Italienische Regierung will Krisen-Klubs retten

jso
25. Juni 2004, 13:05 Uhr

Die Erweiterung eines Gesetzes zu Rettung krisengeschüttelter Unternehmen soll in Italien nun auch auf Fußball-Klubs erweitert werden. So will die italienische Regierung fünf Serei-A-Klubs unter die Arme greifen.

Die italienische Regierung will ein bereits verabschiedetes Gesetz zur Rettung krisengeschüttelter Großunternehmen auch auf Fußballklubs erweitern. Von der Insolvenz bedrohte Fußballvereine sollen unter Kontrolle eines von der Regierung beauftragten Sonderverwalters gestellt werden, der mit Zustimmung des Kabinetts einen Sanierungsplan verfassen und umsetzen soll.

Zwei Jahre lang werden die Schulden der Klubs eingefroren, Spieler und andere Mitarbeiter dürfen in dieser Zeitspanne nicht entlassen werden. Die Regierung hofft somit, fünf Serie-A-Klubs zu retten, denen wegen ihrer kritischen finanziellen Lage der Lizenzentzug droht.

In der schwierigsten Lage befindet sich der insolvente Erstligist AC Parma. Nach der Pleite der Mutter Parmalat plant Insolvenzverwalter Enrico Bondi die Gründung eines neuen Fußball-Klubs, auf dem nicht mehr die Schulden im Wert von 120 Millionen Euro lasten sollen. Diese werden von der insolventen Parmalat übernommen, an deren Sanierung Bondi arbeitet. Dank dieser Operation, die noch vom Fußballverband genehmigt werden muss, hofft AC Parma, die Lizenz für die kommende Saison zu erhalten.

Kritisch ist die Lage auch für den römischen Traditionsklub Lazio Rom. Eine Kapitalaufstockung, von der sich der Verein 188 Millionen Euro erhofft hatte, bescherte dem Klub nur 17 Millionen Euro. Um in der Serie A zu bleiben, muss Lazio Rom bis Mitte Juli noch 37 Millionen Euro auftreiben.

Weniger düster ist die Lage bei Lazios Stadtrivale AS Rom. Nach dem Einstieg der römischen Großbank Capitalia in die Erdölgesellschaft Italpetroli des AS-Rom-Klubchefs Franco Sensi scheint sich die finanzielle Situation des Klubs entspannt zu haben. Mit Schwierigkeiten wegen der hohen Verschuldung kämpfen auch Brescia Calcio und Siena.

Autor: jso

Kommentieren