Der italienische Fußball-Verband will im Zusammenhang mit dem umfassenden Wettskandal hart durchgreifen. Die beteiligten Spieler und Trainer müssen sogar mit dem Ende ihrer professionellen Karriere rechnen.

Verband will Italiens Wettskandal aufarbeiten

jso
20. August 2004, 15:32 Uhr

Der italienische Fußball-Verband will im Zusammenhang mit dem umfassenden Wettskandal hart durchgreifen. Die beteiligten Spieler und Trainer müssen sogar mit dem Ende ihrer professionellen Karriere rechnen.

Der Wettskandal im italienischen Profi-Fußball könnte für die Beteiligten bittere Folgen haben. So müssen die in die Affäre verwickelten Spieler und Trainer offenbar mit dem vorzeitigen Ende ihrer Karriere rechnen. Der Chefankläger des italienischen Fußballverbands (FIGC), Emidio Frasconi, hat am Freitag hohe Strafen für die offenbar nachgewiesenen Spielabsprachen in der vergangenen Spielzeit gefordert.

Ins Visier der Staatsanwaltschaft sind vor allem Trainer und Profis der vier Erstligisten Sampdoria Genua, AC Siena, Chievo Verona und Modena geraten. Sampdoria-Verteidiger Stefano Bettarini soll demnach für mindestens drei Jahre aus dem Verkehr gezogen werden, gleich fünf Jahre Sperre drohen Ex-Siena-Profi Antonio Marasco.

Populäre Trainer im Fadenkreuz

In den Sog des Skandals sind auch einige populäre Trainer geraten. Gegen Sienas Ex-Coach Giuseppe Papadopulo soll laut Frasconis Antrag ein Arbeitsverbot von sechs Monaten ausgesprochen werden. Für den Ex-Trainer von Chievo Verona und dem Champions-League-Sieger FC Porto, Luigi Del Neri, fordert die Anklage ebenfalls sechs Monate Sperre.

Der Wett-Skandal könnte zudem einige Serie A-Klubs teuer zu stehen kommen. Für Chievo forderte der Frasconi den Abzug von neun Punkten zu Saisonbeginn und eine Strafe von 5.000 Euro. Für Sampdoria wurden der Abzug von sechs Punkten ins Gespräch gebracht.

Alle drei Profiligen involviert

34 Spieler, Trainer und Vereinsfunktionäre sowie 19 Profi-Klubs werden verdächtigt, in der vergangenen Saison mindestens acht Spiele in den ersten drei Profiligen durch Ergebnisabsprachen manipuliert zu haben. Die angeklagten Spieler, Trainer und Funktionäre sollen auf die zuvor abgemachten Resultate hohe Wetten abgeschlossen und dann von den Wettbüros enorme Gewinne kassiert haben. Dabei ist es allen Beschäftigten im Profi-Fußball verboten, auf Spiele zu wetten.

Autor: jso

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