Die Deutsche Fußball Liga (DFL) tummelt sich künftig auf dem Fußball-Wachstumsmarkt USA und geht eine strategische Partnerschaft mit der Profiliga MLS ein: `Soccer verzeichnet gerade bei einer jüngeren, kaufkräftigen Zielgruppe hohe Wachstumsraten. Wir bauen heute mit dieser Kooperation das Fundament für die Marktchancen von morgen´, erklärte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, zum Abschluss einer Kooperation mit der Major League Soccer, in der ab der kommenden Saison im ehemaligen englischen Nationalmannschaftskapitän David Beckham (noch Real Madrid) bei Los Angeles Galaxy ein Weltstar spielen wird.

DFL geht Partnerschaft mit US-Profiliga ein

"Bauen das Fundament von morgen"

14. März 2007, 12:54 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) tummelt sich künftig auf dem Fußball-Wachstumsmarkt USA und geht eine strategische Partnerschaft mit der Profiliga MLS ein: `Soccer verzeichnet gerade bei einer jüngeren, kaufkräftigen Zielgruppe hohe Wachstumsraten. Wir bauen heute mit dieser Kooperation das Fundament für die Marktchancen von morgen´, erklärte Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung, zum Abschluss einer Kooperation mit der Major League Soccer, in der ab der kommenden Saison im ehemaligen englischen Nationalmannschaftskapitän David Beckham (noch Real Madrid) bei Los Angeles Galaxy ein Weltstar spielen wird.

Die Kooperation beinhaltet einen regelmäßigen Know-how-Transfer in allen wichtigen Bereichen, darunter TV-Produktion, Rechte- und Lizenzvertrieb, Marketing und Marken-Kommunikation, Organisation und Finanzen, Ausbildung von Nachwuchsspielern sowie Stadionbau. Dazu gehört beispielsweise das Ausleihen von TV-Regisseuren, um Bilder von MLS-Spielen dem europäischen Standard anzupassen. Gleichzeitig soll die Marke Bundesliga international noch besser positioniert werden. Die DFL verspricht sich ebenfalls Anregungen unter anderem im Bereich Event-Organisation und Markenführung. Darüber hinaus sollen möglicherweise Freundschaftsspiele zwischen Bundesliga- und MLS-Teams vereinbart werden. Der Ligapokal wird laut DFL allerdings von den Plänen nicht tangiert; er soll bestehen bleiben.

Der Kontakt zur MLS kam offenbar über Deutschlands Fußball-Lichtgestalt Franz Beckenbauer, in den 70er Jahren einer der Stars bei Cosmos New York, zustande. `Franz ist derjenige, der uns zusammengebracht hat´, erklärte MLS-Vize-Commissioner Ivan Gazidis, der auf die Verbindung des deutschen Fußball-´Kaisers´ mit Dietrich Mateschitz, dem österreichischen Eigner von Red Bull New York, verwies. Beckenbauer, WM-OK-Präsident von 2006, berät Mateschitz seit geraumer Zeit. Eine von der DFL in Auftrag gegebene Marktanalyse unterstreicht das wachsende Interesse am Fußball in den USA: 50 Millionen US-Amerikaner (22,6 Prozent der Gesamtbevölkerung) interessieren sich für Fußball.

Der Fußball-Boom in den USA ist jedenfalls ungebrochen, dazu soll auch die zweite WM in der neuen Welt nach 1994 ihren Beitrag leisten. Die Vereinigten Staaten wollen sich um die Ausrichtung der WM 2018 bewerben, haben allerdings auch Chancen, bereits 2014 Weltmeisterschafts-Gastgeber zu sein, sollten die bisherigen südamerikanischen Bewerber Brasilien und Kolumbien die Anforderungen des Weltverbandes FIFA nicht erfüllen. FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte entsprechende Andeutungen bereits gemacht. Im Land des `Soccer´ spielten zudem schon viele deutsche Asse, angefangen von Beckenbauer über Gerd Müller bei den Fort Lauderdale Strikers und Lothar Matthäus bei New York/New Jersey MetroStars. Der Fußball in den USA soll der DFL außerdem helfen, die Einnahmen aus der Vermarktung der Auslandsrechte deutlich zu erhöhen.

Derzeit liegen diese bei 20 Millionen Euro pro Saison, eine Verdreifachung wird angepeilt. Im Dezember 2005 hatte die DFL die Auslandsrechte nicht erneut an eine Vermarktungsagentur gegeben, sondern an die bwin Interactive Entertainment AG, die in Zusammenarbeit mit The Sportsman Media Group GmbH seither das internationale Geschäft betreibt. Seit Saisonbeginn konnten die Einnahmen um rund 25 Prozent gesteigert und ein territorialer Reichweitenzuwachs von 15 Prozent erzielt werden. Zentrales Element für den internationalen Markenaufbau der Bundesliga ist die TV-Präsenz im Ausland.

Ein wesentlicher Bestandteil dabei ist das von der DFL selbst produzierte TV-Magazin `Goal!´, das mittlerweile in rund 70 Ländern ausgestrahlt wird. `Unsere Strategie ist es, auf diese Weise das Thema Markenbildung auch international zunehmend selbst zu bestimmen. Die riesige Resonanz aus der ganzen Welt ist für uns Bestätigung und Ansporn, die Marke Bundesliga in den von uns definierten Kernmärkten weiter zu positionieren´, sagt Tom Bender, DFL-Geschäftsführer Marketing und Kommunikation.

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