Traditions-Verein Wattenscheid 09 steht in der Oberliga Westfalen trotz des verzeichneten Aufwärts-Trends noch auf einem Abstiegsplatz. Trotzdem ist Peter Kushev, Ex-Kapitän und nach wie vor Leitwolf, Spitzenreiter. Wie geht das denn?
Dirk Helmig, Trainer der 09er, schlüsselt auf:

WATTENSCHEID: Motivations-Tricks im Abstiegskampf

Kushev ist Spitzenreiter

11. März 2007, 13:42 Uhr

Traditions-Verein Wattenscheid 09 steht in der Oberliga Westfalen trotz des verzeichneten Aufwärts-Trends noch auf einem Abstiegsplatz. Trotzdem ist Peter Kushev, Ex-Kapitän und nach wie vor Leitwolf, Spitzenreiter. Wie geht das denn?
Dirk Helmig, Trainer der 09er, schlüsselt auf: "Wir haben eine eigene Trainings-Tabelle in der Kabine. Darauf ist jeder Spieler vermerkt, er bekommt Punkte und Tore notiert, die sich aus den Trainings-Spielen errechnen. Und da liegt Peter Kushev momentan auf Platz eins."

Allerdings ist das Tableau für "Putsche" nicht neu. "Ich habe das schon in der A-Jugend so gemacht, es kam bei den Jungs gut an. Man kann anhand des Standes schon einiges ablesen und zum Beispiel erkennen, wer sich positiv entwickelt. Insgesamt trägt das Ganze zur guten Stimmung bei. Der Sieger bekommt am Ende der Saison einen Pokal." Dass ausgerechnet Kushev momentan die Gruppe anführt, dürfte den einen oder anderen, der vielleicht nach dem Aberkennen des Kapitäns-Amtes mit einem Leistungs-Knick gerechnet hatte, überraschen. Helmig: "Ohne die Spielführer-Binde ist bei Peter auch etwas der Druck weg, er kann sich wieder mehr auf sein Spiel konzentrieren. Dass es für uns ein ganz wichtiger Mann ist, wurde schon mehrfach gesagt. Er ist bei mir eindeutig gesetzt."

Der Ex-Erfurter soll heute in Erkenschwick auch dazu beitragen, dass die Waterloo-Erfahrung aus der Hinrunde (2:6) glattgebügelt wird. "Ich habe das Spiel nicht gesehen", sagt der neue Linien-Chef, "aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Jungs etwas gutmachen wollen. Erkenschwick ist für uns tabellarisch nicht ganz so weit weg, wir wollen versuchen, sie weiter mit runterzunehmen."

Nach dem 2:1 in Hamm, dem ersten Auswärts-Dreier der laufenden Spielzeit, hat Helmig eine "positive Lockerheit" im Training festgestellt: "Trotzdem sind alle konzentriert, keiner lässt nach." Die Marschroute für den Nachmittag in der einstigen Bergbau-Hochburg: "Wir müssen am Stimberg von der ersten Minute an dagegenhalten. Ich habe Erkenschwick beim 1:2 in Schalke gesehen und muss sagen, dass sie einen Punkt verdient gehabt hätten. Das ist eine Truppe, die bis zur letzten Minute alles versucht. Im Pokal haben sie gegen Regionalligist Ahlen auch sehr gut ausgesehen und nur unglücklich 1:2 verloren."

Unter der Woche gab es bei der SGW immer wieder Leute, die aus dem Trainings-Programm herausgenommen werden mussten. Peter Kushev beißt trotz Zehenverletzung auf die Zähne, Sascha Höhle gibt "grünes Licht" nach seinen Wadenproblemen, dafür liegt Timo Erdmann mit Grippe flach. Hubertus Thiers sowie Cenk Alakazli zählen zu den länger verletzten Kandidaten, Christian Luvuezo musste wegen Adduktoren-Problemen die Übungen abbrechen. Alex Karachristos ging wegen Knöchel-Schmerzen vorzeitig in die Kabine. Dafür macht die Entwicklung von Mo Abdulai Mut. Helmig: "Er hat in den vergangenen 14 Tagen wieder einen großen Schritt gemacht. Irgendwann ist er reif, um von Anfang an zu spielen." Die Frage: Reicht es für die komplette Distanz? Der Coach: "Ja, Mo ist clever genug, sich die Kraft einzuteilen. Er wird für uns auf jeden Fall noch ganz wertvoll."

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