Am Tag danach hatte er sich etwas beruhigt.

Schalke: Bordon bemängelt Kopflosigkeit, aber:

"Bayern sind oft in letzter Minute Meister geworden"

hb
29. April 2007, 10:24 Uhr

Am Tag danach hatte er sich etwas beruhigt. "Wir haben alle nicht so gut geschlafen, aber wir müssen nun nach vorne schauen", erklärte Marcelo Bordon nach der Reha-Einheit am gestrigen Samstag. "Wir haben noch drei Spiele, da gibt es neun punkte. Also ist noch nicht alles vorbei", kann der "Capitano" mit der Weltuntergangsstimmung, die seit Freitagabend in Gelsenkirchen spürbar ist, nicht viel anfangen. "Bayern München ist schon so oft in letzter Minute Meister geworden, also warum sollte das uns nicht auch mal gelingen?"

Auf den Titel "Meister der Herzen" kann rund um Schalke inzwischen jeder verzichten. Zu offen sind die Schalker in dieser Saison mit Platz eins als Ziel umgegangen. Und wenn es dann so läuft wie in Bochum, dann geht einer wie Bordon kaputt daran.

Unmittelbar nach dem Abpfiff musste Manager Andreas Müller ihn vor dem Verschwinden in den Katakomben abfangen und schickte den Abwehrchef mit dem Rest der Truppe Richtung Kurve. "Ich war richtig sauer, denn so eine Partie darfst du doch nicht verlieren"; erklärte Bordon am anderen Morgen. "Mit dem schnellen 1:0 ist es doch genau so gekommen, wir das geplant hatten. Aber danach haben wir nicht mehr intelligent gespielt und mehr als 15 Konter bekommen, Das kann doch nicht sein, eigentlich hätten wir doch kontern müssen", ärgerte er sich über die Kopflosigkeit seiner Mitspieler. "Da musst du ruhiger spielen und nicht unbedingt versuchen, das zweite oder dritte Tor zu schießen."

Heute Nachmittag will er nicht den Fernseher anmachen und zitternd lauern, ob sich auch Werder Bremen eine Blöße gibt. "Für uns ist die Chance zur Meisterschaft weiter da", meint Bordon. "Aber es ist egal, was die anderen machen. Wenn wir nicht gewinnen, brauchen wir darüber nicht mehr zu reden."

Autor: hb

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