Zuversichtliche Gesichter! Die sieht man bei Rot-Weiss Essen vermehrt, nachdem es wochenlang düster ausgesehen hat. Nach dem Sieg beim Tabellenführer Karlsruher SC hat man den Rettungsplatz 14 in Sichtweite, man ist sogar auf Tuchfühlung. Acht Zähler bis Paderborn (33), sieben auf Koblenz (32), fünf auf Offenbach (30), alles aktuell ein bisschen weit weg. Wichtig: Jena (26) hockt gerade dort, wo Essen hin will, mit einem kümmerlichen Zähler Vorsprung und dem deutlich schlechtern Torverhältnis.

Ex-RWE-Akteur hört als Coach bei Union Berlin auf

Eine Schreier-Spekulation und Tuchfühlung auf Rettungsplatz

25. März 2007, 20:47 Uhr

Zuversichtliche Gesichter! Die sieht man bei Rot-Weiss Essen vermehrt, nachdem es wochenlang düster ausgesehen hat. Nach dem Sieg beim Tabellenführer Karlsruher SC hat man den Rettungsplatz 14 in Sichtweite, man ist sogar auf Tuchfühlung. Acht Zähler bis Paderborn (33), sieben auf Koblenz (32), fünf auf Offenbach (30), alles aktuell ein bisschen weit weg. Wichtig: Jena (26) hockt gerade dort, wo Essen hin will, mit einem kümmerlichen Zähler Vorsprung und dem deutlich schlechtern Torverhältnis.

Am kommenden Sonntag, 1. April, gastiert 1860 München in Essen, ab 14 Uhr geht es an der Hafenstraße rund, die kriselnden Löwen sollen zu Schmusekätzen verarbeitet werden. Car-Zeiss hat bereits am Freitag zuvor, 30. März (18 h), Aufstiegskandidat Hansa Rostock zu Gast. Es gibt unvorteilhaftere Konstellationen, so dass, wenn das Pendel für Essen ausschlägt, am nächsten Sonntag endlich einmal wieder ein Nichtabstiegsplatz wirklich realistisch ist.

Logisch, beim Traditionsclub RWE hat niemand wirklich Lust, das Szenario eines Endspiels am letzten Spieltag beim MSV Duisburg am 20. Mai, ein Sonntag, wahr werden zu lassen. Die Klasse soll möglichst vorab klar sein, nicht erst an diesem Nachmittag um etwa 15.47 Uhr.

Interessant ist sicherlich, dass aus Berlin unter der Woche die Meldung kam, ein Christian Schreier könnte als neuer Coach an der Hafenstraße für die nächste Spielzeit anheuern. Noch ist der 48-Jährige bei Union Berlin, allerdings ist die vorzeitige Trennung zum 30. Juni beschlossene Sache, selbst wenn der Kontrakt eigentlich bis 2008 datiert. Und typisch Fußball, es könnte sogar noch früher krachen.

Die Trennung zum Saison-Abschluss basiert auf der Initiative Schreiers, der private Motive ins Feld führt. "Über die Gründe meines vorzeitigen Abschieds haben der Verein und ich Stillschweigen vereinbart." Eine Ruhe, die in der Boulevard-dominierten Metropole eine mediale Unmöglichkeit darstellt.

RWE-Trainer Lorenz-Günther Köstners Vertrag würde sich im Falle des Klassenerhalts - davon darf RWE wieder laut reden - um ein Jahr verlängern. Was nichts heißt im Fußballgeschäft. Schreier wurde am 4. Februar 1959 in Castrop-Rauxel geboren, also im tiefsten Ruhrgebiet. Schreier ist ein Pendler, der Wohnort von Frau Angela und der beiden Söhne Alexander und Maximilian ist in Bochum-Wattenscheid. Seinen Job in der Bundeshaupstadt trat Schreier am 26. April 2006 an, stieg mit Union aus der Oberliga Nord in die Regionalliga Nord auf. Schreier strebt nach Höherem als Drittklassigkeit, die Freigabe für den SC Paderborn wurde ihm "eisern" verweigert (150000 Euro Ablöse). Auch Braunschweig wurde genannt.

Jetzt wird der Ex-Leverkusener und Ex-Bochumer (331 Bundesligaspiele, 106 Tore) mit Essen in Verbindung gebracht. Als Trainer war er vor der Station Union beim FC Schönberg (Oktober 96 - Juni 98) und dem MSV Neuruppin (Juli 2004 - April 2006) - immer musste Erfolg konstatiert werden, die Aufstiegsrunde zur Regionalliga war immer dabei, der Landespokal auch. Schreier beendete seine Laufbahn 1997 beim damaligen Nordrhein-Oberligisten FC Wegberg-Beeck, wurde vorab 1988 Europapokalsieger mit Leverkusen, lief auch für RWE auf (Juli 94 - September 96). Alles Zukunftsmusik, erst steht das Konzert gegen 1860 an, danach noch weitere existenzielle "Gigs".

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