So hatte sich 08-Trainer Michael Keldermann den Start ins Fußballjahr 2007 nicht vorgestellt. Enttäuscht war nach einem denkwürdigen Spiel jedoch nicht nur der Übungsleiter der Duisburger, sondern auch die 80 Zuschauer, die sich trotz strömenden Regens auf dem Ascheplatz an der Grunewaldstraße im Duisburger Stadtteil Hochfeld eingefunden hatten.

Kreisliga A, Staffel 1: Duisburger FV 08 - 1.FC Mülheim

Viel Ärger, wenig Fußball

26. Februar 2007, 02:10 Uhr

So hatte sich 08-Trainer Michael Keldermann den Start ins Fußballjahr 2007 nicht vorgestellt. Enttäuscht war nach einem denkwürdigen Spiel jedoch nicht nur der Übungsleiter der Duisburger, sondern auch die 80 Zuschauer, die sich trotz strömenden Regens auf dem Ascheplatz an der Grunewaldstraße im Duisburger Stadtteil Hochfeld eingefunden hatten.

Die eigentliche Heimspielstätte der Hochfelder, die Grunewald-Kampfbahn, die neben einem schönen Vereinsheim auch einen satten Rasenplatz zu bieten hat, war wegen der starken Regenfälle unbespielbar. Vom Wetter und vom Gegner unbeeindruckt zeigten sich vor dem Gipfeltreffen zwischen dem Gastgeber und Tabellenersten Duisburger FV 08 und dem direkten Verfolger 1.FC Mülheim, die Spieler der Hausherren. Der Motivationsrede ihres Trainers lauschend und voller Tatendrang saßen die "08er" in der Kabine und waren sich beim Verlassen des Umkleideraums sicher: "Die hauen wir weg".

Geredet wurde dann nicht nur in der Kabine viel, sondern auch auf dem holprigen mit großen Pfützen übersäten Geläuf. Ein beliebter Gesprächspartner war neben dem eigenen Gegenspieler auch Referee Mahmut Erjelmet. Was beim munteren diskutieren dem einen oder anderen Spieler so über die Lippen kam und noch kommen sollte, sorgte im weiteren Verlauf der Partie noch für jede menge Zündstoff. In der 20. Minute erhitzte dann ein Kaugummi, welches den Mund von Volkan Düzenli in Richtung seines Gegenspielers verlassen hatte, die Gemüter. Düzenli, der noch vor der Pause den Gelben Karton sehen sollte, wurde zur Pause ausgewechselt.

Fußball wurde derweil ganz selten gespielt. Während der Klassenprimus aus Hochfeld in den ersten 45 Minuten nicht einmal gefährlich vor das Tor der Löwen kam, erarbeitete sich der Gast aus Mühlheim zwischen der Fünfundzwanzigsten und Vierundvierzigsten Spielminute immerhin drei gute Chancen. Doch Navid Lahli (25.), Burim Berisha (37.) und Jusef Saado (43.) vergaben für den Tabellenzweiten. Kurz vor dem Pausentee sorgte Volkan "Wolle" Düzenli dann für den nächsten Aufreger. Nach einer hohen Flanke in den Strafraum, sprang dem 22-jährigen der Ball unglücklich an die Hand. Den fälligen Handelfmeter verwandelte Mülheims Goalgetter Burim Berisha eiskalt (45.). Zur Halbzeit analysierte DFV-Co-Tainer Hellmut Trautmann treffend: "Da ist zu wenig Spielfluss bei uns. Wir müssen den Ball besser laufen lassen und vor allem nach vorne gefährlicher werden".

Wer gedacht hatte, die Akteure hätten ihre erhitzten Gemüter während der Pause ein wenig abgekühlt, der sah sich auch in Halbzeit zwei schnell eines besseren belehrt. Nach einem Zweikampf mit anschließender "Rudelbildung" musste Duisburgs Andre Poeggel in der 58. Minute frühzeitig mit Gelb-Rot vom Platz. Doch die Antwort der Platzherren ließ nicht lange auf sich warten. Zwei Minuten später sorgte Maik Kannenberg mit einem herrlichen Freistoß aus fünfundzwanzig Metern für den viel umjubelten Ausgleich. Den Gästen, obgleich in Überzahl spielend, fiel in der Folgezeit nicht mehr viel ein. Lediglich zwei weitere Chancen erspielte sich die Elf von Coach Paco Lopez noch. Doch 08-Torsteher Daniel Diering hielt sein Team mit zwei tollen Paraden gegen Ümit Icöz (74.) und Sadri Sefa (77.) im Spiel.

Was dann geschah war der Höhepunkt an unschönen Szenen und Wortgefechten die sich Spieler und Zuschauer während der gesamten Partie lieferten. Hochfelds Majehoduumi Tunde-Abati, der in der 82. Minute seinen Gegenspieler gefoult hatte und vom Schiedsrichter dafür verwarnt worden war, brannten anschließend alle Sicherungen durch. Für einen Moment sah es so aus, als wolle er seinen Gegenspieler tätlich angreifen. Mit viel Mühe verhinderten seine Mitspieler schlimmeres. Was war passiert? Der Schwarzafrikaner, der an der Universität Duisburg-Essen studiert, gab nachher an, von seinem Gegenspieler mit rassistischen Äußerungen beleidigt worden zu sein. Ein Vorgang, über den zu reden sein wird. Zwei Minuten später ließ der Stürmer dann eine weitere Kurzschlussreaktion folgen. Nach einem Freistoß von Erkan Durmoski bugsierte der 21-jährige das Spielgerät mit beiden Händen über die Torlinie. Was folgte war die Gelb-Rote Karte und der bittere Gang in die Kabine. So endete die Partie in einem nicht ganz so schiedlich friedlichen Remis.

Löwen Trainer Paco Lopez war nach dem Spiel mit seinen "Jungs" dennoch zufrieden: "Das war ein extrem hektisches Spiel. Wir haben gut dagegen gehalten. Mit dem einen Punkt kann ich leben", konstatierte der Coach und fügte hinzu: "Wir hätten unsere Überzahl natürlich noch besser ausspielen können. Wie wir das machen, besprechen wir im nächsten Training".

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