Einmal mehr droht dem italienischen Erstligisten Lazio Rom das Aus in der Serie A. Der hoch verschuldete Klub muss 37,4 Millionen Euro auftreiben, um die Kriterien für die Lizenerteilung zu erfüllen.

Lazio droht erneut der Lizenzentzug

ck
17. Juni 2004, 15:04 Uhr

Einmal mehr droht dem italienischen Erstligisten Lazio Rom das Aus in der Serie A. Der hoch verschuldete Klub muss 37,4 Millionen Euro auftreiben, um die Kriterien für die Lizenerteilung zu erfüllen.

37,4 Millionen Euro muss der italienische Serie-A-Klub Lazio Rom auftreiben, um die Lizenz für die nächste Spielzeit zu bekommen und die Insolvenz abzuwenden. Der krisengeschüttelte Traditionsklub erklärte, dass der Verein mit der vor einigen Tagen in die Wege geleiteten Kapitalaufstockung mindestens 54,8 Millionen Euro einnehmen müsse, damit der Verein die Kriterien erfülle, die zur Einschreibung in die Meisterschaft 2004/2005 vonnöten seien.

Bisher konnten mit der Kapitalaufstockung 17,4 Millionen Euro erzielt werden, was deutlich unter den Erwartungen des Klubs liegt. Der börsennotierte Verein hatte gehofft, mit der Kapitalaufstockung 188,5 Millionen Euro zu erlösen.

Ungewissheit lässt Aktienkurs fallen

Die Ungewissheit um die Zukunft von Lazio wirkt sich auch negativ auf die Lazio-Kurse an der Mailänder Börse aus, die am Mittwoch um 30 Prozent auf 0,68 Euro nachgaben. "Wir machen eine schwierige Zeit durch", sagte der Geschäftsführer des Klubs, Giuseppe Matteo Masoni. Unter seiner Leitung fand am Mittwoch eine Krisensitzung des Lazio-Aufsichtsrats statt, bei der mit der römischen Bank Capitalia, Gläubiger Lazios, eine Lösung für die finanzielle Krise des Klubs diskutiert wurde.

Die finanzielle Lage Lazios hatte sich im März verschlechtert. Die Verluste waren im Vergleich zum Vorjahr von 47,2 Millionen auf 68,1 Millionen Euro gestiegen. Lazio war 1998 als erster italienischer Fußballklub an die Mailänder Börse gegangen. Wegen der Geldprobleme des Klubs wurden die Lazio-Aktien in den vergangenen Monaten häufiger vom Handel ausgesetzt.

Der Ex-Lazio-Chef, Sergio Cragnotti, ehemaliger Präsident des insolventen Nahrungsmittelkonzerns Cirio, verbrachte wegen des betrügerischen Bankrotts seines Unternehmens vier Monate in Untersuchungshaft. Er wurde am Mittwoch unter Hausarrest gestellt.

Autor: ck

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