Wohl keinem anderen Verein im Ruhrgebiet haftet so sehr der Makel an, nur die Nummer zwei in der eigenen Stadt zu sein, wie dem ETB Schwarz-Weiß Essen. Während Spieltag für Spieltag mehr als 10.000 Fans in das Georg-Melches-Stadion pilgern, um die Rot-Weissen anzufeuern, kommt es nicht selten vor, dass sich gleichzeitig weniger als 500 Zuschauer in den „Uhlenkrug“ verirren. Dabei gab es durchaus Zeiten, in denen dies anders war.

Legendäre Revierteams: ETB Schwarz-Weiß Essen 1959

Als der ewige Zweite im Rampenlicht stand

03. September 2006, 17:33 Uhr

Wohl keinem anderen Verein im Ruhrgebiet haftet so sehr der Makel an, nur die Nummer zwei in der eigenen Stadt zu sein, wie dem ETB Schwarz-Weiß Essen. Während Spieltag für Spieltag mehr als 10.000 Fans in das Georg-Melches-Stadion pilgern, um die Rot-Weissen anzufeuern, kommt es nicht selten vor, dass sich gleichzeitig weniger als 500 Zuschauer in den „Uhlenkrug“ verirren. Dabei gab es durchaus Zeiten, in denen dies anders war.

Zwar standen die Schwarz-Weißen nach dem Zweiten Weltkrieg immer im Schatten des großen Nachbarn von der Hafenstraße, doch so trostlos wie heute, war es zuvor nie bei den „Turnerbündlern“.

Die Fußballabteilung des "Turnerbund Essen", dem Vorgängerverein des heutigen ETB, wurde im Jahre 1900 gegründet - als zweite überhaupt in Essen. Zuvor besaß nur der Essener SV 1899 eine solche Abteilung. Und schon bald hing dem Klub der Ruf an, „ewiger Zweiter“ zu sein. 1912 unterlagen die Rüttenscheider im Finale um die Westdeutsche Meisterschaft dem Kölner BC 01, 1926 verloren die Schwarz-Weißen das Entscheidungsspiel um den Gruppensieg in der Ruhrbezirksklasse ausgerechnet gegen den Lokalrivalen BV Altenessen 01. Und auch nach dem Finale um den Westdeutschen Pokal 1933 mussten die Essener den Platz als Verlierer verlassen.[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_64.jpg Jubel nach dem gewonnenen Finale (von links): Horst Trimhold, Gerd Pips, Heinz Steinmann, Manfred Rummel, Ede Kasperski (auf den Schultern getragen) Torhüter Hermann Merchel und Heinz Ingenbold[/imgbox]

Ob seiner überwiegend bürgerlichen Mitgliedsschaft, war der heutige Oberligist zudem als „Lackschuhklub“ verrufen, was im traditionell proletarischen und roten Essen nicht von Vorteil war. Nichtsdestotrotz war die Anhängerschar in der ersten Hälfte des Jahrhunderts und vor allem in der Zeit der Weimarer Republik, der absoluten Blütezeit des Klubs, groß. Das damals noch moderne Stadion „Uhlenkrug“ garantierte viele Zuschauer und hohe Einnahmen. So hatten die Schwarz-Weißen gegenüber den Arbeitervereinen aus dem Essener Norden einen entscheidenden Strukturvorteil.

Allerdings brachte auch dieser dem Traditionsverein vorerst keine Erfolge ein. Nach dem Krieg dümpelte der Verein weitgehend in den unteren Gefilden der Oberliga West herum, wenn er nicht gerade nur zweitklassig kickte. In der Saison 1956/57 stiegen die Schwarz-Weißen wieder einmal aus der Oberliga West ab und das „Stiefkind“ des Essener Fußballs schien kaum noch eine Perspektive zu haben.
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