Der TuS Heven ist auf direktem Weg in eine sportliche Krise. Beim 2:3 (1:0) gegen den Hombrucher SV kassierten die Wittener die dritte Niederlage in Folge. Zwar weist die Tabelle den TuS immer noch auf Platz vier aus. Aber die Entwicklung der jüngsten Wochen wirkt bedrohlich. Ganz anders die Hombrucher: Die strahlen nach dem Auswärts-Coup und rückten bis auf fünf Punkte an Spitzenreiter SV Herbede heran.[i]Ein Ortstermin.[/i]

HEVEN-HSV 2:3

Savvidis macht den "Dreier" dingfest

Lukas Böhse
04. März 2007, 23:37 Uhr

Der TuS Heven ist auf direktem Weg in eine sportliche Krise. Beim 2:3 (1:0) gegen den Hombrucher SV kassierten die Wittener die dritte Niederlage in Folge. Zwar weist die Tabelle den TuS immer noch auf Platz vier aus. Aber die Entwicklung der jüngsten Wochen wirkt bedrohlich. Ganz anders die Hombrucher: Die strahlen nach dem Auswärts-Coup und rückten bis auf fünf Punkte an Spitzenreiter SV Herbede heran.[i]Ein Ortstermin.[/i]

Die Bilder nach dem Spiel sprachen Bände: Dort die Hevener, die in ihren schwarzen Trikots und mit hängenden Köpfen einer Trauer-Prozession glichen. Und auf der anderen Seite die Kicker aus Hombruch, die nach diesem überraschend gedrehten Spiel mit Jubelposen das Spielfeld verließen.

Dabei deutete lange Zeit herzlich wenig auf einen Gäste-Erfolg hin. Nach einer wenig aufregenden Anfangsphase übernahm der TuS das Kommando auf eigener Anlage. Angreifer Gregor Woldanowski sorgte nach 37 Minuten für kollektives Haareraufen auf den Rängen, als er den Ball aus fünf Metern Torentfernung in die Wolken jagte. Kurz darauf aber Erleichterung für den TuS-Anhang. Maik Knapp ließ drei Hombrucher Verteidiger stehen und bediente Martin Szukalski - 1:0 (39.). Die Querlatte verhinderte bei einem Schuss von Knapp wenige Minuten vor der Pause das zweite Hevener Tor. Vom HSV war offensiv herzlich wenig zu sehen.

In der Kabine hatte Hombruchs Coach Samir Habibovic aber scheinbar die richtigen Worte gefunden. Denn nun wirkte auch seine Mannschaft so engagiert, wie der Trainer in den gesamten 90 Minuten am Spielfeldrand. Beim Ausgleichstor halfen die Hevener durch defensive Untätigkeit allerdings tüchtig mit. Denn als Mounir Bazzani in der 52. Minute zum 1:1 einköpfte, sahen zwei TuS-Verteidiger plus Torwart Mirco Sell nur zu. Doch die Freude auf der Gäste-Bank war nur von kurzer Dauer. Gregor Woldanowski verlängerte einen langen Ball aus der Abwehr per Kopf zu Tim Bäcker. Der behielt die Nerven und traf nur vier Minuten nach dem Ausgleich zum 2:1.

Die Pausen zwischen den Torschreien blieben kurz. Die 64. Minute: Stevo Radmilovic tritt einen Freistoß aus 20 Metern punktgenau an Sell vorbei in Hevener Tor - 2:2. „Das war ein unnötiger Freistoß“, ärgerte sich Gastgeber-Coach Oliver Gottwald, der nach einem Disput mit dem Schiedsrichter zu diesem Zeitpunkt schon jenseits der Bande das Spiel verfolgte. Es wurde noch bitterer für den Hevener Trainer. Bei Mounir Bazzanis Großchance (71.) deutete sich schon an, dass sich die Dortmunder nicht mit einem Punkt zufrieden geben würden. Dies bestätigte sich in der 76. Minute. Eine Flanke von Patrick Jansen fand den Kopf von Savvas Savvidis. Sicher nickte der Grieche zum Siegtreffer ein, hatte dabei aber Glück, dass das Schiedsrichter-Gespann seine Abseitsstellung übersah.

Hombruch bleibt der Liga-Spitze auf den Fersen. Fünf Punkte trennen den HSV nur noch vom SV Herbede, der allerdings noch zwei Nachholspiele in Mengede und Erle absolviert. „Hier hat nicht die aktivere Mannschaft gewonnen“, klagte hingegen der Hevener Gottwald. Dennoch bietet die Entwicklung in Heven Anlass zur Sorge. Der Aufstieg ist so gut wie abgeschrieben, die Rückrundenbilanz ist mit einem Sieg aus vier Spielen dürftig. So kommt es, dass sich die Leistungsträger um ihre Zukunft sorgen. Tim Bäcker und Maik Knapp kündigten Oliver Gottwald an, sich im nächsten Jahr verändern zu wollen. Während laut Geschäftsführer Harm Dargel-Jänen bei Knapp „noch nichts sicher“ sei, wird Bäcker mit seinem Ex-Verein FSV Witten in Verbindung gebracht. Und bei den Debatten über die Zukunftsplanung am Hevener Haldenweg ist mittlerweile auch die Personalie Gottwald kein Tabuthema mehr.

Autor: Lukas Böhse

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