Der letzte Spieltag hätte für Aufsteiger RSV Praest nicht besser laufen können: Sowohl Spitzenreiter TuS Borth als auch der zweitplatzierte BW Dingden ließen am vergangenen Wochenende Federn. Beide Vereine verloren ihr Heimspiel jeweils mit 1:2.

Bezirksliga 7 Niederrhein: 20. Spieltag, Expertentipp von Steffen Nüßmann (Torwart RSV Praest)

"Welcher Keeper spinnt nicht?"

Heiko Gaeb
09. März 2007, 17:11 Uhr

Der letzte Spieltag hätte für Aufsteiger RSV Praest nicht besser laufen können: Sowohl Spitzenreiter TuS Borth als auch der zweitplatzierte BW Dingden ließen am vergangenen Wochenende Federn. Beide Vereine verloren ihr Heimspiel jeweils mit 1:2. "Das hat uns alle überrascht", gibt Steffen Nüßmann, der Mann zwischen den Pfosten beim RSV Praest, zu.

Die eigene "Pflichtaufgabe", ein Sieg gegen Schlusslicht Veert, wurde erfolgreich gemeistert. Nun steht wieder ein Trio ganz oben. Am Anfang der Saison sicher noch überraschend, inzwischen schon zur Gewohnheit geworden: Praest, aus der Kreisliga B in die Bezirksliga durchmarschiert, steht auf Rang drei.

Vom Aufstieg ist dennoch nicht die Rede, aber: "Vom Abstieg redet hier natürlich schon länger keiner mehr. Dafür läuft es viel zu rund", erklärt der 27-jährige Schlussman, der seit zwei Jahren das Tor der Praester hütet. Die höheren Ligen kennt er gut, denn Nüßmann verhinderte auch schon Gegentreffer beim SV Vrasselt und weist sogar schon Landesliga-Erfahrung auf.

Der Bürokaufmann erklärt: "Ganz ehrlich gesagt war das Niveau in der Spielklasse vor einigen Jahren noch höher, aber das ändert nichts an unserer bisherigen tollen Saisonleistung." Denn immerhin besteht das Gerüst des Dorfvereins hauptsächlich aus Kickern, die schon zwei Spielklassen tiefer die Schuhe für den Club schnürten. "Die mannschaftliche Geschlossenheit ist jedenfalls unsere Stärke", sagt der Keeper selbstbewusst, "daran sieht man, dass gute Einzelakteure noch keine Einheit bilden müssen." Damit spielt der Familienvater ganz klar auf den Ligakonkurrenten VfR Warbeyen an. "Technisch auf jeden Fall ein Top-Team, aber von denen bin ich bisher enttäuscht", sagt Nüßmann.

Diesen Sonntag tritt der aktuelle Zehnte der Tabelle beim Schlusslicht SV Veert an. "Das gewinnen sie aber locker, Warbeyen siegt mit 3:0", prognostiziert der Torwart.

Vynen-Marienbaum, trotz ansteigender Formkurve, immer noch in der unteren Tabellenregion vorzufinden, trifft beim elftplatzierten Rheingold Emmerich an. "Die Punkte gehen nach Xanten. Vynen ist eine starke Mannschaft, das haben wir selbst erfahren", begründet der 27-Jährige seinen Tipp.

Der nächste Club aus der Domstadt, der TUS Xanten, erwartet auf heimischer Platzanlage Spitzenreiter TUS Borth. "da hoffe ich auf ein Remis und das liegt auch im Bereich des Möglichen", erklärt Nüßmann.

BW Dingden reist zum Abstiegskandidaten SV Sevelen. "Da wird Dingden wohl die drei Punkte mitnehmen", sagt der Praester Schlussmann.

Für seinen eigenen Club steht die Begegnung beim Tabellensiebten Spvgg. Kessel an. "Ich hoffe, dass wir gewinnen", erklärt der Ex-Vrasselt-Akteur und fügt augenzwinkernd an: "Wichtig ist auch, dass wir zu null spielen." Bisher klingelte es erst 17 mal im Kasten von Nüßmann, nach Dingden der zweitbeste Wert. So attestiert auch Roland Kock seinem Torhüter: "Er spielt eine ganz starke Saison und hat somit auch gehörigen Anteil an unserem guten Abschneiden."

Personell gesehen steht einem erfolgreichen Abschneiden des Aufsteigers nichts im Wege: Bis auf Jean-Paul Heiymen, der aus studientechnischen Gründen am Sonntag nicht mitspielen kann, ist der Kader komplett. Und auch die Fans werden wieder vor Ort sein. "Auswärts kommen immer 100 Leute mit. Zu Hause sind es sogar bis zu 600 bei Derbys", erzählt der Praester stolz. Und das in einer Gemeinde mit knapp über 2000 Einwohnern. Da gewinnt das "Hurra, hurra das ganze Dorf ist da!" eine Bedeutung, die absolut positiv zu sehen ist.

SV Vrasselt, der Ex-Club des Torhüters, erwartet Fortuna Elten. "Die haben noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel haben meine alten Mannschaftskameraden nämlich mit 1:6 verloren. Dieses mal gewinnen sie", glaubt Nüßmann zu wissen, der ansonsten dem MSV Duisburg die Daumen drückt. "Hoffentlich steigen sie wieder auf, damit ich samstags wieder zu den Spielen kann", gibt der 27-Jährige an. Auf die Frage, ob Georg Koch sein Torwart-Idol sei, antwortet er: "Er ist ganz sicher ein super Torwart, an dem ich mich orientiere, aber manchmal spinnt
er auch ein wenig." Und fügt grinsend an: "Aber welcher Keeper tut das nicht?"

Den 20. Spieltag tippt Steffen Nüßmann (Torwart RSV Praest):

Autor: Heiko Gaeb

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