Nach acht Jahren Trainertätigkeit bei Glückauf warf Franz Raschid letzte Woche das Handtuch.

GA MÖLLEN: Raschid weg, Höfer da

ag
10. November 2006, 11:32 Uhr

Nach acht Jahren Trainertätigkeit bei Glückauf warf Franz Raschid letzte Woche das Handtuch.

Nach acht Jahren Trainertätigkeit bei Glückauf warf Franz Raschid letzte Woche das Handtuch. Den endgültigen Ausschlag für Raschids Entscheidung gab wohl die Tatsache, dass die Bildung von Grüppchen in der Mannschaft in der vergangenen Woche damit endete, dass der vom Trainer längst suspendierte Mike Lentzen nach einem Gespräch mit dem zweiten Vorsitzenden Franz Szymanowicz wieder zum Training erschienen war.
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Ein weiterer Auslöser für die Unstimmigkeiten zwischen Mannschaft und Trainer – und vor allem innerhalb des Teams –, war die Entscheidung von Franz Raschid, Coskun Erbay nach dessen Türkei-Aufenthalt wieder in den Kader aufzunehmen. Mustafa Erbay und sein Bruder Coskun ließen mehrfach das Training sausen und fehlten bei Spielen. Dem Ende des DFB-Pokalsiegers von 1985 folgte eine „mediale Schlammschlacht“, die in Vorwürfen und Unterstellungen gipfelte. „Fakt ist und bleibt, dass wir keinem etwas schuldig sind. Es ist alle geklärt. Sicherlich habe ich kurzzeitig überlegt, per Anwalt gegen gewisse Beleidigungen vorzugehen, aber das habe ich dem Verein erspart“, resümiert Willi Bochmann, der erste Vorsitzende. Von „Champagner-Willi“ und diversen anderen Anfeindungen war in den Medien die Rede. „Wir wollen einfach wieder Spaß am Fußball in und mit Glückauf Möllen haben und das Kapital Raschid endlich abschließen“, betont Franz Szymanowicz, der zweite Vorsitzende.

Ohne Raschid und die beiden Erbays soll nun wieder Ruhe bei Glückauf einkehren. Ein großer Schritt dazu wurde gestern Abend gemacht. Mit Karl-Heinz „Ali“ Höfer wurde der neue Trainer vorgestellt, der die Möllener erst mal bis zum Saisonende betreuen wird. Die Personalie Thomas Kempe war reine Spekulation. Er selbst hatte dieser Tage ein Engagement bei den Dinslakener abgelehnt. So soll und wird es nun der ehemalige Bundesligaprofi von Hannover 96 richten. „Ich freue mich auf die Aufgabe. Die Sympathie war sofort da und wir haben gute Gespräche geführt“, erklärt Höfer, auch wenn er das Team und den Verein noch nicht so genau kennt: „Möllen war mir ein Begriff, auch weil ich in meiner Zeit als Hiesfeld-Trainer gegen sie Gespielt habe. Die Anlage hier ist natürlich ein Sahnestückchen. Aber hier wird sich schon alles finden.“

Für Glückauf und „Ali“ Höfer heißt es im wahrsten Sinne des Wortes aber nun erst mal Wunden lecken. Björn Haltenhof, der im letzten Match früh mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausgewechselt werden musste und danach über Gedächtnislücken klagte, ist wieder im Training und einsatzbereit. Bei Latif Dabak brach eine Innenbandverletzung erneut auf. Er wird am Sonntag definitiv fehlen. Wie auch Heiko Polzin, dem ebenfalls eine Lange Pause droht. Der Verdacht eines erneuten Kreuzbandrisses wurde glücklicherweise nicht bestätigt. „Der Kader ist klein, aber eben verletzungsbedingt. Dennoch werde ich die Mannschaft in die Pflicht nehmen, um die Klasse zu halten. Unser Ziel muss der Verbleib in der Landesliga sein. Dafür werden ich alles geben“, gibt der 56-Jährige zu Protokoll.

Und er hat schon ein Zeichen gesetzt. Schluss-Satz des neuen Möllen-Coach: „Eigentlich habe ich mir gerade ein großes Boot geholt, um meinen Lebensabend zu genießen. Aber das muss dann eben noch ein, zwei Jahre warten. Jetzt gilt die volle Konzentration Glückauf.“ Jetzt ist das Team am Sonntag gegen Arminia Klosterhardt gefordert, um die Möllen-Kogge wieder in den Wind zu fahren.

Autor: ag

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