Glaubt man den Worten von Mukaddem Karakus, erster Vorsitzender des Gelsenkirchener Landesligisten YEG Hassel, hat der „schleichende Tod“ des Vereins begonnen. Der Stadtsportbund Gelsenkirchen (Gelsensport) hat entschieden, dass die zweite Mannschaft der Hasseler künftig auf dem Sportplatz an der Baulandstraße in Gelsenkirchen-Scholven trainieren soll. Die „Erste“ soll bald folgen. Innerhalb des Vereins machte sich sofort ein Sturm der Entrüstung breit. Der Verein will für den Verbleib aller Mannschaften am Lüttinghof kämpfen.

Gelsenkirchen: YEG Hassel kämpft um den Verbleib am Lüttinghof

"Wo bleibt da die Gerechtigkeit?"

Thomas Ziehn
27. März 2007, 12:54 Uhr

Glaubt man den Worten von Mukaddem Karakus, erster Vorsitzender des Gelsenkirchener Landesligisten YEG Hassel, hat der „schleichende Tod“ des Vereins begonnen. Der Stadtsportbund Gelsenkirchen (Gelsensport) hat entschieden, dass die zweite Mannschaft der Hasseler künftig auf dem Sportplatz an der Baulandstraße in Gelsenkirchen-Scholven trainieren soll. Die „Erste“ soll bald folgen. Innerhalb des Vereins machte sich sofort ein Sturm der Entrüstung breit. Der Verein will für den Verbleib aller Mannschaften am Lüttinghof kämpfen.

Zurzeit trainieren an der Baulandstraße zwei Vereine, am Lüttinghof mit dem SC Hassel und YEG Hassel zwei Vereine mit ihren diversen Senioren- und Jugendmannschaften. „Wo bleibt da die Gerechtigkeit“, fragt sich Karakus, „warum soll der SC Hassel künftig allein am Lüttinghof spielen und trainieren, wo das Zusammenleben bisher nie ein Problem war.“ Kampflos will Karakus das Feld jedenfalls nicht räumen. „Welchen Sinn macht es, die zweite Mannschaft in Scholven trainieren zu lassen, Spiele jedoch weiterhin am Lüttinghof auszutragen?“, versteht Karakus die Welt nicht mehr. Ein Fernsehauftritt bei einem Lokalsender sowie eine breit angelegte Unterschriftensammlung sollten die Öffentlichkeit auf das Thema aufmerksam machen. Auch der Gang zur Landesregierung in Düsseldorf ist geplant. „Wir wissen gar nicht so richtig, was wir jetzt machen sollen“, beschreibt Karakus seine Gefühlswelt, „ein Rechtsanwalt ist bereits eingeschaltet. Wenn nötig, werden wir Gelsensport verklagen.“

Spätestens in dieser Kalenderwoche soll YEG2 endgültig an die Baulandstraße. Dieses Ultimatum ist seitens Gelsensport an den Vorstand von YEG Hassel gestellt worden. „Die sollen sich erst einmal genauestens über die Gegebenheiten informieren“, sagt Mukaddem Karakus, „wir wurden nicht ein einziges Mal angehört.“ Fest steht: Der Kampf von YEG Hassel wird weiter gehen. „Der schlimmste Fall ist ja bereits eingetreten. Die so wichtige Schnittstelle zwischen erster und zweiter Mannschaft wird – sollten wir mit unserem Protest kein Erfolg haben – getrennt. Wir werden alles versuchen, um diese Entscheidung rückgängig zu machen. Momentan trainiert unsere zweite Mannschaft in Parks“, gibt sich Karakus kämpferisch. „Wir vertreten Gelsenkirchen in der Landesliga. Anstatt uns Steine in den Weg zu legen, hätte ich mir Unterstützung gewünscht“, ist Karakus enttäuscht.

Kämpfen muss auch die erste Mannschaft. Und zwar um den Verbleib in der Landesliga. Zwar steht die Mannschaft von YEG-Trainer Manfred Stiller, der in der Winterpause das Übungsleiteramt übernahm, über dem Strich, doch der Abstand auf die Abstiegsränge beträgt nur einen Punkt. „Das ist zur Zeit unsere zweite große Baustelle“, hat Karakus momentan viel um die Ohren. Am nächsten Sonntag (15 Uhr) kommt es zum Abstiegsduell mit Union Lüdinghausen. „Ich wäre sehr froh, wenn wir uns in aller Ruhe darauf vorbereiten könnten. Doch es ist so wie es ist und wir werden auch diese schwierige Situation meistern“, bleibt Karakus optimistisch.

Autor: Thomas Ziehn

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