Verbandsliga 1: 4. Spieltag, Vorschau & Expertentipp

Stadtlohn will auch Davensberg ärgern

Felix Guth
31. August 2006, 16:57 Uhr

Die Gewitterwolken über Rhynern und Lünen werden immer dunkler. Nach drei Spieltagen hinken die beiden Aufstiegskandidaten den Erwartungen hinterher. Vor allem die Art und Weise des bisherigen Auftretens gibt dabei zu denken. So erhalten die kommenden Partien für die Westfalia (gegen den SC Paderborn 07 II) und den LSV (in Brakel) fast schon schicksalhaften Charakter. Für positive Schlagzeilen sorgen unterdessen andere: Zum Beispiel der SuS Stadtlohn, der sein schwieriges Auftaktprogramm bislang glänzend meisterte und in Davensberg die guten Eindrücke fortsetzen will.

Der SuS holte aus den Partien gegen Schermbeck, Emsdetten und Fichte Bielefeld vier Punkte. „Bei den Gegnern ist das eine ordentliche Bilanz“, sagt Trainer Rob Reekers. Der ehemalige Bundesliga-Profi des VfL Bochum übernahm zu Saisonbeginn den Posten als Chefcoach bei den Mannen aus Ostwestfalen. Mit einer jungen Truppe will der Coach Stadtlohn aus dem Mittelmaß herausführen. „Wir machen in jedem Spiel Fortschritte“, meint Reekers, den vor der Partie in Davensberg allerdings noch einige Personalsorgen plagen.

Die Davaren stützten zuletzt den Lüner SV mit einem 5:0-Erfolg im Stadion Schwansbell in die Krise. LSV-Spielertrainer Lars Bördeling war um eine Reaktion bemüht, wartet doch am Sonntag das Kellerduell bei Schlusslicht SV Enger-Westerenger. „Jeder hat gemerkt, was wir für einen Mist gespielt haben. Jetzt müssen wir wieder an uns glauben, dann läuft es auch wieder“, beschreibt Bördeling die Stimmungslage nach dem Davensberg-Desaster. Im Freundschaftsspiel gegen den VfB Hüls (1:1) testete er einige taktische Varianten, agierte unter anderem selbst im Mittelfeld und stellte den 19-jährigen Dennis Köse auf die Libero-Position. Mit starken Auftritten betrieben auch Torwart Adrian Goly und Angreifer Osman Kulac Eigenwerbung.

Knüppeldick kam es auch für Westfalia Rhynern beim 0:3 in Brakel. Noch vor dem Spiel hatte Spielertrainer Uwe Grauer die Bewertung des Saisonstarts von der Art und Weise des Auftretens beim Aufsteiger abhängig gemacht. Was seine Mannschaft ihm bot, kann Grauer kaum gefallen haben. In Rhynern passt noch nicht viel zusammen, das kann auch die Bundesliga-Erfahrung des Trainers bisher nicht beheben. Mit der Paderborner Reserve wartet zudem ein echtes Überflieger-Team auf die Hammer. Die unter Profi-Bedingungen ausgebildete U 23 des Zweitligisten spielte bislang wie entfesselt auf und traf bereits 15 Mal ins Schwarze. Bei einer weiteren Pleite könnte sich Rhynern fürs Erste von seinen Aufstiegsambitionen verabschieden.

Auf den weiteren Plätzen ist ebenfalls für Spannung gesorgt. Fichte Bielefeld will seine Siegesserie bereits am Samstag gegen Erlinghausen fortsetzen, doch auch der zweite Oberliga-Absteiger SV hat mit zwei Siegen trotz großer Personalsorgen schon in die Spur gefunden. Der SVS empfängt am Sonntag Liga-Neuling TuS Hiltrup. Außerdem treffen die ebenfalls noch unbesiegten SuS Neuenkirchen und SC Wiedenbrück aufeinander.

Den 4. Spieltag der Verbandsliga 1 tippt Rob Reekers (Trainer SuS Stadtlohn)

Autor: Felix Guth

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