Jetzt ist endgültig in Herne das Chaos ausgebrochen. Nach der Lizenz-Lüge und dem damit verbundenen Theater hat sich der Vorstand dazu entschlossen, sich nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Auf der Jahres-Hauptversammlung, die am 13. April, um 19.30 Uhr über die Bühne geht, wird also ein neues Kapitel Vereinsgeschichte geschrieben.

HERNE: "Junge Wilde" stehen in den Startlöchern

Vorstand stellt sich nicht zur Wiederwahl

09. März 2007, 09:07 Uhr

Jetzt ist endgültig in Herne das Chaos ausgebrochen. Nach der Lizenz-Lüge und dem damit verbundenen Theater hat sich der Vorstand dazu entschlossen, sich nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Auf der Jahres-Hauptversammlung, die am 13. April, um 19.30 Uhr über die Bühne geht, wird also ein neues Kapitel Vereinsgeschichte geschrieben.

Neben der Neuformierung des Vorstandes, wird auch der Verwaltungs- und Ehrenrat neu gewählt. "Wir werden jetzt einen Schnitt machen und von vorne anfangen", geht Verwaltungsratsmitglied Jörg Thauern davon aus, dass die vakanten Positionen schnellstens besetzt werden.
Ein heißer Kandidat für den Vorsitz ist Ingo Paeske. Der Zahnarzt, der mit der Haranni-Clinic auch gleichzeitig Sponsor des SCW ist, kennt die Strukturen und bringt auch die nötigen Voraussetzungen mit. "Ingo wäre sicherlich ein Modell, aber vorher müssen wir uns konsolidieren", will Thauern keine Spekulationen aufkommen lassen, sondern in Ruhe die Gespräche mit potenziellen Kandidaten suchen. Paeske selbst bedauert die gesamte Entwicklung:

"Es ist traurig, gerade jetzt, wo der Verein Erfolg hat, muss man sich mit solchen Geschichten den Ruf wieder zerstören lassen." Auf die Frage, ob er sich zur Verfügung stellen würde, antwortet Paeske: "Wie und in welcher Form ich helfen kann, ist noch in der Schwebe. Ich möchte erst einmal mit meiner Familie sprechen und mir Gedanken über die Tragweite einer solchen Entscheidung machen." Eine Absage hört sich anders an. Paeske erklärt: "Für die Stadt und auch mich persönlich ist es wichtig, dass Herne auch weiterhin ein Aushängeschild hat. Das kann aber nicht nur eine Person schaffen, dafür braucht man ein Team."

Und das könnte durch Bernd Faust weiter ausgebaut werden. Derzeit ebenfalls Mitglied im Verwaltungsrat, könnte Faust als Schatzmeister installiert werden: "Es ist nötig, mehr Transparenz in die Angelegenheiten zu bringen", würde Faust als erstes die Außendarstellung ändern: "Man muss den Fans zu verstehen geben, warum einige Sachen nicht so schnell gehen. Die Kommunikation stimmt bislang überhaupt nicht. Ich bedauere es, dass es soweit gekommen ist, aber es hätte durch Offenheit leicht vermieden werden können."

Denn Trainer, Mannschaft, Sponsoren und Anhänger erst heiß auf die Regionalliga zu machen, um die Träume dann wieder platzen zu lassen, ist in Fausts Augen der falsche Weg. "Lizenz und Fristverlängerung sind zwei verschiedene Dinge. Das ist der Punkt, den viele nicht verstehen. Dieses Wortspiel wurde den Leuten übel genommen." Faust legt nach: "Es ist viel Porzellan zerbrochen worden. Jetzt müssen wir zusehen, wie wir das kleben. Doch ob die Bruchstellen nachher auch dicht sind, muss man abwarten."

Eine Vorgabe, die auch Thauern gerne erfüllen würde: "Wir müssen jetzt in aller Ruhe eine Mannschaft hinter der Mannschaft zusammenstellen." Doch bevor sich neue Kräfte finden, müssen erst noch etliche Fragen geklärt werden. Thauern: "Wie sieht denn die wirtschaftliche Situation überhaupt aus? Denn der Patriarch hat da immer schön den Deckel drauf gehalten. Es gibt derzeit mehr Spekulationen als alles andere."

Wer nun genau die Nachfolger sein werden, bleibt noch abzuwarten, denn noch ist die Entscheidung der Alten zu frisch. Eine Überraschung ist dieser Schritt allerdings nicht. "Es ist eher die logische Konsequenz aus der Tatsache heraus, dass groß proklamiert wurde, die Unterlagen einzureichen und dann nicht dazu zu stehen", spricht Thauern Klartext. "So kann man mit niemandem umgehen." Doch schmutzige Wäsche will man am Schloss Strünkede nicht waschen.

Im Gegenteil: Die "jungen Wilden" sind bemüht, schnellstens wieder Ruhe einkehren zu lassen. "Niemand hat das Interesse, den Vorstand mit Schimpf und Schande vom Hof zu jagen. Es geht schließlich nicht um Personen, sondern um den Verein", erklärt Thauern. "Wir dürfen den Club nicht abschmieren lassen, sondern müssen anpacken, um eine Zukunft zu schaffen. Und da stehen erst einmal die Gespräche mit unserem Trainer Frank Schulz und dem Team an."

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