Die Hamburg Sea Devils sind zurück in der Erfolgsspur. Beim ersten Auswärtsspiel der Saison ließen sich die Hansestädter auch von der Berliner Rekordkulisse von 30.657 Zuschauern im Olympiastadion nicht einschüchtern und siegten mit 16:7. Aufgrund der Punktedifferenz stehen die Hamburger mit einem Sieg und einer Niederlage nun auf Rang zwei der NFL Europa Tabelle. „Mir fielen Zentnerlasten vom Herzen, als das Spiel endlich zu Ende war“, erklärte Vince Martino, Head Coach der Hamburg Sea Devils nach dem Triumph. Für den 60-Jährigen war es zudem ein besonderer Moment: „Es war mein erster Sieg als Head Coach und natürlich freue ich mich sehr darüber.“

Berlin als "gutes Pflaster" für Hamburg Sea Devils

Rekordkulisse in Berlin

23. April 2007, 15:58 Uhr

Die Hamburg Sea Devils sind zurück in der Erfolgsspur. Beim ersten Auswärtsspiel der Saison ließen sich die Hansestädter auch von der Berliner Rekordkulisse von 30.657 Zuschauern im Olympiastadion nicht einschüchtern und siegten mit 16:7. Aufgrund der Punktedifferenz stehen die Hamburger mit einem Sieg und einer Niederlage nun auf Rang zwei der NFL Europa Tabelle. „Mir fielen Zentnerlasten vom Herzen, als das Spiel endlich zu Ende war“, erklärte Vince Martino, Head Coach der Hamburg Sea Devils nach dem Triumph. Für den 60-Jährigen war es zudem ein besonderer Moment: „Es war mein erster Sieg als Head Coach und natürlich freue ich mich sehr darüber.“

Berlin scheint sich zu einem guten Pflaster für die Sea Devils zu entwickeln. Bereits im Vorjahr feierten die Hamburger in der Hauptstadt ihren ersten Saisonsieg.

Auch wenn die Sea Devils als erstes punkteten und nie in Rückstand gerieten, bis endlich etwas Zählbares auf der Anzeigentafel erschien, verging ein ganzes Viertel. Berlin hatte den Ball zuerst und kam mit kurzen Pässen von Quarterback Travis Lulay auch weit in die Hamburger Hälfte. Doch Kicker Andrew Jacas, der vergangene Woche noch zwei Fieldgoals aus über 50 Yards verwandelte, verschoss aus 47 Yards. Die erste Angriffsserie der Sea Devils begann mit drei Läufen von Running Back Quentin Griffin (#20) über insgesamt 15 Yards. Doch das Passspiel kam noch nicht in Fahrt und so musste Adam Anderson (#17, Atlanta) zum Punten aufs Feld. Der zweite Drive Thunders brachte den Gastgebern ebenfalls keine Punkte. Nach einem 9 Yard Lauf von Chris Barclay ging es für Berlin nur rückwärts. Gary Gibson (#95) stoppte Barclay für 4 Yards Raumverlust. Es folgte eine 5 Yard Strafe gegen Berlin und beim dritten Versuch schnappte sich Tim Sandidge (#71, St. Louis) Barclay für 2 weitere Yards Raumverlust.

An der eigenen 45 Yard Linie startend, marschierte der Angriff um Quarterback Casey Bramlet (#5, Washington) in Richtung Berliner Hälfte. Der Drive begann mit einer Strafe gegen die Gastgeber und einem kurzen Lauf von Tony Hollings (#22). Dann fand Bramlet Teyo Johnson (#85, Denver) über 12 Yards. Anschließend eine Schrecksekunde. Hollings verlor den Ball. Doch Bramlet stürzte sich ins Getümmel und eroberte ihn. Wenig später tankte sich Hamburgs Spielmacher über 4 Yards selbst zu einem wichtigen ersten Versuch. Mit dem letzten Spielzug des ersten Viertels bediente Bramlet Marcus Maxwell (#19, San Francisco) über 9 Yards – zu wenig für ein neues First Down. Shane Andrus (#3, Indianapolis) betrat das Feld. Und mit dem ersten Spielzug des zweiten Viertels brachte der Kicker die Sea Devils mit einem 42 Yard Fieldgoal mit 3:0 in Führung.

Berlins Versuch, umgehend zu kontern, misslang. Einem 11 Yard Lauf von Lulay folgten zwei unvollständige Pässe und der erste Sack der Partie. Barry Robertson (#56, NY Giants) brachte Lulay 3 Yards hinter der Line of Scrimmage zu Boden. Berlin musste punten. Hamburgs Offensive hatte nun Blut geleckt. Rod Rutherford (#12), der wie schon vor einer Woche im zweiten Viertel für die Sea Devils spielte, bediente Rich Parson (#14, Oakland) über 4 Yards. Dann folgte ein 31 Yarder auf Josh Davis (#82), der sich gegen zwei Abwehrspieler durchsetzte. Davis fing im Laufe des Drives noch Pässe über 12 und 10 Yards. Aus 4 Yards Entfernung erzielte Jermaine Allen (#21) schließlich den ersten Touchdown der Partie. Es war bereits seiner zweiter Saison-Touchdown. Mitte des zweiten Viertels führte Hamburg mit 10:0.

Die Gastgeber hatten weiterhin viel Mühe mit der Hamburger Verteidigung. Nach einem kurzen Lauf Barclays ließ sich Bruce Eugenen ausgerechnet von Ben Ishola – dem Berliner in Reihen der Hamburger – zu Boden bringen. Nach einem weiteren unvollständigen Pass kam das Punt-Team erneut aufs Feld. Die Hanseaten starteten mit einem 9 Yard Lauf Griffins. Rutherford bediente Hollings beim dritten Versuch über 9 Yards und wenig später Davis über weitere 9 Yards. Kurz vor der Halbzeit entschied sich Head Coach Vince Martino, einen vierten Versuch auszuspielen – ohne Erfolg. Hollings wurde wenige Millimeter vor dem First Down gestoppt. Lulay übernahm wieder für Berlin. Der Quarterback führte Thunder mit sicheren Pässen bis tief in die Hamburger Hälfte. Den Punkte-Träumen machte acht Sekunden vor der Pause aber Justin Wyatt (#29, Arizona) einen Strich durch die Rechnung. Der Cornerback fing einen abgefälschten Pass kurz vor der Endzone ab.

Die Hamburg Sea Devils begannen Halbzeit zwei mit einem 13 Yard Lauf über Hollings. Nach einem Sack an Bramlet brachten ein 12 Yard Pass des Quarterbacks auf Maxwell und ein 2 Yard Lauf Hollings’ das nächste First Down. Weitere 8 Yards über Hollings und ein 5 Yard Pass auf Scott McCready (#87) brachten den Hamburger Angriff zwar weiter, doch nicht weit genug für ein Fieldgoal. Ein Punt von Anderson gab Berlin den Ball an der eigenen 8 Yard Linie zurück.

Die erste Angriffsserie Thunders in Durchgang zwei begann wenig viel versprechend. Nach einer Strafe und einem Tackle Sandidges an Barclay für Raumverlust wussten sich die Berliner jedoch aus der Umklammerung zu befreien. Lulay brachte sein Team mit einem 19 Yard Pass weiter. Drei Spielzüge später funkte wie schon zum Ende der ersten Halbzeit ein Hamburger Verteidiger dazwischen. Shawn Mayer (#23) fing einen Pass Lulays ab und trug ihn bis an die Berliner 45 Yard Linie. Für den Safety, der bereits im dritten Jahr für die Sea Devils spielt, war es bereits die siebte Interception seiner NFL Europa Karriere.

Die Offensive der Hanseaten wusste die gute Feldposition zu nutzen. Bramlet bediente McCready über 5 Yards und fand anschließend Maxwell, der sich erst nach 22 Yards zu Boden bringen ließ. Eine Holding-Strafe warf die Sea Devils wieder zurück, doch ein 10 Yard Screen Pass von Bramlet auf Griffin brachte Hamburg wieder in Fieldgoal-Reichweite. Andrus verwandelte seinen Kick sicher aus 38 Yards. Kurz vor Ende des dritten Viertels hatten die Hamburg Sea Devils ihre Führung auf 13:0 ausgebaut.

Mit Beginn des Schlussviertels fand Berlins Offensive einen Weg, Hamburgs Defensive aus dem Konzept zu bringen. Nach einem Kickoff Return von Braclay an die Hamburger 44 Yard Linie brachte der Running Back sein Team mit Läufen über 8 und 5 Yards weiter voran. Carlton Brewster fing darauf einen Pass für ein weiteres First Down. Hamburgs Abwehr schien sich dann jedoch gefangen zu haben. Zwei Läufe Barclays brachten keinen weiteren Raumgewinn. Doch beim dritten Versuch fand Lulay Rich Musinski über 8 Yards zum Touchdown. Noch rund zwölf Minuten waren zu spielen. Berlin hatte den Rückstand verkürzt.

Der Hamburger Angriff war wieder gefragt – und er hatte die passende Antwort parat. Bramlet begann den Drive mit einem 17 Yard Pass auf Justin Jenkins (#11). Wenige Augenblicke später bediente Bramlet Maxwell, der erneut seine Bewacher abschüttelte und bis an die Berliner 16 Yard Linie lief. Griffin lief beim nächsten Spielzug 10 Yards für ein weiteres First Down. Doch Bramlet wollte sein zweiter Touchdown Pass der Saison nicht gelingen. Beim dritten Versuch warf er in den Rücken seines Receivers Maxwell. Andrus hatte anschließend jedoch leichtes Spiel. Er traf aus 21 Yards zum 16:7.

Sechs Minuten hatte Thunder noch, um den zweiten Saisonsieg einzufahren. Langsam arbeiteten sich Lulay und Co. voran. Der Quarterback fand Brewster für 5 Yards. Eine Strafe gegen Hamburg brachte weitere 5 Yards und ein kurzer Pass Lulays ebenfalls. Doch nach einem unvollständigen Pass und einer 15 Yard Strafe nahmen sich die Berliner den Wind selbst aus den Segeln. Thunder musste punten und Hamburgs Offense erhielt den Ball an der eigenen 16 Yard Linie. Berlins Defensive wusste, worauf es nun ankam und bestand die Feuerprobe. Sie stoppten Hamburgs Angriff nach nur drei Spielzügen. Nach einem schönen Punt von Anderson und einem sicheren Tackle Maxwells begann Berlin an der eigenen 23 Yard Linie – auf der Uhr standen noch drei Minuten.

Berlin begann mit einem „Big Play“. Lulay warf einen 22 Yard Pass auf Brewster und stand plötzlich kurz vor der Mittellinie. Doch anschließend machte Hamburgs Defensive den Sack zu. Defensive End Justin Kurpeikis (#97) tacklete Lulay beim Wurfversuch – der Ball segelte ins Aus. Dann verpassten Ryota Hori (#31) und Mayer nur knapp eine Inteception. Der dritte Versuch endete wieder mit einer Incompletion. Beim entscheidenden vierten Versuch setzte Sandidge Lulay so unter Druck, dass der einen wilden Pass warf, der Berlin nur Raumverlust einbrachte. Die Sea Devils übernahmen nach dem ungültigen vierten Versuch an Berlins 44 Yard Linie. In den letzten zwei Minuten schaukelten die Sea Devils den Sieg schließlich souverän nach Hause.

Am kommenden Wochenende wartet ein weiterer schwerer Auswärtstest auf die Hanseaten. Die Hamburger spielen in der Spitzenbegegnung der NFL Europa am Samstag, den 28. April (Kickoff 19 Uhr) beim Tabellenführer Frankfurt Galaxy.

Stimmen:

Sea Devils Head Coach Vince Martino über den Druck, der auf ihm lastete: „Mir fielen Zentnerlasten vom Herzen, als das Spiel endlich zu Ende war. Ich konnte die letzten Nächte kaum schlafen. Ich bin bereits um 2 Uhr in der Nacht aufgewacht und habe überlegt, wie wir Berlin schlagen könnten.“

Sea Devils Head Coach Vince Martino über den Erfolg: „Dieser Sieg ist so unheimlich wichtig für uns und die Hamburg Sea Devils. Natürlich freue ich mich darüber, dass es mein erster Sieg als Head Coach war.“

Thunder Head Coach John Allen über das Spiel: “Der große Unterschied waren die Turnovers. Hamburg hat in den entscheidenden Momenten einfach die ‚Big Plays’ gemacht und unseren Angriff ausgebremst. Ich bin sehr enttäuscht.“

Splitter:
Defensive End Nathaniel Adibi (#93, Tennessee) wurde kurz vor Spielbeginn aus dem Kader genommen. Eine Oberschenkelverletzung verhindert seinen Einsatz.
Defensive Tackle Thomas Smith (#98) verletzte sich im dritten Viertel an der linken Schulter. Er kehrte nicht wieder ins Spiel zurück.
Wide Receiver Scott McCready (#87) zog sich im dritten Viertel eine Verletzung der rechten Leiste zu.

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