Bei seinen Eltern in Bayern verbringt Wuppertals Martin Oslislo die drei freien Oster-Tage, die WSV-Coach Uwe Fuchs seinem Team angesichts der Tatenlosigkeit in der Liga spendierte. Dass der Ersatzmann ausspannen darf, ist keine Selbstverständlichkeit, schließlich spielt die Oberliga-Truppe am morgigen Montag (15 Uhr) schon wieder gegen Aachen II. Diesmal allerdings ohne den Mittelfeld-Akteur.

WSV: Aufstiegs-Erfahrung als Einsatz-Trumpf

Oslislo: "Ein Team besteht nicht nur aus elf Spielern"

gri
08. April 2007, 15:12 Uhr

Bei seinen Eltern in Bayern verbringt Wuppertals Martin Oslislo die drei freien Oster-Tage, die WSV-Coach Uwe Fuchs seinem Team angesichts der Tatenlosigkeit in der Liga spendierte. Dass der Ersatzmann ausspannen darf, ist keine Selbstverständlichkeit, schließlich spielt die Oberliga-Truppe am morgigen Montag (15 Uhr) schon wieder gegen Aachen II. Diesmal allerdings ohne den Mittelfeld-Akteur. "Der WSV II ist spielerisch eines der stärksten Teams in der vierten Klasse, die Mischung stimmt", lobt Oslislo.

Er vermeidet es bewusst, von "wir" zu sprechen. Nach wie vor sieht er sich als Bestandteil des Regionalliga-Kaders, auch wenn er einräumen muss, dass die bisherige Saison "für mich schon sehr enttäuschend verlief". Er sagt das ohne jede Verbitterung, analysiert das Erlebte ganz sachlich. Kritiker mögen ihm das als Emotionslosigkeit auslegen, doch damit würden sie Oslislo Unrecht tun. Denn der Neuzugang aus Burghausen macht sich durchaus Gedanken über seine Situation: "Die ersten drei Spiele liefen richtig gut, danach ging es nur bergab. Viele denken, das würde mit der Augenverletzung zu tun haben, die ich mir dann zugezogen habe. Aber das kann ich mir nicht vorstellen."

Die Begründung wäre Oslislo zu einfach, stattdessen begibt er sich auf einer anderen Ebene auf Ursachenforschung: "Es folgten ein paar schlechte Partien, dann war auch das Selbstvertrauen weg." Und der Stammplatz, um den er sich seit geraumer Zeit vergeblich bemüht. Ans Aufgeben denkt der 28-Jährige deshalb noch lange nicht, macht sich stattdessen selbst Mut: "Eine Mannschaft besteht nicht nur aus elf Spielern, sondern aus 20."

Tatsächlich könnte der Mann mit der Rücken-Nummer 18 im Aufstiegs-Endspurt für die Bergischen noch von Bedeutung sein. Denn er verfügt über etwas, das nur die wenigsten seiner Mitspieler vorweisen können: Erfahrung, im Profi-Fußball und in Sachen Zweitliga-Aufstieg. "Mit Burghausen habe ich das schon mal erlebt, allerdings waren wir damals recht früh durch. Diesmal wird es bis zum Schluss spannend bleiben", prognostiziert Oslislo.

Forderungen stellt er aufgrund seiner Routine aber nicht: "Die Mannschaft hat ohne mich erfolgreich gespielt, da muss man nichts ändern. Dennoch ist klar, dass ich mich empfehlen möchte. Aber letztlich zählt nur der Team-Erfolg, da muss sich jeder Einzelne hinten anstellen." Die Zurückhaltung zeichnet ihn aus, doch auf dem Platz würde er sie demnächst nur zu gerne ablegen...

Autor: gri

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