Oberliga Westfalen: Der 4. Spieltag

Westfalia Herne gelingt der Befreiungsschlag

Thomas Ziehn
03. September 2006, 19:54 Uhr

Für fast alle Revierklubs endete der vierte Spieltag der Oberliga Westfalen mit einer Enttäuschung. Einzig Westfalia Herne konnte nach zuletzt schwachen Leistungen überzeugen. Die Mannschaft von Trainer Frank Schulz gewann gegen den VfL Bochum II überraschend deutlich 4:1. Für die Amateure des FC Schalke 04 II war nach dem 1:4 in Hamm am letzten Wochenende wiederum ein Aufsteiger Stolperstein. Gegen die Sportfreunde Oestrich-Iserlohn reichte es für die „Knappen“ nur zu einem 1:1-Unentschieden.

Mit dem Remis in Wattenscheid dürfte vor allem Wolfgang Sandhowe, Trainer der Hammer SpVg., zufrieden gewesen sein. Nach zweimaligen Rückstand holte der HSV gegen die Elf von Trainer Frank Wagener noch einen Punkt (2:2), verlor allerdings die Tabellenführung an den FC Gütersloh (2:0 gegen den Lippstadt 08). Auch der SC Preußen Münster (2:1 gegen Arminia Bielefeld II) steht jetzt vor der Überraschungsmannschaft aus Hamm. Für die SG 09 reichte es damit auch im vierten Spiel nicht zu einem dreifachen Punktgewinn.

Besonders bitter war der Spieltag für die Spvgg. Erkenschwick. Die Elf von Manfred Wölpper kam im "Kellerduell" beim FC Eintracht Rheine 1:4 unter die Räder. Die erste Saison-Niederlage musste der VfB Hüls einstecken. Nach einer schwachen ersten Halbzeit gab es gegen die SV Emsdetten 05 nichts mehr zu holen. 1:3 hieß es am Ende aus Sicht der Mannschaft von Ingo Anderbrügge. Rot-Weiß Ahlen II und der SC Verl trennten sich nach 90 torlosen Minuten 0:0-Unentschieden.

"...das erste Spiel, wo wir richtig schlecht gespielt haben."

Für Westfalia Herne gab es nach dem enttäuschenden Saisonauftakt und dem Erstrunden-Aus im Westfalen-Pokal endlich den erwünschten Befreiungsschlag. Gegen die mit drei Profis (Ivo Ilicevic, Dennis Grote und Sebastian Hille) verstärkte Oberliga-Reserve des VfL Bochum II gewannen die Herner vor 563 Zuschauern am Schloss Strünkede souverän 4:1. Die Führung per Foulelfmeter von Westfalia-Angreifer Sami El Nounou konnte Stefan Kratofiel noch ausgleichen. Doch Michael Erzen (3. Saisontor), Yakup Köse und Marc-André Nimptsch per Eigentor, machten den Erfolg der Westfalia perfekt. Sascha Lewandwoski, Trainer des VfL, war nach dem Spiel natürlich enttäuscht: „Unter meiner Regie war das heute das erste Spiel, wo wir richtig schlecht gespielt haben. Meine Mannschaft hat nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten.“

Sami El Nounou: Verdacht auf Schlüsselbeinbruch

Lewandowskis Gegenüber, Frank Schulz, fiel nach dem Spiel mindestens ein Stein vom Herzen. „Wir haben von Anfang an Druck aufgebaut und die Zweikämpfe angenommen“, so der Westfalia-Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz, „ich habe noch nie ein Spiel gegen eine Bochumer Mannschaft gesehen, wo wir so wenig Chancen zugelassen haben“, lobte Schulz seine umformierte Abwehrreihe. Kleiner Wermutstropfen aus Herner Sicht: Torjäger Sami El Nounou musste kurz vor Schluss mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ins Krankenhaus. Trotzdem war es für Herne der so herbeigesehnte Erfolg vor dem Pokal-Hit gegen den FC Erzgebirge Aue (Samstag, 9. September, 14 Uhr). Aues Trainer Gerd Schädlich hatte sich übrigens für das Match gegen Bochum angekündigt, doch keiner der Herner Verantwortlichen erblickte den FC-Trainer.

"In der ersten Halbzeit war unsere junge Truppe völlig überfordert"

Enttäuschung herrschte auch beim VfB Hüls nach dem 1:3 gegen die SV Emsdetten. „In der ersten Halbzeit war unsere junge Truppe völlig überfordert“, sagte Horst Darmstädter, Hauptgeschäftsführer beim VfB Hüls, nach der Begegnung gegen die SV Emsdetten 05. Und in der Tat lief bei den Marlern in Hälfte eins wenig zusammen. Sinan Celik, Oliver Logermann und Philipp Böwing-Schmalenbrock mit seinem sechsten Saisontreffer brachten die Gäste am Badeweiher 3:0 in Front. Verkehrtes Bild in Hälfte zwei. „Wir waren in der zweiten Halbzeit nur am gegnerischen 16er“, erzählt Darmstädter, „aber wir haben zu wenig Chancen genutzt. Zudem hatte die SV heute mit Carsten Potthoff einen bärenstarken Schlussmann in ihren Reihen.“ Der VfB schaffte durch den türkischen U19-Nationalspieler Hasan Fidan nur noch den 1:3-Anschlusstreffer.
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Autor: Thomas Ziehn

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