Von den rund 50 Zuschauern vermochten die meisten am Ende der Partie zwischen Safakspor und TB Oberhausen nicht zu glauben, dass sie eben ein Derby zwischen zwei abstiegsbedrohten Bezirksliga-Teams gesehen hatten -  zu groß war an diesem Tag beim 0:3 der Unterschied zwischen den Mannschaften. [i]Ein Ortstermin[/i]

Bezirksliga 8 Niederrhein: TB Oberhausen gewinnt das Derby

Mit Nözel wieder in die Erfolgsspur

Heiko Gaeb
18. März 2007, 19:05 Uhr

Von den rund 50 Zuschauern vermochten die meisten am Ende der Partie zwischen Safakspor und TB Oberhausen nicht zu glauben, dass sie eben ein Derby zwischen zwei abstiegsbedrohten Bezirksliga-Teams gesehen hatten - zu groß war an diesem Tag beim 0:3 der Unterschied zwischen den Mannschaften. [i]Ein Ortstermin[/i]

Beide Truppen waren mit stark dezimiertem Kader angetreten. Auf Seiten der Gastgeber musste Trainer Yalcin Avci mit Sehan Acar und Newzad Delir zwei Akteure aufbieten, die normalerweise ihre Fußballschuhe in der Kreisliga B in der Zweiten Mannschaft schnüren. Und auch Gäste-Coach Dieter Buil musste personell in die Trickkiste greifen, um eine schlagkräftige Truppe aufzubieten. Mit Oliver Nözel stand dann der Mann auf dem Platz, der so lange verschollen war, doch am Donnerstag trainierte er endlich wieder mit und aufgrund des Mangels an guten Stürmern und starker Trainingsleistungen entschied sich der Turnerbund-Trainer den 26-Jährigen von Anfang an zu bringen.

Der Druck zu siegen, um sich Luft im Tabellenkeller zu verschaffen war enorm und so begann nach dem Anpfiff gleich ein flotter Schlagabtausch, der jedoch auf beiden Seiten keine zwingenden Chancen erbrachte. Torschüsse: Fehlanzeige. Die Taktik der Gäste war aber von Beginn an deutlich zu erkennen. Oliver Nözel wurde immer wieder in Szene gesetzt, konnte aber
keine Gefahr entwickeln. Das änderte sich dann aber in der 18. Minute als der ehemalige Dynamo Dresden-Jugendspieler von seinem Sturmpartner Kemal Cumcu einen sehenswerten Pass im Strafraum bekam und Nözel den Ball aus kurzer Distanz unhaltbar für Safakspor-Keeper Serdar Gökcan im Tor unterbrachte.

Nun waren die Hausherren gefordert, die vor dem Match noch von ihrem Trainer die Dringlichkeit eines dreifachen Punkterfolgs eingetrichtert bekamen, ein Tor zu schießen. Doch sämtliche Angriffsbemühungen verpufften bereits im Mittelfeld oder wurden
von den souveränen Manndeckern Simon Haferkamp und dem inzwischen 44-jährigen Michael "Hase" Wallmann unterbunden, so dass sich Torwart Atila Tormana, der für den rotgesperrten Dennis van Hütt zwischen den Pfosten stand, gar nicht auszeichnen konnte.

Die Gastgeber versuchten zwar immer wieder vor das Tor zu kommen, doch den Offensivdrang konnten die Gäste immer wieder zu schönen Kontern nutzen. Besonders auffällig war dabei Spielmacher Christian Rondo-Peres, der Nözel und Kemal Cumcu immer wieder geschickt anspielte.

Als es auf die Halbzeitpause zuging flachte das Geschehen synchron mit dem schlechter werdendem Wetter, ein kurzer Schauer kam herunter, immer mehr ab, doch das war dann auch der Startschuss für die ereignisreichtse Phase des Spiels.

Als ein Safakspor-Akteur kurz vor der 16-Meter Grenze von Ahmet Cumcu gelegt wurde und der gute Schiedsrichter Martin Kadziah auf Freistoß für die Hausherren entschied, machte sich unter den Anhängern der Gäste die Sorge breit, dass der Ausgleich fallen könnte. Zu gut war die Schussposition und zu anfällig waren die Gäste in den letzten Wochen bei Standardsituationen. Doch Ümit Cavlak traf den ruhenden Ball nicht richtig, so dass die Kugel einige Meter über das Ziel hinaus schoss.

Eine Minute später hatten dann die Turnerbund-Kicker wieder allen Grund zu jubeln. Mathias Bäsler hatte von der rechten Seite schön in den Strafraum geflankt, wo mal wieder Oliver Nözel goldrichtig stand und den Ball locker aus gut fünf Metern ins Netz bugsierte und damit seinen 22. Saisontreffer feiern konnte. Eine Minute später hätte Bäsler nach einem Durcheinander in der Abwehr der Hausherren noch auf 3:0 erhöhen können, doch sein Schuss ging knapp am Tor vorbei. Das holte dann aber Christian Rondo-Peres nach, als er nicht einmal 60 Sekunden später aus gut 16 Metern den Ball zum 3:0 mit einem strammen Schuss ins Tor platzierte. Damit war die Partie bereits zur Pause entschieden.

Die zweiten 45 Minuten brachten dann auch keine Tore mehr. Die Gäste hätten sogar noch das eine oder andere Tor mehr erzielen können, doch die Kombinationen waren teilweise zu verspielt, so dass man nicht zum Abschluss kam und wenn doch, dann ging man zu leichtfertig mit seinen Chancen um. So brachte es Christian Rondo-Peres in der 60. Minute fertig die Kugel aus fünf Metern über das freie Tor zu schießen.

Die Hausherren hingegen zeigten sich teilweise bemüht, doch der letzte Biss und die spielerischen Möglichkeiten fehlten, um noch einmal heranzukommen. So sei vermerkt, dass TBO-Keeper Toraman in der 80. Minute zu seiner ersten Ballberührung kam. Orhan Candan hatte sich ein Herz genommen und aus 20 Metern in Richtung Tor geschossen, daraus entwickelte sich ein Flatterball, den der Schlussmann zur Ecke über das Tor abfausten konnte, die dann aber nichts einbrachte.

Nach dem Abpfiff sah man auf Seiten der Safakspor-Akteure auch nur hängende Köpfe. "Ich habe meine Mannschaft nicht wiedererkannt", gab Avci nach dem Spiel zu Protokoll und ergänzte: "In der Abwehr haben mit Hamit Boukter und Ramazan Alakzli zwei Säulen gefehlt. Das hat man deutlich gemerkt. Wir haben absolut zu Recht verloren."

TBO-Übungsleiter Buil hingegen war überglücklich: "Wir sind wieder da. Die drei Punkte sind enorm wichtig für uns. Ich bin mit der heute gezeigten Leistung absolut zufrieden. Darauf können wir aufbauen."

Autor: Heiko Gaeb

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