Ausgeträumt! Roman Weidenfellers Wechsel-Wunsch,

Die Leitfigur Roman Weidenfeller mit Optimismus und Selbstkritik

"Zwei Trainer-Wechsel sprechen nicht gerade für die Mannschaft"

rk
23. März 2007, 10:23 Uhr

Ausgeträumt! Roman Weidenfellers Wechsel-Wunsch, "als ich nach Dortmund kam, hatte ich mir erhofft, in jeder Saison oben mitzuspielen", ist in dieser Spielzeit mit einer bitteren Landung auf dem harten Boden des Abstiegskampfes zerplatzt wie eine Seifenblase. Doch lange Zeit zur Trauer ist nicht gegeben, denn in den restlichen acht Begegnungen gilt auch die Konzentration des Torhüters dem angestrebten Klassenerhalt. RevierSport unterhielt sich kurz mit Dortmunds Nummer eins.

Roman Weidenfeller, aus dem Kampf um einen UEFA-Cup-Platz ist ein Ringen um den Verbleib in der Bundesliga geworden. Hat sich die Mannschaft mental auf die neue Situation umgestellt?

Ja, zumal der Verein auch alles getan hat, um einen Neuanfang zu starten. Wir haben einen neuen Trainer, der eine sehr positive Ausstrahlung hat und jetzt die Köpfe frei bekommen sollte. In der aktuellen Situation ist es aber zudem besonders wichtig, dass wir die Ruhe bewahren und nicht in Hektik verfallen.

Gegen Nürnberg war aber nur bedingt eine Besserung erkennbar. Drei Punkte gegen recht harmlose Franken waren durchaus möglich, wurden jedoch nicht eingefahren.

Selbstverständlich hätten wir gerne gewonnen, die Chancen dazu war ja auch vorhanden, zumal andere Klubs, wie zum Beispiel Eintracht Frankfurt oder Energie Cottbus, für Sensationen gesorgt und gepunktet haben. Dennoch war der letzte Samstag ein Schritt in die richtige Richtung.

Dem nun zwei ganz große folgen müssen.
Ganz klar, aus den Partien in Bielefeld und Aachen müssen wir mindesten vier Zähler holen.

Gegen Teams, die den Vorteil haben, sich im Abstiegskampf auszukennen.
Natürlich sind wir in dieser Hinsicht nicht so erfahren, aber kämpfen und uns den Hintern aufreißen können wir auch. Das haben wir gegen Nürnberg bewiesen. Wir trainieren im Moment sehr hart, konzentrieren uns 24 Stunden auf den Verein und die drei Punkte, die wir im nächsten Match holen wollen.

Ihr Optimismus in Ehren, doch der BVB hat ein enorm hartes Restprogramm. In diesem Kalenderjahr wurde auswärts noch nichts geholt, Sie müssen aber noch fünfmal reisen. Demgegenüber stehen nur drei Heimspiele mit so starken Gegnern wie Bremen und Schalke.

Ich persönlich halte es für enorm wichtig, dass wir schon vor den letzten beiden Partien gerettet sein müssen. Ich möchte nicht mit der riesigen Nervenbelastung, gegen Schalke und in Leverkusen sechs Punkte holen zu müssen, auf die Zielgerade der Saison einbiegen.

Dann müssen aber zuvor positive Überraschungen wie zuletzt der Konkurrenz gelingen, oder?

Die Qualität dafür ist in unserer Mannschaft vorhanden und außerdem haben wir es immer noch selbst in der Hand. Es ist wichtig, dass wir uns der prekären Lage bewusst sind, aber Angst müssen wir auf keinen Fall haben.
Ist die oft zitierte Qualität wirklich vorhanden?

Ja, wir sind stark genug besetzt, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Ein Trainerwechsel soll immer einen gewissen Schub bewirken. In Dortmund wurde schon der zwei Coach in der Saison entlassen. Verpufft dann der Effekt nicht langsam?

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass es sehr schade ist, dass wir schon zum zweiten Mal einen neuen Trainer bekommen haben, das spricht nicht für die Mannschaft. Trotzdem war die Maßnahme nun nötig, damit wir die Kurve kriegen. Es musste ein Zeichen gesetzt werden.
Bereuen Sie es manchmal im Tor zu stehen, denn ein Feldspieler kann als Führungsspieler viel effektiver eingreifen?
Ich möchte nicht mehr so extrem reagieren wie in der Vergangenheit, weil ich keine Lust darauf habe, mein Bild mit groß aufgerissenem Mund in der Presse zu sehen. Jetzt können andere etwas sagen.
Es ist aber keiner da.

Richtig, aber wie soll ich nun reagieren oder gar resignieren?

Autor: rk

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