Am gestrigen Mittwochabend feierten die DEG Metro Stars im Düsseldorfer Stahlwerk ihren Saisonabschluss mit den Fans. Doch nicht für alle DEG-Cracks sind die Spiele in diesem Jahr vorbei. Denn neben Verteidiger Alexander Sulzer durfte sich auch Stürmer Patrick Reimer über eine Nominierung durch Bundestrainer Uwe Krupp freuen. Für Reimer war es „der perfekte Abschluss“ einer nicht ganz nach Plan verlaufenen Saison. Hier ein Rückblick und ein Ausblick.

DEG Metro Stars: Saisonrückblick mit Chancen und Risiken

Hoffnungsträger Reimer

Georg Amend
13. April 2007, 18:46 Uhr

Am gestrigen Mittwochabend feierten die DEG Metro Stars im Düsseldorfer Stahlwerk ihren Saisonabschluss mit den Fans. Doch nicht für alle DEG-Cracks sind die Spiele in diesem Jahr vorbei. Denn neben Verteidiger Alexander Sulzer durfte sich auch Stürmer Patrick Reimer über eine Nominierung durch Bundestrainer Uwe Krupp freuen. Für Reimer war es „der perfekte Abschluss“ einer nicht ganz nach Plan verlaufenen Saison. Hier ein Rückblick und ein Ausblick.

Stärken

Die Metro Stars zeigten in der Hauptrunde, warum sie ein Favorit auf den Meistertitel waren: Zu der Tiefe des Kaders gesellte sich ein starkes Kollektiv, das in den wichtigen Matches um den zweiten Platz siegte. Schwerwiegende Ausfälle wie die von Top- Torschütze Rob Collins oder Spielmacher Tore Vikingstad wurden immer wieder kompensiert – bis auf die Partien im Halbfinale, als das Fehlen der Persönlichkeit Vikingstad zu schwer wog. Doch selbst da drückten Stürmer aus der zweiten beziehungsweise dritten Reihe dem Spiel ihren Stempel auf, Jeff Panzer avancierte mit fünf Toren zum treffsichersten Play-off-Schützen, Patrick Reimer sorgte für viel Wirbel und erhielt mit der Nominierung zur Nationalmannschaft nun den Lohn. Die Defensive um Nationalspieler Alexander Sulzer wurde oft gescholten, zählte aber an Gegentoren gemessen zu den besten der Hauptrunde, was aber auch an Top-Goalie Jamie Storr lag. Im ISS-Dome demonstrierten die Düsseldorfer Stärke, auch wenn die Zuschauerzahlen mager blieben.

Schwächen

Ein Problem waren die Verletzungen von Führungsspielern wie Tore Vikingstad und Rob Collins. Im Halbfinale gegen Nürnberg scheiterte die DEG aber auch an ihren Nerven: In den ersten beiden Partien verspielte sie jeweils eine 2:0-Führung und verlor – das darf einem Favoriten nicht passieren. Zudem dürfen einem NHL-erfahrenen Verteidiger wie Sean Brown nicht so die Nerven durchgehen: Nachdem er monatelang Leistenprobleme hatte, kassierte Brown bei seinem zweiten Auftritt im Viertelfinale eine Sperre für fünf Matche. Das kann passieren, aber Brown holte sich – direkt nach seinem erneuten Comeback – wieder eine Spieldauerstrafe, und das kann sich ein Routinier nicht erlauben. Zudem bleibt es das Geheimnis von Trainer Don Jackson, warum in Überzahl ständig David Cullen an der blauen Linie stand, der nicht einen Schuss gefährlich auf das Tor brachte. Dass Jackson schon früh Zweifel über seinen Verbleib in Düsseldorf äußerte, brachte keine Ruhe, die Diskussion um einen Wechsel zu den Eisbären Berlin tat ihr Übriges.

Chancen

Die DEG hat ihren Kader aussortiert, sich unter anderem von Cullen oder Brown getrennt, aber mit Leistungsträgern wie Rob Collins, Jeff Panzer oder Charlie Stephens verlängert. An Neuzugängen setzte Manager Lance Nethery, der selbst einen neuen Vertrag bis 2012 erhielt, mit den Verpflichtungen von Martin Hinterstocker und André Schietzold bislang auf junge Akteure, die unter anderem vom Top-Torjäger der zweiten Liga, Jason Pinizzotto aus Bremerhaven, unterstützt werden. So wird die DEG auch in der kommenden Spielzeit über einen quantitativ starken und hungrigen Kader verfügen, der mit den gehaltenen Routiniers eine gute Mischung hat. Sollten sich die neuen Youngster ähnlich gut entwickeln wie Patrick Reimer, wäre das ein voller Erfolg.

Risiken

Noch ist aber nicht sicher, wer dann der Mann sein wird, der die Talente ausbildet, denn die Zukunft von Trainer Don Jackson ist noch offen. Der US-Amerikaner hatte Heimweh und Sehnsucht nach seiner Familie – das sprach für eine Rückkehr in die Heimat. Der Coach wollte nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr nun Meister werden, das Ziel wurde verpasst – das spricht gegen einen Verbleib in Düsseldorf. Zudem scheint Jackson ein Wunschtrainer für Berlins Geschäftsführer Peter John-Lee zu sein. Und es mehren sich Gerüchte, Jacksons Ehefrau bekäme einen Job in Berlin – das spräche für die Hauptstadt. Wie auch immer diese Geschichte ausgeht, es ist ein Risiko für die DEG, ebenso wie die nicht absehbare Entwicklung der verpflichteten Talente.

Autor: Georg Amend

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