Topspiel verpatzt! Spitzenreiter TUSEM Essen hat im Knaller gegen den Bergischen HC eine 22:26 (10:13)-Pleite hinnehmen müssen. Vor 3.000 Zuschauern (Saisonrekord) erwischten die Hausherren einen absoluten Fehlstart. Nach fünf Minuten lag die Truppe von Ion Bondar bereits mit 0:5 hinten, ehe sie selbst den ersten Treffer erzielen konnte.

TUSEM ESSEN – BERGISCHER HC 22:26

"Wir hatten die Hosen voll"

10. März 2007, 21:46 Uhr

Topspiel verpatzt! Spitzenreiter TUSEM Essen hat im Knaller gegen den Bergischen HC eine 22:26 (10:13)-Pleite hinnehmen müssen. Vor 3.000 Zuschauern (Saisonrekord) erwischten die Hausherren einen absoluten Fehlstart. Nach fünf Minuten lag die Truppe von Ion Bondar bereits mit 0:5 hinten, ehe sie selbst den ersten Treffer erzielen konnte.

Das Erfolgsrezept des BHC wurde von Anfang an deutlich, die Gäste wollten durch ihre rustikale Spielweise dem Tabelleführer den Schneid abkaufen. Mathias Fuchs, Akteur von den Bergischen, gab zu: "Es war uns von Vornherein klar, dass wir in Essen nur bestehen können, wenn wir von der ersten bis zur letzten Minute aggressiv zu Werke gehen." Sein Zusatz: "Gerade vor dem Rückraum des TUSEM hatten wir großen Respekt, doch durch unsere gute Deckung ist es uns gelungen, diesen auszuschalten."

Sodass man nur zwischenzeitliche Strohfeuer der Hausherren wahrnehmen konnte. Das erste bekam man nach 17 Zeigerumdrehungen zu sehen, als man zum 7:7 ausgleichen konnte. Der Ausgleich wehrte nur kurze Zeit, der TUSEM verlor erneut den Faden und die Mannschaft von Coach Holger Gregorz spielte abgeklärt ihren Stiefel runter. "Ich bin überglücklich, dass wir die beiden Punkte einheimsen konnten. Meine Jungs haben wirklich eine super Leistung gezeigt. Wir konnten auch spielerisch überzeugen."

Im Gegensatz zu den Essenern, die vor allem im zweiten Durchgang nur noch mit Einzelaktionen operierten, die allerdings größtenteils an der starken BHC-Abwehr verpufften. Das Problem des Liga-Primus wurde deutlich: In der Hinrunde wurde es versäumt, den Akteuren aus der zweiten Reihe Einsatzzeit und damit verbundene Sicherheit zu geben. Stattdessen ließ Trainer Bondar selbst bei hohen Führungen die erste Garde auf dem Feld. Bestes Beispiel hierfür ist die Position des Kreisläufers. Durch den Ausfall von Mark Dragunski, der sowohl als Spieler, aber vor allem auch als Führungspersönklichkeit an allen Ecken und Enden fehlt, muss derzeit Sebastian Reiners ran, der alles andere als abgeklärt agiert. Die Folge, er muss zurück auf die Bank.

Deshalb erntete das Team auch harsche Kritik des Linienchefs Bondar: "Wir haben komplett versagt", war er stinksauer, "in solchen Spielen brauche ich Männer auf dem Platz. Wir hatten die Hosen voll." Dabei konnte man unter der Woche beim Sieg über Bietigheim noch glänzen. Bondars Erklärung: "Man muss sich für jedes Match konzentriert vorbereiten. Solche Partien entscheiden sich meistens im Kopf."

Zwar hatte man auf TUSEM-Seite kurz nach der Pause noch einmal Hoffnung, als Ben Schütte durch zwei Treffer auf 12:13 verkürzen konnte, doch im weiteren Verlauf der Begegnung lag der BHC durchgehend mit drei oder vier Toren in Führung. "Meine Spieler sind nun gefordert, die Schonfrist ist vorbei. Ich erwarte nun von jedem, dass er sich an die eigene Nase fasst, sonst wird es mit dem Aufstieg in die Erste Bundesliga nicht klappen", zog Bondar ein klares Fazit. Der Bergische HC hat sich hingegen im Kampf um die Meisterschaft in der Zweiten Bundesliga Süd zurückgemeldet, der Rückstand auf die Essener konnte auf zwei Punkte verkürzt werden.

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