Die erste Spielzeit nach der Aufstiegs-Saison ist die Schwerste. Diese

Im Interview: Dirk Symalla (Trainer Sportfreunde Bulmke)

"Ich will immer gewinnen"

Thomas Ziehn
26. April 2007, 12:51 Uhr

Die erste Spielzeit nach der Aufstiegs-Saison ist die Schwerste. Diese "Fußballweisheit" musste nun auch Bezirksligist Sportfreunde Bulmke erfahren. Die Gelsenkirchener stecken sechs Spieltage vor Schluss tief im Abstiegskampf. Nur drei Punkte trennen die Mannschaft von SF-Trainer Dirk Symalla, die sich am Sonntag (15.00 Uhr) bei der STV Horst-Emscher vorstellt, von einem Abstiegsrang. Für die Horster ist es die vermeintlich letzte Chance, den direkten "Durchmarsch" aus der Landes- in die Kreisliga zu verhindern. Reviersport Online sprach vor dem Gelsenkirchener Derby mit Dirk Symalla, der sein Amt bei den Sportfreunden erst vor fünf Wochen angetreten hat. Mit erst 29 Jahren gehört Symalla zu den jüngsten Trainern der Bezirksliga 13.

Hallo Herr Symalla! Am letzten Sonntag gewann Ihre Elf 3:1 gegen Adler Riemke. Der erste Sieg nach drei sieglosen Spielen in Folge. Hatten Sie mit diesem Ergebnis gerechnet?

Symalla: "Ich bin ein Typ, der immer gewinnen will. Das versuche ich auch meiner Mannschaft zu vermitteln. Nach zwei Minuten gegen Riemke war ich fest davon überzeugt, dass wir das Spiel für uns entscheiden werden. So ist es ja dann auch gekommen. Sehr positiv war, dass meine Spieler mit dem Gegner aus dem oberen Tabellendrittel nicht nur mithalten konnten, sondern ihn dominiert haben. Nimmt man nur die Qualität der Einzelspieler zum Maßstab, haben wir da unten eigentlich nichts zu suchen."

Ihre Mannschaft kommt insgesamt auf 28 Saisontore. Nur zwei Vereine sind schlechter. Wie erklären Sie sich das?

Symalla: "Das ist die große Frage, die ich mir seit meinem Amtsantritt vor fünf Wochen immer wieder stelle. Leider kann ich sie bisher nicht vollends beantworten. Eigentlich haben wir gerade im Offensivbereich sehr gute und erfahrene Bezirksligaspieler zu bieten. Vielleicht fehlt ihnen momentan die nötige Konzentration, um im entscheidenden Moment das Richtige zu tun. Wir müssen künftig unsere Angriffe entschlossener nach vorne tragen. Darauf werde ich im Training hinarbeiten."

41 Gegentore bedeuten hingegen für einen Verein aus dem unteren Tabellendrittel einen guten Wert. Legen Sie mehr Wert auf die Abwehrarbeit?

Symalla: "Eigentlich bin ich ein Freund des Offensivfußballs. Oft haben meine Mannschaften mit drei Spitzen gestürmt. Bei den Sportfreunden habe ich bisher noch zu wenig Zeit gehabt, um das umzusetzen. Bis zum Saisonende werde ich am Spielsystem auch nicht so viel ändern. [infobox-left]Dirk Symalla, geboren am 13.05.1977, ist seit knapp fünf Wochen Trainer der Sportfreunde Bulmke. Seine aktive Karriere musste er nach fünf Knieoperationen schon früh beenden. In der Vergangenheit war er unter anderem bei der Spvgg. Marl, Westfalia Gelsenkirchen, Vfb Kirchhellen und Eintracht Gelsenkirchen aktiv.[/infobox]Schließlich kann so etwas gerade im Abstiegskampf sehr gefährlich sein. Deshalb werden wir in den restlichen Partien weiterhin aus einer sicheren Defensive heraus agieren."

Am nächsten Sonntag kommt es zum Gelsenkirchener Stadt-Derby zwischen STV Horst-Emscher und Ihrer Mannschaft. Mit einem Sieg könnten Sie einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Wie schätzen Sie die "Husaren" ein?

Symalla: "Das ist ein sehr wichtiges Spiel. Egal wie, wir brauchen drei Punkte. Ich habe gelesen, dass die Horster mit der Saison schon fast abgeschlossen haben. Doch gerade in einem Derby werden sie alles geben, um uns wieder unten rein zu ziehen. Daher müssen wir voll dagegen halten und den Kampf annehmen. Ich erwarte am Sonntag kein schönes Spiel."

Obwohl der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist, müssen Sie sich bereits Gedanken über die nächste Spielzeit machen. Wie weit sind die Planungen voran geschritten?

Symalla: "Der Verbleib in der Bezirksliga hat oberste Priorität. Alles andere wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Meine Chancen auf eine weitere Saison mit den Sportfreunden stehen aber sehr gut."

Am letzten Spieltag gastieren Sie beim Abstiegskonkurrenten Wacker Gladbeck. Kommt es dann zum entscheidenden Duell um den Verbleib in der Bezirksliga?

Symalla: "Ich bin zu einhundert Prozent davon überzeugt, dass wir dann mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben werden."

Autor: Thomas Ziehn

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