Die mitgereiste Arminen-Fan-Schar zeigte sich textsicher. Abgezählte 37 Schlachtenbummler trällerten lustig das Wattenscheider Vereins-Lied, in dem unter anderem die Passage vorkommt:

WATTENSCHEID – ARM. BIELEFELD II 0:5

Rückschritt der Wehrlosen

tt
17. März 2007, 19:50 Uhr

Die mitgereiste Arminen-Fan-Schar zeigte sich textsicher. Abgezählte 37 Schlachtenbummler trällerten lustig das Wattenscheider Vereins-Lied, in dem unter anderem die Passage vorkommt: "Jede Woche neu, da gibt es tolle Spiele, hat man eins gesehen, kann man es verstehen: Wattenscheid 09 wird niemals untergehen." Vielleicht sollte der zuständige Barde diese Strophe überdenken und neu aufnehmen.

Nach dem 2:6 gegen Erkenschwick und dem 1:5 gegen Verl wurde der Ex-Bundesligist zum dritten Mal in der laufenden Serie böse aus dem Sattel geschossen. 0:5 hieß es nach demütigenden 90 Minuten. "Alle haben gesehen, was passiert ist", analysierte SG-Trainer Dirk Helmig, "wir waren in keiner Phase in der Lage, uns zu wehren. Die erste gelbe Karte haben wir nach 75 Minuten durch Mo Abdulai kassiert. Das ist insgesamt einfach zu wenig, im Abstiegskampf muss man sich anders präsentieren. Wir müssen uns erheblich steigern."

Da alle Feldspieler kolossal versagten, entwickelte sich das einseitige Duell zwischen elf motivierten Ostwestalen und SG-Torwart Senad Hecimovic, der drei Konter zunichte machte und ein Mal die Latte als Glücks-Paten begrüßen durfte. Sascha Höhle, einer der erfahreneren 09er: "Bei uns war jeder Einzelne seinem Gegenspieler unterlegen. Auch, wenn es sich nach so einem Resultat blöd anhört, nur Senad hatte bei uns Normalform. Nach so einem Auftritt muss man nichts schönreden."

Die Frage, warum die Niederlage, die Arminias Fans als "Klatsche für Watsche" feierten, so gravierend ausfallen musste, konnte auch Höhle nicht beantworten: "Wir hatten uns in der Kabine noch ein Mal viel vorgenommen, wollten das 0:2 umbiegen. Kurz nach Wiederanpfiff markierte Bielefeld das dritte Tor, da ist ein Spiel natürlich durch. Dass wir am Ende fünf Stück kassiert haben, ist schon ein ziemlicher Rückschritt."

Zum Schluss konnten Kushev & Co. noch froh sein, dass Arminia die eine oder andere Szene ungenutzt ließ. "Wir haben die Wattenscheider Abwehr mehrfach schlecht aussehen lassen und sie auseinandergenommen", freute sich Gäste-Trainer Detlev Dammeier. Daniel Scherning, der sein Konto auf 17 Saison-Tore schraubte, stellte fest: "Ich habe mit Peter Kushev in Paderborn noch zusammengespielt und dachte eigentlich, er würde direkt auf mich treffen. Wir hatten vorne schon sehr viele Freiräume, die wir natürlich genutzt haben."

Autor: tt

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