Am vergangenen Sonntag gab der Trainer des Bochumer Kreisligisten SV Blau Weiß Grümerbaum, Bruno Otto, überraschend bekannt, dass er die Blau-Weißen nach vier gemeinsamen Jahren zum Saisonende verlassen wird. RevierSport online sprach mit dem 56-jährigen Fußballlehrer und erfuhr dabei die Gründe für seinen Entschluss, vom Verhältnis zum Vorstand und zu den Spielern.

Kreisliga A Bochum: Bruno Otto (Trainer SV Blau Weiß Grümerbaum) im Interview

"Werden nicht im Streit auseinander gehen"

Desirée Kraczyk
15. März 2007, 11:51 Uhr

Am vergangenen Sonntag gab der Trainer des Bochumer Kreisligisten SV Blau Weiß Grümerbaum, Bruno Otto, überraschend bekannt, dass er die Blau-Weißen nach vier gemeinsamen Jahren zum Saisonende verlassen wird. RevierSport online sprach mit dem 56-jährigen Fußballlehrer und erfuhr dabei die Gründe für seinen Entschluss, vom Verhältnis zum Vorstand und zu den Spielern.

RevierSport online: Hallo Herr Otto, nach der 2:5-Niederlage gegen den Spitzenreiter SC Post Altenbochum haben Sie überraschend bekannt gegeben, dass Sie Grümerbaum zum Saisonende verlassen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Bruno Otto:Das ist so nicht ganz korrekt. Ich habe schon vor der Niederlage meinen Entschluss bekannt gegeben, die Mannschaft hat es dann aber erst nach dem Spiel erfahren. Ich bin bereits im Vorfeld der Wintervorbereitung im Bezug auf eine Vertragsverhandlung an den Vorstand herangetreten. Da ich keine eindeutige Antwort bekommen habe, entstand für mich der Eindruck, dass sie sich noch nicht entscheiden konnten. Ich wollte aber Planungssicherheit und entschied ich mich dazu, den Verein am Ende der Saison zu verlassen.

RevierSport online: Sie haben die Mannschaft immerhin vier Jahre trainiert, für das heutige Trainergeschäft eine relativ lange Zeit. Fällt der Abschied nicht schwer?

Bruno Otto: Ja, allerdings. Der Abschied von der Mannschaft fällt mir sehr schwer. Ich habe das Team schließlich aufgebaut. Als ich kam, gab es nur drei Spieler. Ich habe dann einzelne Akteure geholt und in die Mannschaft integriert. Da ist es selbstverständlich, dass mein Herz an den Jungs hängt. Auch das Team ist traurig über diese Situation.

RevierSport online: Dass die Mannschaft nicht glücklich mit der Situation ist, haben Sie schon angedeutet. Wie sieht es mit dem Vorstand aus? Hat man nicht versucht Sie zum Weitermachen zu überreden?

Bruno Otto: Der Vorstand hat nicht versucht mich zu überzeugen. Ich hatte den Eindruck, dass sie nach vier Jahren einen anderen Weg gehen wollten. Das Verhältnis ist aber nach wie vor okay. Wir werden nicht im Streit auseinander gehen. Ich hatte der Mannschaft auch schon vor längerem angedeutet, dass nicht mehr mit mir geplant wird, somit waren die Jungs auch schon vorbereitet.

RevierSport online:Wenn Sie ein Resümee ziehen. Was waren besonders positive Erlebnisse, was war nichts so schön?

Bruno Otto: Besonders schöne Momente waren, dass immer wieder Spieler aus der Jugend, aus den eigenen Reihen integriert wurden. Ich konnte den Jungs viel beibringen, denn die meisten kommen aus der untersten Kreisjugendliga. Außer Talent haben sie nicht viel vorzuweisen. Der Aufstieg in die Senioren-Mannschaft war schon ein großer Sprung. Manche haben danach in der Verbandsliga gespielt, zum Beispiel bei Vorwärts Kornharpen. Dieser Erfolg macht mich natürlich stolz. Sportlich gesehen kommt man aber so nicht weiter. Wir kamen nie über den sechsten oder achten Tabellenplatz hinaus. Das Potenzial ist vorhanden. Allerdings hätten wir neben den jungen Spielern auch drei Erfahrene gebraucht. Das Geld wurde aber nicht ausgegeben. Somit fehlte natürlich der Erfolg. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich nicht mehr weitermache.

RevierSport online: Es scheint, dass Sie immer ein überaus positives Verhältnis zu den Spielern hatten...

Bruno Otto: Ja, das stimmt. Ich habe schon einige Trainerstationen hinter mir, unter anderem SW Eppendorf, TuS Querenburg, SuS Merklinde und SpVgg. Gerthe. Von daher kenne auch auch sehr viele Spieler, auf die ich auch zurückgreifen kann. Zu vielen habe ich auch noch regelmäßigen Kontakt.

RevierSport online: Wie sieht Ihre Zukunftsplanung aus?

Bruno Otto: Zunächst möchte ich die Saison noch bei Grümerbaum ordentlich beenden. Ob es dazu kommt, weiß ich allerdings nicht. Es kommt ja durchaus vor, dass der Vorstand nach der Bekanntgabe auch schon eher die Zusammenarbeit beendet. Ansonsten möchte ich wieder eine Seniorenmannschaft trainieren, ein Team mit Ambitionen nach oben und das aufsteigen möchte.

Autor: Desirée Kraczyk

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