Im Anschluss an die erste Niederlage nach über einem Jahr und insgesamt 15 Spielen kannte Birgit Prinz kein Pardon. `Wir haben fast alles falsch gemacht. Uns hat alles, was man beim Fußball braucht, gefehlt. Wir waren nicht richtig auf dem Platz und immer zu langsam. Keiner hat dem anderen geholfen, es gab kein Miteinander´, erklärte die frustrierte Rekord-Nationalspielerin nach dem 1:2 (1:1) der Welt- und Europameisterinnen zum Auftakt des Algarve-Cups in Portugal gegen Vize-Europameister Norwegen.

Nach der 1:2-Niederlage gegen Norwegen

"Fast alles falsch gemacht"

08. März 2007, 12:17 Uhr

Im Anschluss an die erste Niederlage nach über einem Jahr und insgesamt 15 Spielen kannte Birgit Prinz kein Pardon. `Wir haben fast alles falsch gemacht. Uns hat alles, was man beim Fußball braucht, gefehlt. Wir waren nicht richtig auf dem Platz und immer zu langsam. Keiner hat dem anderen geholfen, es gab kein Miteinander´, erklärte die frustrierte Rekord-Nationalspielerin nach dem 1:2 (1:1) der Welt- und Europameisterinnen zum Auftakt des Algarve-Cups in Portugal gegen Vize-Europameister Norwegen.

Doch nicht nur Prinz zerriss die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die nach der schwachen Vorstellung im ersten Gruppenspiel die Titelverteidigung schon fast abhaken kann und nach drei torlosen Partien beim Vier-Nationen-Turnier im Januar in China weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2007 wartet, in der Luft.

Auch bei Trainerin Silvia Neid schrillten ein halbes Jahr vor WM-Beginn im Reich der Mitte (10. bis 30. September) die Alaramglocken. "Es liegt jede Menge Arbeit vor uns. Norwegen hat unsere Schwächen, die nicht neu sind, offenbart", sagte die 42-Jährige. Die Trainerin, die das Gefühl der Niederlage zuletzt am 1. März 2006 (0:1 gegen China) erlebte, ließ kein gutes Haar an ihrem Team. `Im Zweikampf waren wir nicht bissig, in der Abwehr nicht souverän. Das Aufbauspiel war ungenau, wir hatten riesige Lücken und keine Durchschlagskraft. Dazu hatten wir mit dem hohen Tempo, das in der Bundesliga nicht gefordert ist, große Probleme´, meinte Neid, die diese Defizite schon lange erkannt hat: `Das war auch in den letzten Spielen so, doch die Gegner konnten das nicht aufdecken. Aber jetzt haben wir gegen Norwegen gespielt und nicht gegen Hawaii.´

Immerhin konnte Neid der Pleite vor 300 Zuschauern in Faro auch etwas Positives abgewinnen. Für die Trainerin war es ein Dämpfer zur richtigen Zeit. `Ich gewinne zwar lieber, aber in der Vorbereitung verliere ich ganz gerne. So bekomme ich Anhaltspunkte über unsere Schwächen. Wir hatten schon letztes Jahr den Gewinn des Algarve-Cups nicht verdient. Der Sieg gegen die USA war glücklich´, erklärte die Ex-Nationalspielerin und erhob mit Blick auf die WM mahnend den Zeigefinger: `Die Titelverteidigung wird alles andere als einfach. Das wird eine Mega-Aufgabe.´

Die erste schwere Aufgabe kommt auf Neid schon nach dem Ende des Algarve-Cups am Mittwoch zu. Danach will die Trainerin ihren derzeit 32 Spielerinnen umfassenden Kader auf 24 oder 25 reduzieren, mit zur WM dürfen dann nur 21 Akteurinnen. Schlechte Karten in Bezug auf eine Nominierung besitzt seit der Partie gegen Norwegen, das sich durch die Tore von Ingvild Stensland (15.) und Melissa Wiik (69.) beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Renate Lingor vom 1. FFC Frankfurt (18.) für die Final-Niederlage bei der EM 2005 (1:3) revanchierte, Torhüterin Stephanie Ullrich (VfL Wolfsburg).

Ullrich, die mit Ursula Holl (1. FFC Frankfurt) um den Posten der dritten WM-Torfrau hinter den in Portugal fehlenden Silke Rottenberg (Kreuzbandriss) und Nadine Angerer (berufsbedingt) kämpft, patzte beim 1:2 (`Das geht auf meine Kappe´). Ullrich muss im Spiel am Freitag gegen die Französinnen (18.00 Uhr/live bei Eurosport), die zum Auftakt 0:4 gegen Dänemark verloren, ihren Posten für die Debütantin Holl räumen.

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