Wer zu Wochenbeginn beim VfL-Training vorbei schaute, der konnte nicht unbedingt erkennen, dass das Team von Marcel Koller am kommenden Samstag vor einer auf den ersten Blick unlösbaren Aufgabe zu stehen scheint. Es war der ganz normale Trainingsalltag mit zwei Einheiten, und in der Pause dazwischen löste Marcel Koller seine Wettschulden ein, ließ in der Kabine italienische Köstlichkeiten servieren. Der Anlass hatte fast schon Tradition: Das frühe Gekas-Tor in Bielefeld ließ den Trainer löhnen.

VfL fährt ohne Furcht zum "Angstgegner"

Bechmann ersetzt "Zwetschge"

02. März 2007, 17:47 Uhr

Wer zu Wochenbeginn beim VfL-Training vorbei schaute, der konnte nicht unbedingt erkennen, dass das Team von Marcel Koller am kommenden Samstag vor einer auf den ersten Blick unlösbaren Aufgabe zu stehen scheint. Es war der ganz normale Trainingsalltag mit zwei Einheiten, und in der Pause dazwischen löste Marcel Koller seine Wettschulden ein, ließ in der Kabine italienische Köstlichkeiten servieren. Der Anlass hatte fast schon Tradition: Das frühe Gekas-Tor in Bielefeld ließ den Trainer löhnen.

Ansonsten beschäftigte sich der Schweizer zunächst damit, die Lücke zu schließen, die "Zwetschge" Misimovic nach seiner fünften gelben Karte gegen Alemannia Aachen im offensiven Mittelfeld hinterlässt. So richtig raus mit der Sprache wollte Koller am Dienstag noch nicht. Da zählte er als mögliche Vertreter Joel Epalle, Ivo Ilicevic und Tommy Bechmann auf. Gestern, 24 Stunden später, waren die Pläne ganz offensichtlich konkreter. Beim Trainingsspiel A gegen B tauchte der Däne in der Stammformation auf (siehe Extra-Story in der aktuellen Printausgabe). Marcel Koller: "Er kann das spielen."

Ansonsten wird der Coach die Mannschaft wohl kaum verändern müssen. Christoph Dabrowski, der gemeinsam mit Benny Lense am Dienstag Vormittag nur eine 30-minütige Laufeinheit absolvieren konnte (Bluterguss in der Wade) stand gestern schon wieder im Mannschaftstraining. Sorgen bereitet zur Stunde nur Oliver Schröder (siehe Nachgefragt in der aktuellen Printausgabe), der sich gestern am Sprunggelenk verletzte.

Natürlich geht der Blick schon in Richtung Weser. Noch am Sonntag Nachmittag war Marcel Koller Augenzeuge beim Remis der Bremer in Mönchengladbach. Ob Bremen nun in Form oder nicht in Form oder gar in einer Krise steckt, dafür hatte Koller nur taube Ohren: "Das ist mir völlig wurscht. Sie haben ganz bestimmt das Fußballspielen nicht verlernt." Schon mehr interessierte den VfL-Trainer die vermeintliche Aufstellung der Werderaner. Koller: "Ich gehe aber davon aus, dass sowohl der angeschlagene Klose als auch Mertesacker gegen uns auflaufen werden. Sicher ist nur der Ausfall von Tim Borowski."

Nicht mehr diskutieren will Marcel Koller die 0:6-Hinspielniederlage: "Das ist vorbei, kein Thema mehr." Stattdessen weist er seine Spieler in jeder Übungseinheit darauf hin: "Wir müssen aggressiv am Mann attackieren, sonst spielen sie uns schwindlig." Aber bei allen Defensivbemühungen mahnt der Fußballlehrer, "müssen wir auch versuchen, unsere Chance nach vorne zu nutzen". Und dann setzt er auch darauf, dass die meisten der Bremer Spieler in den letzten Wochen ein knochenhartes Programm in den Beinen stecken haben.

Koller: "Da gibt es im Kopf sicher eine gewisse Müdigkeit, wenn du alle drei Tage ein Spiel hast. Die Frische, um das wegzustecken, hat keine Mannschaft der Welt." Und so hofft Marcel Koller, dass sein Team an die bisher ausnahmslos überzeugenden Auswärtsvorstellungen anknüpfen kann: "Wir waren bisher in keinem Spiel auswärts die schlechtere Mannschaft. Warum sollte es ausgerechnet in Bremen anders sein?"

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