Die Fußball-Bundesliga bleibt eine Milliarden-Liga: In der Saison 2005/06 konnten die 18 Vereine der 1. Liga einen Gesamtumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro erzielen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Fachmagazins Sponsors unter allen 18 Klubs nach Ende der aktuellen Berichtssaison. Damit bewegt sich die Bundesliga mit Blick auf den Umsatz knapp unter Vorjahresniveau (2004/05), als die 18 Vereine und Kapitalgesellschaften gemäß den Zahlen der Deutschen Fußball Liga (DFL) zusammen 1,284 Milliarden Euro erwirtschaften konnten.

Bundesliga bleibt eine Milliarden-Liga

Gesamtumsatz leicht gesunken

sid
01. März 2007, 13:20 Uhr

Die Fußball-Bundesliga bleibt eine Milliarden-Liga: In der Saison 2005/06 konnten die 18 Vereine der 1. Liga einen Gesamtumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro erzielen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Fachmagazins Sponsors unter allen 18 Klubs nach Ende der aktuellen Berichtssaison. Damit bewegt sich die Bundesliga mit Blick auf den Umsatz knapp unter Vorjahresniveau (2004/05), als die 18 Vereine und Kapitalgesellschaften gemäß den Zahlen der Deutschen Fußball Liga (DFL) zusammen 1,284 Milliarden Euro erwirtschaften konnten.

Sofern sich die Umfrageergebnisse mit den offiziellen Ligazahlen decken, die im Frühjahr dieses Jahres aus der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise erwartet werden, bedeutet dies einen leichten Rückgang von im Durchschnitt 71,35 Millionen Euro in der Saison 2004/05 auf rund 67 Millionen Euro in der letzten Spielzeit.

Wirtschaftliche Vernunft wird groß geschrieben

Ein direkter Vergleich ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sich durch Auf- und Abstieg unterschiedliche Zusammensetzungen der Liga ergeben, Ergebnisse der Klubs von gewissen Einmaleffekten (Transfers, Signing Fees, etc.) abhängig sind und von drei der 18 Vereine nur geschätzte Umsatzangaben zur letzten Spielzeit vorlagen.

Nichtsdestotrotz scheint bei den Bundesligisten wirtschaftliche Vernunft mittlerweile größer als noch vor weniger Jahren geschrieben zu werden. Von den 14 Klubs, die ihre Gewinne- bzw. Verluste der Öffentlichkeit vorlegten, konnten zehn schwarze Zahlen vermelden. In den Klubs Hertha BSC Berlin (Minus 16,8 Millionen Euro) und Borussia Dortmund (Minus 3,9 Millionen Euro) schrieben nur zwei Klubs tiefrote Zahlen.

BVB scheint die Wende geschafft zu haben

Dabei scheint der Ruhrpottklub, das einstige Sorgenkind der Liga, mittlerweile die endgültige Wende geschafft zu haben. Zumindest konnte der einzige börsennotierte Klub der Liga mittlerweile für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2006/07 einen Gewinn von 8,2 Millionen Euro vermelden. `Die Entwicklung der Zahlen zeigt, dass bei den meisten Bundesligisten seriöses Wirtschaften mittlerweile größer als der schnelle sportliche Erfolg geschrieben wird´, urteilt Arnd Hovemann, Fußball-Finanzexperte bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

Bayern ist der Umsatzkrösus

Umsatzkrösus in der Saison 2005/06 war einmal mehr Rekordmeister Bayern München mit 204,7 Millionen Euro, weit vor Schalke 04 (131,6) und dem Hamburger SV (103,9). Am unteren Ende der Etatskala fanden sich in der letzten Spielzeit der MSV Duisburg mit 27,0 Millionen Euro sowie Arminia Bielefeld (28,5) und der FSV Mainz 05 (31,5).

Für die Zukunft rechnet Hovemann mit weiter steigenden Einnahmen im Fußball-Oberhaus: `Positive Auswirkungen auf die Zahlen der aktuellen Saison werden sich auf alle Fälle aus dem neuen Medienvertrag ergeben, der seit Beginn dieser Spielzeit gilt.´ Unterstrichen wird die diese Aussage auch durch die Ergebnisse einer Umfrage von Ernst & Young.

Skepsis gegenüber ausländischen Investoren

Dabei prognostizieren 68 Prozent der Bundesliga-Manager steigende Erlöse für ihre Klubs in den kommenden Jahren und hoffen dabei insbesondere auf höhere TV- und Sponsoringerlöse. Einer anderen potenziellen Einnahmequelle, dem Einstieg von Investoren, stehen die Bundesligisten indes weiter sehr skeptisch gegenüber.

Bei einer Diskussion über die internationale Konkurrenzfähigkeit des deutschen Fußball-Oberhaus auf dem ISPO-Sportsponsoring-Kongress in München warnte Jürgen L. Born, Vorsitzender der Geschäftsführer von Werder Bremen, davor, dass `Vereine ihr Tafelsilber nicht unüberlegt veräußern sollten, da der Verkauf von Anteilen eine einmalige Einnahmequelle ist und keine Nachhaltigkeit vorweisen könne´.

Sein Kollege Stephan A. Schippers von der Gladbacher Borussia betonte, dass `seinem Klub die Selbstbestimmung wichtiger sei als mögliches schnelles Geld aus dem Ausland´. Ohne neues Kapital aus dem In- oder Ausland muss die Bundesliga allerdings befürchten, weiter Boden gegenüber den anderen Top-Ligen - insbesondere im Vergleich mit der englischen Premier League - zu verlieren.

Auf der Insel sind mittlerweile sieben Klubs in der Hand ausländischer Investoren, die mit meist dreistelligen Millionenbeträgen die Vereine wieder auf Vordermann gebracht haben. Diese Entwicklung zeigt auch die so genannte Football Money League auf. In der Studie der Wirtschaftsprüfer von Deloitte sind die umsatzstärksten Klubs der europäischen Fußball-Ligen aufgeführt. Unter den Top-20 Vereinen befinden sich nur drei Klubs aus der Bundesliga (Bayern, Schalke 04, HSV), dafür aber acht Klubs aus der Premier League.

Autor: sid

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