Drei Siege aus den letzen vier Spielen, dazu beeindruckende Leistungen, in den eigenen Reihen den besten Torschützen der Liga, gegen Hertha BSC die große Chance, mit einem weiteren Erfolg den vielleicht schon vorentscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt zu tun. Für den Bochumer Fan gibt es gute Gründe am Samstag ins rewirpowerSTADION zu gehen, denn „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Schließlich bietet sich dem Team die Möglichkeit, sich weiter von den letzten drei Plätzen abzusetzen und sich sogar vor den Gast aus Berlin zu schieben.

Bochumer Sieg gegen angeschlagene Hertha wäre entscheidender Schritt

Kein Platz auf Wolke sieben

gp
13. April 2007, 17:45 Uhr

Drei Siege aus den letzen vier Spielen, dazu beeindruckende Leistungen, in den eigenen Reihen den besten Torschützen der Liga, gegen Hertha BSC die große Chance, mit einem weiteren Erfolg den vielleicht schon vorentscheidenden Schritt Richtung Klassenerhalt zu tun. Für den Bochumer Fan gibt es gute Gründe am Samstag ins rewirpowerSTADION zu gehen, denn „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Schließlich bietet sich dem Team die Möglichkeit, sich weiter von den letzten drei Plätzen abzusetzen und sich sogar vor den Gast aus Berlin zu schieben.

Doch Marcel Koller weiß auch, welche Gefahren sich hinter der mittlerweile guten Ausgangsposition verbergen. Denn natürlich bekommt Koller mit, dass sich rund um das Stadion plötzlich eine für VfL-Verhältnisse ungewohnte Euphorie breit macht. Deshalb hat der Trainer getreu dem Motto "wehret den Anfängen" reagiert und schon am Dienstag mit einer ungewöhnlichen Maßnahme quasi die „Woche der Wahrheit“ eröffnet.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/000/186-188_preview.jpeg Marcel Koller (Foto: firo). [/imgbox]
Seit DIenstag prangt in der Kabine, von den Spielern nicht zu übersehen, ein großes Plakat. Darauf die Botschaft: „Nur mit hundertprozentiger Konzentration, Kampf und Leidenschaft ist die Aufgabe Berlin zu lösen.“ Wen wundert es da, dass die Profis sich verbal zurücknehmen, sich über den kommenden Gegner nicht äußern und stattdessen in jeder Trainingseinheit einfach ihren Job machen?

Auffallend, bei aller guten Laune fehlt es den Beteiligten nicht an der Erkenntnis, wie entscheidend die kommende Aufgabe für den Club ist. Koller wird nicht müde, täglich seinem Team die wichtigsten Grundregeln vor Augen zu führen: „Das geschieht mittlerweile gebetsmühlenartig.“ Dabei hat der Cheftrainer nichts dagegen, dass die Spieler mit Selbstvertrauen auflaufen, aber eins will er auf jeden Fall vermeiden: „Wir dürfen nicht auf Wolke sieben schweben, sondern müssen einfach das umsetzen, was uns in Leverkusen stark gemacht hat.“ Das war vor allem in der ersten Halbzeit die Überzeugung, das Match gewinnen zu können. Koller: „Wir können inzwischen mit dem Druck umgehen, aber am Samstag haben wir erstmals eine neue ungewohnte Situation.“ Dann muss der VfL nicht hinter dem Feld her hecheln, sondern verfügt über einen positiven Druck, sich vielleicht sogar von der Abstiegszone absetzen zu können.

Koller wird die Mannschaft gegenüber dem 4:1-Erfolg in Leverkusen wohl nur auf einer Position umstellen müssen, nachdem Anthar Yahia vier Tage nach seiner Knieprellung heute wieder ins Training einsteigen will. Koller: „Er kann spielen.“ So kommt nur Thomas Zdebel zurück in die Elf. Der Kapitän, der in Leverkusen wegen der zehnten Gelben Karte nur auf der Tribüne saß, wird den Platz von Daniel Imhof einnehmen. Koller: „Ansonsten gibt es einfach nichts zu ändern.“

Gestern hat sich der Fußballlehrer noch einmal ausführlich mit den Gästen beschäftigt. Dabei griff der Schweizer nicht nur auf DVD-Material zurück, sondern studierte auch fleißig die Homepage und die Berliner Medien. Schließlich hat der Trainerwechsel an der Spree dazu geführt, dass in Sachen Aufstellung auf den VfL die eine oder andere Veränderung zukommen wird. Trotzdem ist Koller überzeugt: „Auch der Neue wird in vier Tagen nicht alles auf den Kopf stellen.“ Immerhin fehlen Hertha mit dem gelbrot-gesperrten Josip Simunic, dem immer noch angeschlagenen Arne Friedrich und wohl auch Jerome Boateng (Muskelfaserriss in der Wade) in Bochum wichtige Akteure.

Allerdings sieht der 46-Jährige Hertha in Sachen Spielerpotenzial auf Augenhöhe mit Leverkusen: „Die Qualität ist vorhanden, da kommt Schwerstarbeit auf uns zu. Der Weg zum Erfolg aber ist immer der Gleiche. Leidenschaft, Aggressivität, die Räume eng halten, eine hohe Laufbereitschaft und volle Konzentration.“

Autor: gp

Kommentieren