch?

Anders als es die weitverbreitete Meinung glauben lässt, wird ein Spiel nicht automatisch abgebrochen, wenn bei einer Mannschaft weniger als sieben Spieler auf dem Feld stehen. Weitere Voraussetzungen: Die dezimierte Mannschaft muss zurückliegen sowie ihr Anliegen, das Spiel abzubrechen, beim Schiedsrichter vortragen[/infobox]

Hans Haberschuss (1.Vorsitzender EtuS/DJK Schwerte):

„Ich jage jetzt 45 Jahre dem Ball hinterher und bin über 20 Jahre Vorsitzender, dass man aber mit sechs Mann den Platz verlässt habe ich noch nicht erlebt. Das, was der Schiedsrichter gemacht hat, war einfach nur lächerlich, der hat für jeden „Scheiß“ gepfiffen und in der zweiten Minute sofort verwarnt. Aber egal ob für Rot oder Schwarz, er hat viel Blödsinn gepfiffen - ohne Fingerspitzengefühl. Der Schiri war zu keiner Zeit in der Lage überhaupt das Spiel ordentlich zu leiten. Wenn da mal ein Spiel ist in dem es noch um was geht, dann ist der nicht der richtige Mann. Ein Spiel kam auch überhaupt nicht auf und der Schiri hat auch sonst einen sehr unkompetenten Eindruck gemacht. An sich war aber auch die ganze Art und Weise des Heimvereins nicht in Ordnung, die haben doch ständig auf dem Boden gelegen und den sterbenden Schwan markiert wie italienische Mannschaften und dann haben die Zuschauer sich auch noch über uns lustig gemacht von wegen „Einer geht noch…“.

„Die haben doch ständig auf dem Boden gelegen und den sterbenden Schwan markiert...“

Frank Kaczmarczik (Schiedsrichter):

„Herdeckes Urso wurde wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen. Schwertes Grams reklamierte wiederholt, Goldschmidt verhinderte mit einem Handspiel, unmittelbar vor einem einwerfenden Gegenspieler, einen schnellen Gegenzug. Braier foulte wiederholt, er rempelte heftig und unkorrekt mit dem Ellenbogen. Vollmer nahm dem einwurfberechtigten Gegenspieler den Ball weg und verhinderte dadurch unsportlich einen schnellen Einwurf - alle vier sahen ebenfalls die Ampelkarte, da alle betroffenen Spieler bereits verwarnt waren. Hertelt hingegen sah Rot, denn er trat seinem Gegenspieler von hinten in die Beine, ohne die Möglichkeit den Ball zu spielen. Ich habe lediglich das gemacht, was die Regeln vorgeben und zumindest einige (Herdecker) Zuschauer äußerten sich nach dem Spiel dahingehend, dass der SR konsequent seine Linie beibehalten habe.

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