Den Sieg in Münster musste der SC Verl teuer bezahlen. Goalgetter Thies Kambach zog sich nach einem Zusammenprall mit SCP-Keeper Michael Joswig einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch zu, ist bereits operiert worden und hat den Eingriff im Münsteraner Clemens-Hospital gut überstanden.

SC VERL: Ermisch erwägt Strafanzeige gegen Mehnert

Intimes Rumgezerre

tr
23. März 2007, 09:44 Uhr

Den Sieg in Münster musste der SC Verl teuer bezahlen. Goalgetter Thies Kambach zog sich nach einem Zusammenprall mit SCP-Keeper Michael Joswig einen offenen Schien- und Wadenbeinbruch zu, ist bereits operiert worden und hat den Eingriff im Münsteraner Clemens-Hospital gut überstanden. "Das war ein Unfall, da kann man niemandem einen Vorwurf machen", hegt Verls Coach Mario Ermisch keinen Groll gegen den Torwart.

Ganz anders sieht es allerdings bei den Namen Grover Gibson und Björn Mehnert aus. Dabei schwillt nicht nur Ermisch, sondern auch Verls "Boss" Peter Mankartz mächtig der Hals. "Es war das unfairste Spiel seit Jahren", ereifert sich Mankartz über die harte Gangart der Münsteraner.

Auch Ermisch schüttelt beim Rückblick nur den Kopf. "Die haben brutal gespielt, Gibson ist Amok gelaufen, hat nicht einen Zweikampf mit normalen Mitteln geführt." Und die Blessurenliste der Verler bestätigt die Aussagen. Soner Dayangan hat Kratzer im Gesicht, Heinrich Schmidtgal erlitt eine Schulterprellung, Tim Hagedorn und Marco Kirchhoff verließen das "Schlachtfeld" mit blutender Nase und Turgay Danizmaz humpelte mit einer Fußprellung vom Platz.

Doch eine weitere Szene sorgte für besondere Aufregung und eine ganz spezielle Verletzung. Bei einem Laufduell zwischen Mehnert und Verls Cosmin Uilacan geschah es. "Björn packte sich die Genitalien von Cosmin und riss daran herum", beschreibt Ermisch die heikle Situation. "Der hat wie bekloppt daran rumgezerrt, noch heute sind dicke Kratzspuren in seinem Intimbereich zu erkennen." Und Ermisch hat sogar Beweise.

Denn ein Fotograf hielt die Szene von der Entstehung bis zur Tat in Bildern fest. "Die sind gestochen scharf und wir haben sie bereits zu Staffelleiter Rainer Waltert geschickt", berichtet der Rechtsanwalt, der selbst eine Strafanzeige in Erwägung zieht.
Denn nach dem Vorfall sah Uilacan die Rote Karte, Ermisch wurde auf die Tribüne verbannt. "Cosmin hat sich natürlich aufgeregt, denn so langt man einfach nicht zu. Ich habe eine Strafe für Mehnert gefordert, der sich klammheimlich davon schlich und bin auch noch weggeschickt worden. Das darf nicht wahr sein."

Ermisch weiter: "Aber okay, Mehnert ist ja einschließlich der Betreuer und Trainer der langsamste Mann der Oberliga, da muss man wohl zu solchen Mitteln greifen." Zu der Aussage Mehnerts (siehe Nachgefragt), er solle lieber seinen Sieg genießen und nicht nachkarten, meint Ermisch mit einer gewissen Genugtuung in der Stimme: "So etwas sage ich aus der Position des Siegers heraus, das hat nichts mit einem schlechtem Verlierer zu tun."

Doch Ermisch will nicht länger an das "Spitzenspiel" zurückdenken, blickt lieber schon einmal voraus: "Wir müssen jetzt unsere Wunden lecken und das abhaken. Schließlich erwartet uns mit dem FCE Rheine eine schwere Aufgabe." Die erfolgreich über die Bühne gebracht werden soll. "Wir müssen zusehen, dass wir punkten", meint Ermisch: "Das wird noch schwer genug, wenn jetzt die ganzen Englischen Wochen kommen. Aber wir haben eine gute Ausgangsbasis."

Autor: tr

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