Die Verärgerung war groß, die Wortwahl dementsprechend drastisch. `Wir sind nicht mit dem Messer am Hals ins Spiel gegangen´, fauchte Tomasz Zdebel und seine Augen funkelten böse. Die 1:3 (0:2)-Niederlage des VfL Bochum beim VfL Wolfsburg ließ die Gäste nicht nur wieder in die Abstiegszone abrutschen, sie tat dem Kapitän der Westfalen auch körperlich weh: `Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt. So wie es gelaufen ist, wäre ich auch mit einem Unentschieden nicht zufrieden gewesen.´ Die Chance für die Bochumer war da, erstmals in dieser Saison zwei Spiele hintereinander zu gewinnen, Luft zu holen im Kampf um den Klassenerhalt.

Bochum fehlt Glück und der letzte Siegeswillen

`Nicht mit Messer am Hals ins Spiel´

17. März 2007, 20:04 Uhr

Die Verärgerung war groß, die Wortwahl dementsprechend drastisch. `Wir sind nicht mit dem Messer am Hals ins Spiel gegangen´, fauchte Tomasz Zdebel und seine Augen funkelten böse. Die 1:3 (0:2)-Niederlage des VfL Bochum beim VfL Wolfsburg ließ die Gäste nicht nur wieder in die Abstiegszone abrutschen, sie tat dem Kapitän der Westfalen auch körperlich weh: `Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt. So wie es gelaufen ist, wäre ich auch mit einem Unentschieden nicht zufrieden gewesen.´ Die Chance für die Bochumer war da, erstmals in dieser Saison zwei Spiele hintereinander zu gewinnen, Luft zu holen im Kampf um den Klassenerhalt.

Doch vor 15.743 Zuschauern gewann am Ende nicht die bessere, sondern die konsequentere Mannschaft. Ganze fünf Torchancen spielten die Niedersachsen heraus, drei davon wurden durch Isaac Boakye in der 21., Alexander Madlung in der 26. und Marcelinho in der 83. Minute in Treffer umgemünzt. Für Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler kam das Endergebnis einem kleinen Fußball-Wunder sehr nahe. `Ich staune, dass man mit so einem Spiel drei Punkte holen kann´, formulierte der Coach noch milder, als es seine Mimik ausdrückte.

In der Halbzeitpause ging `Auge´ nach eigenem Bekunden mit seinen Schützlingen ungeachtet einer 2:0-Führung weitaus schärfer ins Gericht: `Da habe ich sie zusammengestaucht.´ Sein Kollege Koller setzt nun in der kurzen zweiwöchigen Ligapause auf sanftere Methoden, um sein Team wieder aus der `Todeszone´ herauszuführen, ganz so negativ wie sein Spielführer sah der Schweizer die Bochumer Vorstellung in der Volkswagen-Arena nicht. `Es ist alles etwas unglücklich gelaufen, eigentlich haben wir ein gutes Spiel gezeigt. Wir haben einfach unsere Möglichkeiten nicht genutzt´, analysierte der 46-Jährige. Doch so ganz unrecht hatte Routinier Zdebel mit seiner Kritik nicht.

Beim Führungstreffer trabte Antar Yahia Torschütze Boakye nur halbherzig hinterher, beim 2:0 gewann Madlung ein Kopfballduell gleich gegen zwei Bochumer Abwehrspieler, stützte sich dabei aber nicht ganz regelkonform auf. Zdebel enttäuscht: `Wir hätten die Wolfsburger einfach mit in den Abstiegskampf hineinziehen müssen.´ Immerhin fünf Punkte sind die Niedersachsen nun von Abstiegsrang 16 entfernt, den nun wieder die Bochumer einnehmen. `Man muss eben auch mal solche Spiele gewinnen´, sagte Wolfsburgs Torhüter Simon Jentzsch, den es letztendlich nicht schmerzte, nach zwei Spielen ohne Gegentor wieder einen Treffer zu fangen. Bochums Torjäger Theofanis Gekas gelang in der 66. Minute zumindest das Ehrentor, gleichzeitig der 13. Saisontreffer des griechischen Nationalspielers.

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