Der Schalker Trainingsplatz ist aufgrund der Länderspiele in diesen Tagen nur spärlich gefüllt. Einer, der in den vergangenen Wochen nicht nur dort gefehlt hat, ist Lincoln. Am gestrigen Mittwoch absolvierte der noch zwei Spiele lang gesperrte Techniker zum ersten Mal eine komplette Einheit mit der restlichen Truppe.

Lincoln wieder im Mannschaftstraining

"Glaube ich noch nicht dran"

23. März 2007, 10:26 Uhr

Der Schalker Trainingsplatz ist aufgrund der Länderspiele in diesen Tagen nur spärlich gefüllt. Einer, der in den vergangenen Wochen nicht nur dort gefehlt hat, ist Lincoln. Am gestrigen Mittwoch absolvierte der noch zwei Spiele lang gesperrte Techniker zum ersten Mal eine komplette Einheit mit der restlichen Truppe.

"Meine Verletzung ist ausgeheilt, ich bin zu 100 Prozent fit", freut sich Lincoln.
Einen Anteil daran hat auch sein ständiger Begleiter in den letzten Tagen: Mr. Elliott, ein Physiotherapeut aus Brasilien, hospitiert bis zum Ende der Saison auf Schalke und ist auf Empfehlung von Lincoln und Marcelo Bordon gekommen. Zuvor war er unter anderem für Olympique Lyon tätig. In Gelsenkirchen kümmert er sich aber nicht nur um seinen Schützling, wie es in den letzten Tagen ein wenig den Eindruck machte. "Ich arbeite schon seit über acht Jahren mit ihm zusammen. Er ist aber nicht für mich hier, sondern für Schalke", betont Lincoln, keinen Sonderstatus für sich beanspruchen zu wollen.

Schon seit dem 2:0-Erfolg in Bremen plagten ihn immer wieder muskuläre Probleme. "Ich habe trotzdem immer weitergespielt", biss er auf die Zähne, ehe er sich mit der Tätlichkeit nach dem Match gegen Leverkusen selbst ins Abseits beförderte.
Obwohl ihm Aussetzer wie die Handgreiflichkeit gegen Bernd Schneider seinen Durchbruch zu einem absoluten Star in der Bundesliga im Wege standen, scheint Lincoln immer noch ein von der Konkurrenz sehr begehrter Kicker zu sein.

So frischte kürzlich Ottmar Hitzfeld das Interesse des FC Bayern an dem Schalker "Zehner" auf. In der vergangenen Saison hatten die Münchner schon einmal um Lincoln geworben, waren allerdings mit ihrem Gebot von sechs Millionen Euro Ablöse bei S04-Manager Andreas Müller abgeblitzt. "Es ehrt mich sehr, wenn ein Trainer wie Ottmar Hitzfeld, der schon alles gewonnen hat, über mich spricht", hebt Lincoln an. "Aber ich habe hier noch einen Vertrag bis 2008 und bin mit meinem Kopf ganz bei Schalke 04. Jeder weiß, wie ich mich hier fühle - ich bin zu 100 Prozent glücklich."

So weit geht die Liebe zu seinem Verein aber doch nicht, dass er gleich alles für die Königsblauen macht. Denn auf Wunsch des Hauptsponsors Gazprom soll auch ein Spieler den Schalker Tross begleiten, der sich am heutigen Donnerstag auf den Weg nach Moskau macht. "Ich wollte keinen einsatzbereiten Spieler aus dem Trainingsbetrieb nehmen. So kam nur Lincoln in Frage, da er ja noch für zwei Spiele gesperrt ist", begründet Coach Mirko Slomka, dass die Wahl nur auf Lincoln fallen konnte.

Sibirien gehört sicher nicht zu den bevorzugten Reisezielen des Südamerikaners, der dem plötzlich kühlen Frühlingsbeginn gestern mit einer dicken S04-Mütze trotzte. "Da glaube ich noch nicht dran", möchte Lincoln dem Trip nach Russland am liebsten aus dem Wege gehen.

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