Das deutsche Traumfinale in der Champions League ist perfekt. Die SG Flensburg-Handwitt folgte im Hexenkessel von Valladolid dank Siebenmeter-Held Dan Beutler dem THW Kiel in das Endspiel - die beiden Handball-Bundesligisten kämpfen nun um den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Der HSV Hamburg ist zudem nur noch einen Schritt vom ersten internationalen Titel im Europacup der Pokalsieger entfernt, und der SC Magdeburg steht im EHF-Pokalfinale:

Vier Bundesligisten in Europacup-Finals

Deutsche Handball-Klubs im Höhenflug

01. April 2007, 20:47 Uhr

Das deutsche Traumfinale in der Champions League ist perfekt. Die SG Flensburg-Handwitt folgte im Hexenkessel von Valladolid dank Siebenmeter-Held Dan Beutler dem THW Kiel in das Endspiel - die beiden Handball-Bundesligisten kämpfen nun um den größten Erfolg ihrer Vereinsgeschichte. Der HSV Hamburg ist zudem nur noch einen Schritt vom ersten internationalen Titel im Europacup der Pokalsieger entfernt, und der SC Magdeburg steht im EHF-Pokalfinale:

Acht Wochen nach dem WM-Coup der Nationalmannschaft schwimmt der deutsche Handball auch auf Vereinsebene weiter auf einer Welle des Erfolgs. Die Flensburger verloren zwar die Nervenschlacht bei CBM Valladolid in Spanien 24:25, da das Team das Hinspiel aber 32:30 gewonnen hatte, erfüllte sich der Finaltraum dennoch. Flensburgs schwedischer Torhüter Dan Beutler wehrte in letzter Sekunde einen Siebenmeter ab und war damit der Matchwinner. Einen Zittersieg hatten zwei Tage zuvor die Kieler (37:34) im Rückspiel gegen den spanischen Topklub Portland San Antonio (Hinspiel 28:30) gefeiert.

Die Magdeburger ließen nach dem klaren Hinspielsieg im Halbfinal-Rückspiel des EHF-Pokals gegen Grasshopper-Club Zürich nichts mehr anbrennen. Das Team setzte sich 27:26 (13:10) bei den Schweizern durch und hat im Finale gegen BM Aragon aus Spanien die Chance auf den dritten EHF-Cup-Triumph nach 1999 und 2001. Das Hinspiel hatte Magdeburg 32:24 gewonnen. Die Hamburger setzten sich am Samstag gegen den bosnischen Meister RK Sarajevo dank eines souveränen 35:28-Erfolgs im Rückspiel durch, nachdem das erste Duell noch mit 18:20 verloren gegangen war. In den Endspielen trifft der deutsche Pokalsieger auf Ademar Leon aus Spanien. `Es ist fantastisch, im Finale zu stehen. Aber jetzt wollen wir auch den Titel´, sagte HSV-Coach Martin Schwalb.

Nach einer durchwachsenen ersten Halbzeit hatte sich das Team des Ex-Nationalspielers im zweiten Durchgang deutlich gesteigert und dem Gegner in der Schlussphase der Partie keine Chance gelassen. `Meine Jungs haben schnell gemerkt, dass es gegen Sarajevo nicht leicht wird und nach anfänglichen Schwierigkeiten ein großartiges Spiel gezeigt. Wir haben zurecht gewonnen´, meinte Schwalb. Vor 6545 Zuschauern in der Hamburger ColorLine-Arena waren die Nationalspieler Pascal Hens und Stefan Schröder sowie der Koreaner Kyung-Shin Yoon als erfolgreichste Werfer Garanten des HSV-Erfolgs. Hens steuerte sieben, die beiden anderen Akteure jeweils sechs Tore zum hoch verdienten Sieg bei.

`Der Finaleinzug ist gut und schön, aber am Ende will ich auch den Pokal in den Händen halten´, erklärte Schröder. In Kiel hatten zuvor 10.000 Handball-Fans die zweite Endspiel-Teilnahme des THW in der Champions League gefeiert und die Ostseehalle in ein Tollhaus verwandelt. `Wir haben lange für dieses Ziel gekämpft. Es ist ein fantastisches Gefühl, jetzt soweit gekommen zu sein. Nun wollen wir auch den Finalsieg´, sagte THW-Kapitän Stefan Lövgren nach dem Halbfinal-Erfolg der `Zebras´ gegen den Champions-League-Sieger von 2001. Ein Tor gab in der Addition beider Spiele letztlich den Ausschlag zu Gunsten der Kieler. `Diesmal hatten wir das Quäntchen Glück, das uns vorher gefehlt hat´, erklärte Lövgren.

Mit acht Toren hatte der schwedische Spielmacher maßgeblichen Anteil am Erfolg seiner Mannschaft. Spieler des Abends war jedoch Rückraum-Ass Nikola Karabatic, der insgesamt zehnmal traf und den THW mit seinen Toren insbesondere in der etwas schwächeren ersten Spielhälfte immer wieder heranbrachte. Nach der Niederlage im ersten Kieler Champions-League-Finale 2000 will das Team von Trainer Noka Serdarusic nun endlich den Titel: `Wir werden alles daran setzen, diese Trophäe zu holen´, so der Coach.

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