Die Nachricht wird in Witten wie eine Bombe einschlagen. Denn der klassenhöchste Club, TuRa Rüdinghausen, ist mächtig ins Trudeln geraten. Trotz des Aufstiegs in die Verbandsliga kommen immer weniger Zuschauer, auch die finanzielle Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft bleibt aus. Damit ist ein Etatloch entstanden, dass die Verantwortlichen beunruhigt.

RÜDINGHAUSEN: Etatloch stellt Zukunft in Frage

Neuanfang in der Landesliga?

tr
23. März 2007, 08:12 Uhr

Die Nachricht wird in Witten wie eine Bombe einschlagen. Denn der klassenhöchste Club, TuRa Rüdinghausen, ist mächtig ins Trudeln geraten. Trotz des Aufstiegs in die Verbandsliga kommen immer weniger Zuschauer, auch die finanzielle Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft bleibt aus. Damit ist ein Etatloch entstanden, dass die Verantwortlichen beunruhigt. "Aber wir werden die Saison ganz normal beenden", beschwichtigt TuRa-Trainer Ulrich Sieweke.

Zusammen mit seinem "Co" Michael Wurst hat der ehemalige Wuppertaler hauptsächlich die Sponsoren gesucht und auch gefunden. Zudem wohnt Sieweke nur 100 Meter vom Platz, ist deswegen auch emotional sehr bewegt. "Mir tut es in der Seele weh, mit ansehen zu müssen, wie das bisher Aufgebaute nun einzustürzen droht." Denn der B-Lizenz-Inhaber stellt sich die Frage: "Jetzt können wir die Lage noch retten. Aber was kommt dann? Was Michael und ich vor zwei, drei Jahren in Gang gesetzt haben, ist für den Verein wohl nicht tragbar." Das könnte bedeuten, dass TuRa seine annschaft nach der Spielzeit in die Landesliga zurückziehen würde. "Darüber mache ich mir noch keine Gedanken", will Sieweke erst einmal die aktuellen Probleme lösen.

Auch Wurst kann es kaum glauben: "Wir haben alles versucht, haben TuRa hoch gebracht und werden dann so von der Wirtschaft im Stich gelassen. Das kann ich nicht verstehen." Das Duo führte ein offenes Gespräch mit dem Vorstand, erörterte die Möglichkeiten: "Unser sportlicher Erfolg bekommt keine Rückendeckung", schluckt Sieweke. Denn vor diesem Hintergrund stellt er auch seine Zukunft in Frage. "Wenn die Mannschaft auseinander bricht, werde ich auch nicht bleiben. Einen Neuanfang werde ich nicht noch einmal mitmachen." Auch Wurst hat bereits seine Konsequenzen gezogen: "Ich bin dann natürlich auch weg."

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/234-1251_preview.jpeg Trommeln verboten![/imgbox]Zudem hat Rüdinghausen ein weiteres, großes Problem. Denn seit Jahren liegt der Club mit zwei Nachbarn vor Gericht, nun gab es ein Urteil vom Oberlandesgericht Hamm. "Da geht es nicht um Fußball. Da wird wahrscheinlich zwei Leuten mehr Recht gegeben, als 350 Fußballern. Das darf nicht wahr sein."
Konsequenz: TuRa müsste umziehen, kann seine Heimspiele nicht mehr an der Brunebeckerstraße austragen. Genügend Zündstoff für die Jahres-Hauptversammlung am Donnerstag.

Fußball gespielt aber auch noch. Und zwar am Samstag bei der SG Wattenscheid II. Sieweke: "Ein Sieg wäre Balsam für unsere Seelen."

Autor: tr

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