Weiter Unruhe in Solingen. Denn nach dem deftigen 1:6 in Bonn sind die beiden Trainer Harald Becker und Eddy Malura mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Wobei Unions Vorstandsvorsitzender Uwe Stamm besonders über die Art und Weise des Abschieds nicht glücklich ist, seine Worte gelten vor allem Becker.

SOLINGEN: Trainerduo weg, Gashi und Nixdorff wohl auch

Dresen übernimmt, Wortmann Favorit

cb
05. April 2007, 21:42 Uhr

Weiter Unruhe in Solingen. Denn nach dem deftigen 1:6 in Bonn sind die beiden Trainer Harald Becker und Eddy Malura mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Wobei Unions Vorstandsvorsitzender Uwe Stamm besonders über die Art und Weise des Abschieds nicht glücklich ist, seine Worte gelten vor allem Becker.

"Für mich ist das eine persönlich enttäuschende Geschichte. Wir hatten alle Donnerstag noch ein Gespräch, da sagte man, wir gehen gemeinsam durch die schwierige Situation. Da hätte ich mir nun mehr Gradlinigkeit gewünscht. Zumal wir vom Vorstand über den Rücktritt von beiden Trainer nicht unterrichtet wurden, dabei waren zwei Leute von uns beim Spiel in Bonn dabei."

Stamm ergänzt: "Eddy Malura hat die Jungs auf der Rückfahrt im Bus über seine Entscheidung informiert, Harald Becker fuhr gar nicht mit dem Bus nach Hause. Er hat hier hervorragende Arbeit geleistet, aber dieser Abgang, das war nicht Stil von Harald Becker." Malura betont mit Blick auf den Abschied aus Solingen: "Man kann über alle Dinge streiten, aber für mich war der Zeitpunkt gekommen, um diese Entscheidung zu treffen. Wir hatten einfach keine Planungssicherheit, es sind in der ganzen Saison einige Dinge zusammengekommen, die Partie in Bonn gab den Rest dazu. Ich habe der Truppe im Bus alles erläutert, ich denke, viele hatten Verständnis für mich."

Denn eines muss sicher festgehalten werden: Abseits des Rücktritts haben Becker und Malura mit einem Minietat eine Elf gebastelt, die sich stetig entwickelt und die berechtigte Hoffnungen auf den Klassenerhalt hatte. Wenn aber, wie zuletzt, sechs oder sieben Mann ausfallen, ist die Truppe, egal mit welchem Trainer, kaum konkurrenzfähig. Malura: "Keiner kann behaupten, wir lassen die Elf im Stich. Wir haben sehr gute Arbeit geleistet, aber jetzt war ein Punkt gekommen, da ging es für mich nicht mehr weiter."

Was auch für einige Spieler gelten könnte. Becker kündigte offenbar gegenüber dem Vorstand an, wenn er geht, gehen auch sieben bis acht Spieler. Aber Stamm beruhigt: "Wir waren am Montag beim Training, da war die komplette Truppe anwesend, sogar die verletzten Spieler waren da. Wir haben Gespräche geführt und fast alle wollen weiter dabei sein. Ausnahmen sind vermutlich Adnan Gashi und Keeper Tim Nixdorff, die überlegen, nicht weiter auflaufen zu wollen. Stamm: "Aber das sind klare Geschichten, es gibt in beiden Fällen Gründe für die Entscheidungen, die kann ich auch verstehen und akzeptieren."

Der Vorstandsvorsitzende abschließend zur wirtschaftlichen Lage: "Wir führen intensive Gespräche, das Endpaket muss stimmen. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, es gab bereits die ersten vernünftigen Zusagen der Gläubiger. Wir streben Einigungen noch im April an." Bis dahin wird die Oberliga-Mannschaft von Jörg Dresen (bisher Zeugwart, aber er besitzt die B-Lizenz) betreut, Unterstützung gibt es von Enrico Kowski und Kapitän Julius Steegmann. Allerdings gilt Dresen nicht als langfristige Lösung, denn Holger Wortmann, derzeit Trainer des Westfalen-Landesligisten SSV Mühlhausen-Uelzen, gilt in Solingen als Favorit auf den Posten des Coaches. Stamm: "Wenn wir jemanden holen, muss er auch für die Verbandsliga seine Zusage geben."

Autor: cb

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