Normalerweise finden am letzten Spieltag der 2. Basketball Bundesliga alles Partien zur gleiche Uhrzeit statt. Im Falle der Begegnung zwischen den SOBA Dragons Rhöndorf und dem TuS Lichterfelde gibt es zum Abschluss der Saison 2006/07 eine Ausnahme. Eine Ausnahme, die ihren Ursprung im Brand an der Menzenberger Halle Ende Dezember vergangenen Jahres begründet sieht. Nachdem mobile Tribünenteile verbrannt und das Parkett arg in Mitleidenschaft gezogen worden wischen die Drachen auf den Oberpleiser „Sonnenhügel“ aus, wo sie nunmehr ihr siebtes Heimspiel austragen werden.

Saison-Abschluss in der 2. Basketball Bundesliga

SOBA Dragons Rhöndorf und der TuS Lichterfelde bitten zum letzten Tanz

26. April 2007, 17:42 Uhr

Normalerweise finden am letzten Spieltag der 2. Basketball Bundesliga alles Partien zur gleiche Uhrzeit statt. Im Falle der Begegnung zwischen den SOBA Dragons Rhöndorf und dem TuS Lichterfelde gibt es zum Abschluss der Saison 2006/07 eine Ausnahme. Eine Ausnahme, die ihren Ursprung im Brand an der Menzenberger Halle Ende Dezember vergangenen Jahres begründet sieht. Nachdem mobile Tribünenteile verbrannt und das Parkett arg in Mitleidenschaft gezogen worden wischen die Drachen auf den Oberpleiser „Sonnenhügel“ aus, wo sie nunmehr ihr siebtes Heimspiel austragen werden.

Da am kommenden Sonnabend jedoch das letzte Handballspiel der ersten Herrenmannschaft der HSG Siebengebirge ansteht, mussten die Drachen nach vorne „weichen“ – was sie gerne tun, denn ohne die Tatkräftige Unterstützung der HSG sowie der Stadt Königswinter wäre ein reibungsloser Ligabetrieb wohl kaum möglich gewesen. So steht also ein sportlicher Doppelpack an, der ab 21:00 Uhr mit einer Beachparty gekrönt wird.

Die Gäste aus Lichterfelde rücken mit einer gewohnt jungen Truppe an. Neun Spieler im großen Kader von Trainer Sven Wehrmeyer gehören dem Jahrgang 1988 oder jünger an. Nichts desto trotz hat die Mannschaft im Laufe der Saison bewiesen, dass sie jedem Gegner gefährlich werden kann. Das mussten nicht zuletzt die SOBA Dragons Rhöndorf bei ihrer 76:79-Hinspiel-Niederlage im Cole Sports Centre erkennen.
Mit Philip Zwiener und Nicolai Simon stehen zwei Youngster im Kader, die sich bei Kooperationspartner ALBA Berlin regelmäßig ihre Meriten in der BBL verdienen. Zwiener (Jhg. 1985, 18,9 PpS, 6,9 RpS) ist mit seinem patentierten Spinmove im Angriff immer noch schwer zu stoppen. Aufbauspieler Simon (Jhg. 1987, 9,9 PpS, 1,8 ApS) wechselte im Sommer von Südzweitligist Ehingen an die Spree und besticht für sein Alter durch eine beinahe veteranenhafte Abgebrühtheit, von der die gesamte Mannschaft profitiert. Durch die Einsätze im Oberhaus stehen Wehrmeyer die beiden jedoch nicht immer zur Verfügung. So auch sehr wahrscheinlich an diesem Wochenende, da sie sich mit dem BBL-Team in einem Trainingscamp in Tunesien auf die Playoffs vorbereiten.

So wird ein Großteil der Verantwortung auf den Schultern von Sascha Leutloff (14,0 PpS, 3,8 RpS) und NBBL-Phänomen Oskar Fassler (11,1 PpS, 2,2 ApS) lasten. Die Youngster können in Rhöndorf ganz entspannt und vollkommen ohne Druck auflaufen, wurde der als Saisonziel ausgegebene Klassenerhalt doch bereits in trockene Tücher gebracht.

„Die Gegebenheiten für ein schönes Spiel zum Abschluss der Saison sind vorhanden“, freut sich Dragons-Headcoach Berthold Bisselik. „Lichterfelde hat keinen Druck, das macht es immer einfacher, auswärts gut zu spielen.“ Um die Motivation seiner eigenen Schützlinge macht sich Bisselik keine Sorgen. „Wir haben uns in den letzten Wochen sehr dünn präsentiert. Dennoch wollen wir die Saison vernünftig abschließen und mit einer schönen Erinnerung in die Sommerpause gehen.“ Hatten die Drachen durch ihre Auswärtsmisere von fünf Niederlagen im Folge auf fremdem Parkett den tollen Saisonstart mit Siegen gegen den MBC, Düsseldorf und Mönchengladbach fast schon vergessen gemacht, so muss das Team vor heimischem Publikum „seinen eigenen Rhythmus und Spielfreude entwickeln, um unterhaltsamen und erfolgreichen Basketball zu spielen“ (Bisselik).

Am Samstag (19:30 Uhr/Dreifachsporthalle Grevenbroich-Gustorf) steht ebenso das vorerst letzte Zweitliga-Spiel der Grevenbroich Elephants auf dem Spiel. Am 30. Spieltag der 2. Basketball-Bundesliga Nord trifft die Mannschaft von Trainer Raphael Wilder auf die Iserlohn Kangaroos. „Wir wollen uns mit Anstand aus der Liga verabschieden. Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie sich nicht hängen lässt und unseren Fans noch einmal einen schönen Basketballabend beschert“, sagt Wilder vor dem Spiel.

Seit dem vergangenen Wochenende steht fest, dass die Elephants die Qualifikation für die ProB als Absteiger nicht schaffen werden. Auf sportlicher Ebene ist die Tür für die neu geschaffene Liga zu. Ob es ein Nachrückerverfahren gibt, steht noch in den Sternen. Aus diesem Grund haben die Planungen für die kommende Saison in der 1. Regionalliga und den direkten Wiederaufstieg begonnen.

In der Woche nach dem letzten Saisonspiel gegen Iserlohn soll der neue Trainer präsentiert werden. Der Vertrag mit Raphael Wilder wird nach sechs Jahren nicht mehr verlängert. Wer der neue Trainer wird, ist noch ein Geheimnis. „Wir wollen die Saison erst zu Ende spielen, ehe wir den neuen Coach präsentieren. Nachfragen in diese Richtung sind zwecklos“, stellt Ulrich Weinz, Zweiter Vorsitzender der Elephants klar.

Vielmehr hofft Weinz, dass die Halle gegen Iserlohn noch einmal voll wird: „Ich hoffe, unsere Fans kommen auch am letzten Spieltag zahlreich in die Halle. Sicherlich ist die Saison nicht so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben, aber das Abschiedsspiel aus der 2. Liga ist gleichzeitig auch der Startschuss für einen Neuanfang.“ Für die Zuschauer bietet sich am Samstag auch die Chance, sich von Trainer Wilder zu verabschieden.

Gut möglich, dass auch einige Spieler ihr letztes Match im Trikot der Elephants absolvieren. Fraglich ist noch der Einsatz von Sven Klesper. Der Flügelspieler konnte auf Grund einer Erkältung zwei Tage nicht trainieren.

Die Gäste aus dem Sauerland haben den Klassenerhalt frühzeitig sichern können. Säulen im Team von Trainer Paris Konstantinidis sind die beiden US-Amerikaner Brandon Gary (23,0 Punkte/11,1 Rebounds) und Erik Hood (22,0/6,2). Vor allem Gary gehört zu den eindrucksvollsten Akteuren der Liga. In der vergangenen Woche markierte der Center beim 80:73-Sieg über Rhöndorf 38 Punkte und zehn Rebounds. Zusätzlich blockte Gary fünf Würfe des Gegners. „Er ist schon eine eindrucksvolle Erscheinung. Er hat großen Anteil an Iserlohns Erfolg in diesem Jahr“, so Wilder.

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