Die Reserve von Borussia Dortmund bleibt eine

Preuß mit glücklicher Hand

Talent Nöthe als Top-Joker

Ronny Veith
08. April 2007, 15:47 Uhr

Die Reserve von Borussia Dortmund bleibt eine "Wundertüte" in der Regionalliga Nord. Beim Auswärts-Spiel in Magdeburg holten die Schwarz-Gelben, die erneut wichtige Eckpfeiler, wie Daniel Gordon (im Kader bei den Profis) oder Sahr Senesie (Muskelbündelriss) und Mehmet Akgün (grippegeschwächt) ersetzen mussten, ein 2:2-Unentschieden. Im Kasten debütierte der im Winter aus Ahlen geholte Marcel Höttecke. Ingo Preuß, der gestern Chef-Trainer Theo Schneider an der Seitenlinie vertrat: "Marcel hatte sich durch gute Trainings-Leistung angeboten und deswegen seine Chance verdient. Mit seiner Leistung war ich absolut zufrieden."

Die BVB-Rasselbande bot mit dem defensiven Mittelfeldspieler Markus Piossek, der sonst in der A-Jugend eingesetzt wird, einen weiteren Debütanten. Auch der Youngster löste seine Aufgaben mehr als ordentlich. Preuß: "Er kümmerte sich meistens um Magdeburgs erfahrenen Offensiv-Mann Kais Manai, das hat er wirklich gut hinbekommen."

Bis zur Pause hielt Dortmund gegen die seit inzwischen sechs Partien ungeschlagenen Elbe-Städter ein torloses Unentschieden. Lars Ricken, an dem sich die BVB-Talente immer wieder orientierten, scheiterte an FCM-Keeper Beer (15.), bevor die Gastgeber zwei Ausrufereichen setzten: Weijsfelt köpfte eine Gerster-Hereingabe ans Außennetz (24.), Manai fand kurz danach in Höttecke seinen Meister (28.).

Auf der Gegenseite hätte Nico Hillenbrand die Westfalen in Front schießen können, doch sein Versuch wurde von Beer entschärft (34.). Kurios: Eine Volley-Abnahme von David Solga schlug den Weg Richtung FC-Gehäuse ein, aber der Ball platzte und landete im Aus. Preuß: "Die Kugel bekam eine ganz komische Flugbahn. Schade, da wäre mehr drin gewesen."[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/212-1229_preview.jpeg Zeigte eine ordentliche Partie bei den BVB-Amateuren: Lars Ricken. (Foto: firo)[/imgbox]

Die dickste Borussen-Szene dann kurz nach der Pause: Nach einem Missverständnis zwischen Weijsfelt und Schlussmann Beer schaltete Lars Ricken schnell, zielte aber knapp am leeren Kasten vorbei (50.).

Der erste Treffer fiel danach auf der anderen Seite. Gerster zog einen Freistoß in den Strafraum, Grundmann verlängerte, Manai drückte die Kugel über die Linie – 1:0 (60.). Preuß: "Eigentlich ein irreguläres Tor, weil unser Verteidiger Marcel Großkreutz gefoult wurde."

In der stärksten Phase trafen der ehemalige Europapokal-Sieger zum vermeintlich vorentscheidenden 2:0: Kais Manai adressierte den Ball auf Alex Kotuljac, der ins linke Eck einlochte (65.).
"Wir mussten danach eine Reaktion zeigen und noch Mal alles versuchen", verdeutlichte Preuß, der mit Abdenour Amachaibou eine zusätzliche Offensivkraft in die Partie brachte und Ricken in die zentrale offensive Rolle zog. Mit dem jungen Christopher Nöthe gelang Coach Preuß ein Glücksgriff. Das Talent war gerade 180 Sekunden auf dem Feld, schon zappelte das Leder zum Anschluss-Tor im Netz (75.). Eine Vorlage von Amachaibou lochte der 18-Jährige direkt mit rechts ein. Noch besser der Streich zum Ausgleich: Nöthe schnappte sich den Ball, umkurvte drei Gegner und ließ Beer aus sieben Metern keine Chance (81.). Preuß: "Ich habe nach dem Abschluss-Training mit Christopher gesprochen, habe ihm gesagt: Junge, lege deine Lethargie ab, sei präsenter, bringe dich mehr ein, zeige deine Schnelligkeit. Wenn das klappt, wirst du ein richtig guter Fußballer. Dass Christopher doppelt getroffen hat, gibt ihm nicht nur großes Selbstvertrauen, sondern uns auch die Gewissheit, wieder einen vielversprechenden Akteur in der Hinterhand zu haben."

Mit der Punkte-Teilung konnte der Borussen-"Co" unter dem Strich leben: "Eigentlich war auch etwas mehr drin, aber man muss die Kirche im Dorf lassen. Die Mannschaft hat zwei Treffer aufgeholt, die Konkurrenz aus Kiel und Erfurt hat ebenfalls Unentschieden gespielt. Es hat sich also an der Gesamt-Situation nichts geändert. Wir machen weiter. Wenn sich die Chance bietet, doch noch ans rettende Ufer zu gelangen, dann werden wir sie nutzen."

Autor: Ronny Veith

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