Wenn am kommenden Samstag (14 Uhr) Fortuna Düsseldorf und der WSV Borussia in der LTU-Arena aufeinandertreffen, ist Derby-Stimmung garantiert. Doch nicht nur für die Fans ist das Aufeinandertreffen im Aufstiegskampf etwas besonderes. Auch für Düsseldorfs Marcus Feinbier und Wuppertals Mike Rietpietsch, die jeweils schon für den anderen Club aufliefen. Was sie sich von dem anstehenden Match versprechen, berichten die Leitwölfe im RS Interview.

DÜSSELDORF/WSV: Routiniers im Doppel-Interview

"Rietes" Punkt-Forderung

16. März 2007, 11:53 Uhr

Wenn am kommenden Samstag (14 Uhr) Fortuna Düsseldorf und der WSV Borussia in der LTU-Arena aufeinandertreffen, ist Derby-Stimmung garantiert. Doch nicht nur für die Fans ist das Aufeinandertreffen im Aufstiegskampf etwas besonderes. Auch für Düsseldorfs Marcus Feinbier und Wuppertals Mike Rietpietsch, die jeweils schon für den anderen Club aufliefen. Was sie sich von dem anstehenden Match versprechen, berichten die Leitwölfe im RS Interview.

Marcus Feinbier, Mike Rietpietsch, ist man vor einem Derby angespannter als sonst?

Rietpietsch: Nein, eigentlich nicht, schließlich spielen wir nicht zum ersten Mal in Düsseldorf. Der einzige Unterschied zu anderen Partien ist, dass ein paar Zuschauer mehr kommen werden.
Feinbier: Es standen in den letzten Wochen für uns nur Knaller auf dem Programm. Vor dem Start-Match gegen Osnabrück war die Anspannung riesig, weil man nicht wusste, wo man steht. Aber inzwischen weiß jeder, unser Team ist eingespielt. Natürlich sind Partien gegen Wuppertal eine besondere Sache, weil ein Derby es in sich hat. In diesen Duellen ist immer eine gewisse Brisanz.

Was verbinden Sie mit Ihrem Ex-Club?

Rietpietsch: Ich hatte in der Saison 1997/98 ein sehr schönes Jahr, auch wenn es einige Turbulenzen gab. Der Verein war gerade aus dem Oberhaus abgestiegen und dümpelte auch in der Zweiten Liga unten herum. Am Ende hat es dann aber doch noch geklappt.
Feinbier: Eigentlich gar nichts mehr. Zum einen ist es einfach zu lange her, zum anderen habe ich mir in der einen Saison zwei Mal das Schlüsselbein gebrochen, kam deshalb wenig zum Einsatz. Aber ich kann mich noch daran erinnern, dass wir heiße Duelle gegen den VfL Bochum hatten und uns die Fans damals richtig nach vorne gepeitscht haben.

Haben Sie Kontakt zu gegnerischen Akteuren?

Rietpietsch: Mit Markus Anfang habe ich kürzlich noch in Duisburg zusammengespielt, auch Jens Langeneke kenne ich. Allerdings ist es nicht so, dass es einen ständigen telefonischen Kontakt gibt.
Feinbier: WSV-Coach Uwe Fuchs war unter Uwe Rapolder mein Co-Trainer beim LR Ahlen, daher kenne ich ihn sehr gut. Wir haben ein normales Verhältnis, unterhalten uns vor und nach den Begegnungen gegeneinander ein bisschen. Zudem habe ich mit Keeper Christian Maly zusammen in Wattenscheid gespielt, auch Michael Stuckmann und Mike Rietpietsch kennt man.

Worauf freuen Sie sich am meisten vor dem Match?

Rietpietsch: Ich war zwar schon mal als Gast bei einem Phil Collins-Konzert in der LTU-arena, aber habe noch nie in dem Stadion gespielt. Das ist schon eine Geschichte, auf die ich gespannt bin.
Feinbier: Ganz klar die Kulisse. Wenn ich mich an die Spiele gegen Osnabrück und Dresden zurückerinnere, bin ich immer noch begeistert. Es macht einfach eine Menge Spaß, vor 20.000 Leuten zu kicken, teilweise sogar vor noch mehr. Selbst gegen Dynamo, als wir lange 0:1 hinten lagen, haben unsere Fans gemerkt, dass wir nie aufgegeben haben, unser Kampf wurde honoriert. Deshalb wurde der Ausgleich auch gefeiert, als wären wir aufgestiegen.
Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Rietpietsch: Von der Qualität her hat Düsseldorf das Zeug dazu, oben anzugreifen und letztlich auch den Sprung zu schaffen. Sie haben im Umfeld ein großes Potenzial, mit Fortuna ist dieses Jahr auf jeden Fall zu rechnen.
Feinbier: Wuppertal ist eine starke Truppe. Fuchs hat von Rapolder eine Menge gelernt, er setzt vor allem auf Disziplin. Die Tabelle lügt nicht, WSV mischt zurecht ganz oben mit. Nach einer kleinen Durststrecke zuletzt hat sich das Team wieder gefangen. Wir müssen höllisch aufpassen, denn mit einem Dämpfer wäre man wahrscheinlich auf einmal Achter.

Fällt eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen?

Rietpietsch: Da wird noch gar nichts entschieden, auch in den nächsten fünf Wochen wird tabellenmäßig alles eng beieinander bleiben. Dennoch ist die Partie sehr wichtig für uns, keine Frage.
Feinbier: Auf keinen Fall. Es kann sein, dass sich zwei oder drei Spieltage vor Ende schon etwas abzeichnet, aber von einer Vorentscheidung kann man in naher Zukunft nicht annähernd reden.
Wie geht das Spiel aus?

Rietpietsch: Wenn ich jetzt sage, wir gewinnen 2:1, würden sich die Düsseldorfer das direkt in die Kabine hängen. Aber wir wollen natürlich etwas mitnehmen. Wir hatten zuletzt das Glück, den Spitzenreiter Osnabrück 3:1 zu schlagen, Fortuna hat drei Mal in Folge Unentschieden gespielt. Da werden wir bestimmt nicht dorthin fahren, um die Punkte abzugeben.
Feinbier: Ich bin mir sicher, dass die Begegnung einen positiven Ausgang für uns nimmt. Wir müssen die drei Punkte unbedingt in Düsseldorf behalten, mir ist auch ganz egal wie. Ob das Ergebnis am Ende 1:0 oder 3:1 heißt, ist völlig nebensächlich.

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