Nach über zwei Monaten werden die Aktien des italienischen Erstligisten Lazio Rom ab kommendem Montag wieder an der Mailänder Börse gehandelt. Der Verein braucht mindestens 63 Millionen Euro, um die Pleite abzuwenden.

Lazio-Aktien werden wieder an der Börse gehandelt

tw
19. Mai 2004, 13:19 Uhr

Nach über zwei Monaten werden die Aktien des italienischen Erstligisten Lazio Rom ab kommendem Montag wieder an der Mailänder Börse gehandelt. Der Verein braucht mindestens 63 Millionen Euro, um die Pleite abzuwenden.

Der krisengeschüttelte Traditionsklub Lazio Rom hat eine Kapitalaufstockung in Höhe von 188 Millionen Euro in die Wege geleitet, mit der er sich von der Pleite retten will. "Wir brauchen mindestens 63 Millionen Euro, um die Lizenz für die nächste Saison zu erhalten und bis Oktober weiterzumachen", sagte Präsident Ugo Longo. Nach der Kapitalaufstockung werden nun auch erstmals wieder die Aktien des Hauptstadtklubs an der Mailänder Börse gehandelt.

Die Aktien des hoch verschuldeten Klubs waren am 16. März vom Handel an der Mailänder Börse ausgesetzt worden. Lazio war 1998 der erste italienische Verein, der an die Börse ging. Daneben sind derzeit auch AS Rom und Juventus Turin in Mailand notiert.

Lazio droht die Insolvenz

Sollte der Klub mit der Kapitalaufstockung nicht genügend Finanzmittel aufbringen, könnte er in die Insolvenz schlittern, warnte Longo. Lazio will bis 2007 die Gehälter der Spieler halbieren, um die hohen Kosten einzudämmen und den Verein zu retten.

Die Aktien der Römer an der Mailänder Börse waren ausgesetzt worden, nachdem die Schulden zwischen Juli und Dezember 2003 um 44 Prozent auf 68 Millionen Euro gestiegen waren. Lazio war in die Notlage geraten, nachdem vor anderthalb Jahre die Insolvenz seines Mehrheitsaktionärs, des Lebensmittelkonzerns Cirio, erklärt worden war. Ex-Klubchef Sergio Cragnotti befindet sich seit drei Monaten wegen des Verdachts des betrügerischen Bankrotts von Cirio in Rom in Untersuchungshaft.

Autor: tw

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