Nach verpatztem Rückrundenstart zog Frank Kielczewski, Vorsitzender beim SC BW Oberhausen-Lirich, die Notbremse und entließ Toni Puszamszies als Trainer. Nun bekleidet er selbst das Amt des Übungsleiters. Eine Sache, die dem

Bezirksliga 8 Niederrhein: Interview mit Frank Kielczewski (Trainer und Vorsitzender BW Oberhausen-Lirich)

"Wollen den Zuschauern guten Fußball bieten"

Heiko Gaeb
23. März 2007, 18:08 Uhr

Nach verpatztem Rückrundenstart zog Frank Kielczewski, Vorsitzender beim SC BW Oberhausen-Lirich, die Notbremse und entließ Toni Puszamszies als Trainer. Nun bekleidet er selbst das Amt des Übungsleiters. Eine Sache, die dem "Liricher Urgestein" nicht fremd ist. Zu groß war der Trainerverschleiß in den letzten Jahren. Danach sprang "Kille" meistens selbst in die Bresche. Puszamszies beerbt er als Interims-Coach bereits zum zweiten Mal. Vor gut zwei Jahren verlangte der ehemalige Bundesliga-Profi eine Pause als Coach, da sein Akku leer war. Nun äußert sich der Vereinsvorsitzende zum Aufschwung und warnt vor Überheblichkeit.

RevierSport Online: Zwei Spiele, zwei Siege. Das ist eine tolle Bilanz, wenn man bedenkt, dass die Mannschaft vorher zweimal als Verlierer vom Platz gegangen ist. Woran hat es gelegen?

Frank Kielczewski: Zuerst möchte ich einmal betonen, dass sich die Mannschaft in einem physischen Top-Zustand befunden hat. Da muss ich meinen Vorgänger Toni Puszamszies wirklich loben. Nur mental hat es nicht ganz gestimmt, aber das kriegen wir wieder hin. Die letzten Spiele haben meinen Jungs enormes Selbstvertrauen gegeben.

RevierSport Online: Man sagt, dass einige Transfers unter Ihrem Vorgänger nicht ganz glücklich waren, sprich: Einige Akteure wurden schlicht überschätzt. Was sagen Sie dazu?

Frank Kielczewski: Das kann man so nicht stehen lassen. Wir haben die Spieler immer zusammen geholt und da sind einige Säulen der Mannschaft im Team, die in der Puszmaszies-Ära geholt wurden. Da fallen mir direkt unser Spielmacher Andre Hölterhoff, Mike Nörenberg, Stefano Fiore und Damir Martinic, der von unserem aktuellen Gegner TB Oberhausen gekommen ist, ein. Sie alle kamen zur aktuellen Saison und sind nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken.
[infobox-right]Zur Person:
Name: Frank Kielczewski
Beruf: Chef eines Stahlhandels
Der 45-Jährige ist ein Liricher Urgestein. Bis auf kurze Intermezzi beim VfB Lohberg und VfB Speldorf ist er auch als Spieler stets für BW Oberhausen-Lirich im Einsatz gewesen. Seit zwölf Jahren ist er im Vorstand des Vereins und fungierte schon einige Male als interims-Coach, u.a. als er Dietmar Schacht bereits nach acht Tagen wegen Unstimmigkeiten entließ.[/infobox]

RevierSport Online: Was trauen Sie Ihrer Mannschaft zu?

Frank Kielczweski: Wir wollen den positiven Trend fortsetzen, das ist klar. Es soll sich nämlich nicht um eine "Eintagsfliege" handeln. Unser Ziel war es die ganze Zeit, vorne mit dabei zu sein. Das möchten wir bis zum Saisonende auch schaffen. Ob es dann für ganz oben reicht, kann ich nicht prognostizieren. Wir denken von Spiel zu Spiel und haben im Moment nur TB Oberhausen im Kopf...

RevierSport Online:...Ihrem Gegner am Sonntag. Wie gehen Sie taktisch vor?

Frank Kielczewski: Das wird ein heißes Derby, in dem wir in den letzten Jahren eigentlich immer den Kürzeren gezogen haben. Aber wir lassen uns von der Statistik nicht verunsichern. Wir sind wie immer heiß auf das Aufeinandertreffen. Dass bei unserem Gegner Top-Stürmer Oliver Nözel wieder aufgetaucht ist, macht die Sache nicht gerade leichter. Aber wir haben auch Gegenwaffen. Im Hinspiel hat er ja auch nicht getroffen. Uns kommt vielleicht auch zugute, dass wir auswärts antreten. Das mussten wir bei meinem Amtsantritt beim Mülheimer SV auch. Und da war es von Vorteil, dass wir nicht das Spiel machen mussten, denn das ist nicht unbedingt unsere Stärke.

RevierSport Online: Was ist Ihre Devise als Trainer?

Frank Kielczewski: Ich bin so lange im Verein. Da ist es mir eine Herzensangelgenheit, dass die Leute zufrieden sind, wenn sie nach unseren Spielen nach Hause gehen. Mir ist es sehr wichtig, dass die Mannschaft charakterlich zueinander passt. Desweiteren erwarte ich vollen Einsatz und Motivation - sowohl beim Training als auch am Wochenende auf dem Platz. Stimmen Kampf und Disziplin, kommt der Erfolg von alleine. Hauptsache, wir bieten guten Fußball.

RevierSport Online: Bleiben Sie bis zum Saisonende Trainer?

Frank Kielczewski: Stand der Dinge ist, dass wir einen neuen Mann für diese Tätigkeit suchen. Er soll jung sein, eine Trainerlizenz besitzen und unsere Ideologie der Jugendförderung teilen. Wir haben dabei keine Eile und deshalb gehe ich davon aus, dass ich bis zum Saisonende der Coach der ersten Mannschaft sein werde.

Autor: Heiko Gaeb

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