Die zweite deutsche Fußball-Garde hat sich beim Debütanten-Festival sehr achtbar aus der Affäre gezogen, das Ende der Super-Serie von Bundestrainer Joachim Löw konnte sie aber nicht verhindern. Ohne acht WM-Stars und mit sechs Neulingen verlor die deutsche Nationalmannschaft vier Tage nach dem 2:1 in Tschechien im ersten Länderspiel in Duisburg nach 74 Jahren 0:1 (0:0) gegen Ex-Europameister Dänemark. Im neunten Spiel seit seinem Amstantritt musste der Nachfolger von Jürgen Klinsmann die erste Niederlage nach zuvor sieben Siegen und einem Unentschieden hinnehmen. Das Tor des Abends zum achten Sieg der Dänen im 24. Vergleich mit Deutschland erzielte Nicklas Bendtner (81.).

Deutschland - Dänemark 0:1

DFB-Youngster schlagen sich achtbar

28. März 2007, 21:57 Uhr

Die zweite deutsche Fußball-Garde hat sich beim Debütanten-Festival sehr achtbar aus der Affäre gezogen, das Ende der Super-Serie von Bundestrainer Joachim Löw konnte sie aber nicht verhindern. Ohne acht WM-Stars und mit sechs Neulingen verlor die deutsche Nationalmannschaft vier Tage nach dem 2:1 in Tschechien im ersten Länderspiel in Duisburg nach 74 Jahren 0:1 (0:0) gegen Ex-Europameister Dänemark. Im neunten Spiel seit seinem Amstantritt musste der Nachfolger von Jürgen Klinsmann die erste Niederlage nach zuvor sieben Siegen und einem Unentschieden hinnehmen. Das Tor des Abends zum achten Sieg der Dänen im 24. Vergleich mit Deutschland erzielte Nicklas Bendtner (81.).

Trotz guter Möglichkeiten blieb das deutsche Team zudem unter Löw erstmals ohne Torerfolg. `Die Serie spielt keine Rolle. Wir wollten jungen Spielern eine Chance geben. Wir haben aus dem Tschechien-Spiel und diesem viele Erkenntnisse gewonnen´, erklärte der Bundestrainer: `Es hat einfach die Erfahrung gefehlt. Läuferisch und kämpferisch haben wir alles gegeben.´
[imgbox-center]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/466-1483_preview.jpeg Drei gute Chancen zum Einstand: Patrick Helmes (Foto: firo). [/imgbox]
In Hannovers Torwart Robert Enke, Stuttgarts Roberto Hilbert, Leverkusens Simon Rolfes, die von Beginn an spielten, den Leverkusenern Stefan Kießling und Gonzalo Castro sowie Zweitliga-Profi Patrick Helmes brachte Löw seine Debütanten 8 bis 13. Acht WM-Stars, darunter Kapitän Michael Ballack, wurde wegen der Belastung in nationalen und internationalen Wettbewerben eine Pause gegönnt. Zudem war Stürmer Lukas Podolski wegen seiner Roten Karte aus dem Georgien-Spiel gesperrt. `Ich bin sehr stolz, dass ich jetzt mein erste Länderspiel habe. Schade, dass wir nicht mindestens ein Unentschieden geholt haben´, sagte Enke. `Es war eine Riesensache für mich´, meinte Kießling: `Wir hatten eine sehr junge Truppe und hatten versucht, nach vorne zu spielen. Dann haben wir ein dummes Tor bekommen. Die Pfiffe am Ende hatten wir nicht verdient.´

Für Ballack bestimmte der Bundestrainer Stürmerstar Kevin Kuranyi, der mit seinem Doppelpack den 2:1-Sieg in der EM-Qualifikation gegen Tschechien am vergangenen Samstag ebnete, zum Spielführer. 31.000 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften MSV-Arena feuerten die mit einem Durchschnittsalter von 24,4 Jahren blutjunge Anfangs-Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) auch ohne die Stars an. Gegen die über die Abwesenheit der deutschen Stars verärgerten Dänen (Nationaltrainer Morten Olsen: `Das ist respektlos´) hatten die Youngster nach 75 Sekunden die erste heikle Situation zu überstehen.

Doch Keeper Enke lenkte einen Freistoß von Liverpools Abwehrspieler Daniel Agger bravourös um den langen Pfosten. Im Anschluss an die nachfolgende Ecke schlug HSV-Mittelfeldspieler Piotr Trochowski eine Direktabnahme von Nicklas Bendtner von der Linie. Die Gäste kontrollierten in der Folge weitestgehend das Geschehen, konnten sich aber zunächst keine weiteren großen Möglichkeiten erarbeiten. Die DFB-Elf indes legte die anfängliche Nervosität ab und kam zu einigen guten Aktionen. So prüfte Trochowski mit einem Schuss aus 20 Metern erstmals Dänemarks Torwart Thomas Sörensen (19.). Nachdem Kuranyi einen abgefälschten Schuss von Thomas Hitzelsperger, einer von vier WM-Teilnehmern im Kader, nur knapp verpasst hatte, scheiterte Aachens Jan Schlaudraff nach einer schönen Einzelaktion mit einem Schuss aus kurzer Distanz an Sörensen (22.).

Doch die Dänen blieben gefährlich. Kurz vor der Pause traf Bendtner nach einem Konter nur das Außennetz. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs tauchte auf rechts Thomas Kahlenberg frei vor Enke auf, der allerdings geschickt den Winkel verkürzte, so dass der Däne mit dem Ball ins Toraus lief. Zur zweiten Halbzeit kam Kießling für Kuranyi, der die Kapitänsbinde an Hitzelsperger übergab. Und der Leverkusener Stürmer führte sich gleich mit einer guten Aktion über die linke Seite ein, doch bei seiner Hereingabe kam Schlaudraff einen Schritt zu spät. Die Gäste aus Dänemark, bei denen die Bundesliga-Legionäre Daniel Jensen (Bremen) und Leon Andreasen (Mainz) mitwirkten, kamen nach 60 Minuten wieder stärker ins Spiel und erarbeiteten sich erstklassige Möglichkeiten.

Zunächst rettete Jansen vor dem einschussbereiten Dennis Rommedahl (68.), wenig scheiterte Bendtner freistehend an Robert Enke, der daraufhin mit Sprechchören gefeiert wurde. Schlaudraff und Hitzelsperger hatten in der 77. Minute nacheinander zwei große Möglichkeiten. Kaum 60 Sekunden später verfehlte Helmes, der erst als zweiter Zweitligaspieler zum ersten Einsatz im Nationaldress kam, gerade zwei Minuten nach seiner Einwechslung nur knapp das Tor der Gäste. Jubeln durften dann aber die Dänen, als Bendtner das 0:1 erzielte (81.). Erneut Helmes hatte drei Minuten später eine Riesenchance zum Ausgleich, scheiterte aber am eingewechselten Keeper Jesper Christiansen.

In der 88. Minute traf der Kölner noch die Latte. In der deutschen Offensive setzten neben Schlaudraff auch Trochowski mit einigen Aktionen über die linke Seite gute Akzente. Zudem knüpfte Jansen phasenweise an seine gute Leistung aus dem Tschechien-Spiel an. In Abwehr gab es dagegen einige Abstimmungs-Schwierigkeiten. Vor allen Hilbert und Clemens Fritz hatten auf der rechten Seite große Probleme. Bei den Gästen ragten Bendtner und Abwehrspieler Michael Gravgaard heraus.

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