Die knisternde Spannung ist förmlich zu spüren. Fans des VfL Bochum auf der einen, die Anhänger der Königsblauen auf der anderen Seite fiebern dem morgigen Derby zwischen dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 (20.30 Uhr rewirpowerSTADION) entgegen. Kurz Entschlossene haben keine Chance, das Duell ist mit 31.328 Besuchern seit Monaten ausverkauft und professionellen Kartenverkäufern will die Stadt Bochum frühzeitig das Handwerk legen. Ideale Bedingungen für einen großen Fußballabend an der Castroper Straße. So wie fast auf den Tag vor sechs Jahren, als am 31. Spieltag (!) der VfL, damals in noch akuterer Abstiegsgefahr als heute, dem Tabellenführer aus der Nachbarschaft ein Remis abtrotzte (1:1) und damit quasi den Schalkern die Meisterfeier vermasselte.

Bochum gegen Königsblau krasser Außenseiter

Kollers Konter-Warnung

gp
26. April 2007, 17:07 Uhr

Die knisternde Spannung ist förmlich zu spüren. Fans des VfL Bochum auf der einen, die Anhänger der Königsblauen auf der anderen Seite fiebern dem morgigen Derby zwischen dem VfL Bochum und dem FC Schalke 04 (20.30 Uhr rewirpowerSTADION) entgegen. Kurz Entschlossene haben keine Chance, das Duell ist mit 31.328 Besuchern seit Monaten ausverkauft und professionellen Kartenverkäufern will die Stadt Bochum frühzeitig das Handwerk legen. Ideale Bedingungen für einen großen Fußballabend an der Castroper Straße. So wie fast auf den Tag vor sechs Jahren, als am 31. Spieltag (!) der VfL, damals in noch akuterer Abstiegsgefahr als heute, dem Tabellenführer aus der Nachbarschaft ein Remis abtrotzte (1:1) und damit quasi den Schalkern die Meisterfeier vermasselte.

Klar, dass die VfL-Fans nur einen Wunsch haben: „Macht es noch einmal, Jungs.“ Marcel Koller aber will von diesen Geschichten nichts hören: „Das ist Schnee von gestern, Schalke ist klarer Favorit. Die dürfen sich auch keinen Ausrutscher mehr erlauben.“ Jede Menge Respekt hat der Coach vor den Gästen, von denen er sagt: „Die stehen völlig zu Recht da oben.“ Doch Angst vor Schalke hat in Bochum niemand. Koller: „Ein volles Stadion, eine gute Stimmung, ein halbes Heim-, ein halbes Auswärtsspiel, das ist eine gute Mischung. Aber wir werden keinen Zweifel daran lassen, dass wir die Punkte brauchen.“
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/822-828_preview.jpeg Marcel Koller (Foto: firo). [/imgbox]
So hat Koller am Dienstag vor dem Trainingsstart erneut die wichtigsten Dinge für sein Team angesprochen. „Es ist immer das Gleiche, es sind ganz einfache Regeln, aber wenn wir sie nicht befolgen, wird uns Schalke mit spielerischen Qualitäten auseinander nehmen.“ Doch soweit soll es nicht kommen. Gestern noch studierte Koller die DVDs der letzten Schalker Spiele, unterhielt sich lange mit „Co“ Nico Michaty, der am Samstag Zeuge beim 2:0-Sieg gegen Cottbus war. Koller: „Wir müssen höllisch aufpassen, dass wir uns keinen Konter einfangen. Das spielen sie perfekt.“

Der Schweizer weiß, wovon er redet, denn schließlich fing sich der VfL im Hinspiel so ein dummes Gegentor zum 0:1 ein. „Wir dürfen uns nicht viele Fehler erlauben“, gibt Koller vor. Und dann stellt der Bochumer Trainer herausfordernd fest: „Schalke muss gewinnen. Wir sind nicht gezwungen das Spiel zu machen und haben viel Geduld.“ Was aber nicht gleichbedeutend damit ist, dass die Hausherren ihre Chancen nach vorne nicht suchen werden. Koller: „Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen.“

Entscheidend wird sein, wie sich das Bochumer Mittelfeld verkauft. Koller: „Wenn alle bereit sind, sich den Hintern aufzureißen, dann haben wir gute Karten.“ Der Trainer wird die Mannschaft gegenüber dem klaren Sieg in Frankfurt allenfalls auf einer Position ändern. Für Heiko Butscher könnte Philipp Bönig nach abgelaufener Gelbsperre wieder in die Anfangsformation rutschen. Dagegen muss der Fußballlehrer weiterhin auf Martin Meichelbeck, Filip Trojan und Tommy Bechmann verzichten.
Die Mannschaft wird heute nach dem Training bereits ins Quartier nach Castrop-Rauxel fahren. Am Freitag ist ein leichtes Vormittagstraining angesetzt, um die Wartezeit auf das Derby nicht allzu lang werden zu lassen. „Die Saison war bislang ein einziges Wellenbad, jetzt wollen wir auf der Erfolgswelle bleiben“, formuliert der 46-Jährige.

Dass es beim VfL deutlich aufwärts geht, beweist die Tatsache, dass der Club in der gesamten Hinrunde 18 Punkte eroberte, in der Rückrunde sind es bereits jetzt ebenso viele. Koller: „Die Voraussetzungen sind denkbar einfach. Wenn wir uns gegen Schalke nichts zutrauen und ängstlich zu dem Tabellenführer blicken, können wir gleich einpacken. Ich erwarte von meinen Profis, dass sie überzeugt sind, etwas holen zu können. Selbstvertrauen ist die Voraussetzung für so einen Derby-Sieg.“

Autor: gp

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