Trainer Karel Brückner brummelt und grummelt genervt vor sich hin, doch die Spieler der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft spucken vor dem Gipfeltreffen in der EM-Qualifikation am Samstag in Prag gegen Deutschland (20.45 Uhr/live in der ARD) große Töne. `Die Deutschen haben nicht unsere Cleverness und sind hinten anfällig´, sagt Kapitän Tomas Rosicky. Auch Torhüter Petr Cech glaubt, `dass wir gewinnen´ und nach dem `Schlüsselspiel´ die Tabellenführung in der Gruppe D mit drei Punkten Vorsprung auf die DFB-Elf übernehmen.

Kapitän Rosicky: `Wir sind cleverer´

Koller: `Klose wird den Deutschen fehlen´

23. März 2007, 11:09 Uhr

Trainer Karel Brückner brummelt und grummelt genervt vor sich hin, doch die Spieler der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft spucken vor dem Gipfeltreffen in der EM-Qualifikation am Samstag in Prag gegen Deutschland (20.45 Uhr/live in der ARD) große Töne. `Die Deutschen haben nicht unsere Cleverness und sind hinten anfällig´, sagt Kapitän Tomas Rosicky. Auch Torhüter Petr Cech glaubt, `dass wir gewinnen´ und nach dem `Schlüsselspiel´ die Tabellenführung in der Gruppe D mit drei Punkten Vorsprung auf die DFB-Elf übernehmen.

`Die Chancen stehen 60:40 für uns. Beide Mannschaften haben etwa die gleiche Qualität, aber für uns spricht, dass wir zu Hause spielen´, sagt der Chelsea-Schlussmann, der nach seiner Kopfverletzung auch im Sparta-Stadion mit Helm spielen wird. Das neue tschechische Selbstbewusstsein überrascht. Nach der WM herrschte noch Trauer zwischen Prag und Brünn. Als Geheimfavorit angereist, mussten Pavel Nedved, Karel Poborsky und Co. nach zwei Niederlagen gegen Italien und Ghana und dem Auftaktsieg gegen die USA schon nach der Vorrunde die Koffer packen.

`Wir hatten nach der WM eine kleine Depression´, verriet der ehemalige Hamburger Tomas Ujfalusi in der Welt. Nedved und Poborsky sind nach dem bitteren Aus zurückgetreten, Trainer Brückner aber durfte nach langen Diskussionen bleiben und machte Rosicky zu seinem neuen Anführer. Der schmächtige Zehner blühte nach seinem Wechsel zum FC Arsenal auf und gab auch der Reprezentace neuen Esprit. Beim 3:0 in der Slowakei sorgte Rosicky als einer der Besten dafür, dass sich die Stimmung in der Heimat wieder aufhellte.

`Es tut ihm gut, dass er als Spielmacher auf sich allein gestellt ist. Er hat sich weiter verbessert´, sagt Ujfalusi. Seine Verletzungsanfälligkeit hat Rosicky aber auch auf der rauhen Insel nicht überwinden können. Torhüter Jens Lehmann traut seinem zuletzt angeschlagenen Teamkollegen noch keine 90 Minuten zu. Um so schlimmer für die Tschechen, dass auch die beiden Spitzen Jan Koller und Milan Baros in dieser Saison Probleme hatten. Der Ex-Dortmunder Koller hat beim AS Monaco noch nicht Tritt gefasst, war oft verletzt und kam in 25 Spielen auf nur sechs Tore. Baros, beim Durchmarsch ins EM-Halbfinale 2004 noch Torschützenkönig, floh im Winter von Aston Villa zu Olympique Lyon.

Dort hat er es in acht Partien auf immerhin vier Treffer gebracht. Mit Vladimir Smicer (Girondins Bordeaux) und David Lafata (Austria Wien), der beim 2:1 gegen Wales doppelt traf, fallen zudem die einzigen echten Alternativen aus. Der Europameister von 1976 blickt deshalb lieber auf die Probleme des Gegners. `Miroslav Klose wird den Deutschen sehr fehlen´, sagt Koller. Und wie Rosicky gibt auch der Stürmer zu bedenken, dass die Defensive der Löw-Truppe bisweilen wackelt. Dennoch: `Die Deutschen haben großes Selbstvertrauen. Das ist ihre größte Waffe. Es wird ein Prestigeduell zwischen zwei großen Mannschaften´, ergänzt Rosicky.

Vor allem das deutsche Mittelfeld nötigt den ihm Respekt ab, Cech nennt es den `stärksten Mannschaftsteil´ der Deutschen. Das letzte Duell gewann Tschechien bei der EM vor drei Jahren mit einer Reserve-Truppe 2:1. `Seit der Euro in Portugal haben sie aber enorme Fortschritte gemacht und erstklassigen Zuwachs bekommen´, warnt Koller. Für Brückner sind das alles überflüssige Worthülsen. `Das wird nicht das Spiel des Jahres´, sagt er: `Es stehen noch weitere sieben schwere Qualifikations-Spiele an.´

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