Die Bilanz des SV Kupferdreh liest sich nach Ablauf der Hinserie wie ein Bewerbungsschreiben für die Bezirksliga:

KUPFERDREH: Brüderpaar Dymala glaubt an Klassenerhalt

14. Januar 2007, 20:26 Uhr

Die Bilanz des SV Kupferdreh liest sich nach Ablauf der Hinserie wie ein Bewerbungsschreiben für die Bezirksliga:

Die Bilanz des SV Kupferdreh liest sich nach Ablauf der Hinserie wie ein Bewerbungsschreiben für die Bezirksliga: Vorletzter Tabellenplatz, schwächste Abwehr der Liga und ein handelsüblicher Adventskalender kann bereits mit deutlich mehr Törchen aufwarten als der SVK in dieser Spielzeit. Kaum auszumalen, wie die Weihnachtsfeier des Landesligisten ausgefallen wäre, müsste die Hahner-Elf auf die Dienste von Wolfgang und Markus Dymala verzichten. Ganze 13 von 17 Saisontreffern der Essener gehen auf das Konto des stürmischen Bruderpaares. Dabei sind beide erst im Sommer auf die Ruhrhalbinsel gewechselt und agieren in dieser Saison zum ersten Mal als Mannschaftskameraden. Nicht ganz zufällig.

„Wir haben schon immer mal überlegt, dass wir zusammen spielen wollen“, berichtet Markus Dymala, mit 28 Jahren der ältere der beiden. „Vor der Saison war dann klar, dass ich nach Kupferdreh gehen wollte und ich habe meinen Bruder dann auch bei Ralf vom Dorp, der ja damals noch Trainer war, ins Gespräch gebracht.“ „Eigentlich wollten Sie einen Freund von mir, der auch schon mal ein Probetraining hatte, aber mit dem hat es nicht geklappt“, bestätigt Wolfgang, „dann hat mein Bruder das mit mir in die Wege geleitet.“
Kurioserweise überdauerte der damalige Übungsleiter vom Dorp in dieser Saison nur ganze acht Wochen als Amtsinhaber. Sein Nachfolger: ein alter Bekannter, weiß zumindest der 19-jährige Wolfgang zu berichten. „Rolf Hahner war bereits bei Werden-Heidhausen mein Trainer. Das hat mir natürlich in die Karten gespielt.“ Bruder Markus erinnert sich: „Das war schon irgendwie lustig. Schließlich hat Hahner damals vom Dorp meinen Bruder empfohlen.“ Unter Hahner genießt Wolfgang nun auch einen Stammplatz, wenn auch auf ungewohnter Position. „Ich bin Stürmer“, macht Wolfgang keinen Hehl aus seinem favorisierten Position, um gleich hinterher zu schieben: „also gelernter Stürmer. Ich bin da schon flexibel einsetzbar. Diese Saison spiele ich im Mittelfeld. Leider habe ich auch erst zweimal getroffen.“

Den Job des Goalgetters füllt sein Bruder derweil mehr als passabel aus. Auf stolze elf Treffer ist das Torkonto des Familienvaters bereits angestiegen. Dennoch gibt er sich bescheiden: „Mein Bruder kann schon viele Dinge, die ich in seinem Alter noch nicht konnte.“ Eine Eigenschaft, die wohl familiär bedingt zu sein scheint. Spürbar unangenehm ist auch Wolfgang Dymala die Frage nach seinen Ambitionen. „Es ist immer blöd, über sich selbst zu sprechen. Ich höre zwar schon öfter, dass ich weiter bin, als mein Bruder in meinem Alter. Aber wo es noch hingeht, kann ich auch nicht sagen.“ Nur schwer kommt ihm über die Lippen, dass „vielleicht mal Verbandsliga“ ein Ziel wäre. „Ob es noch höher geht, kann ich auch nicht sagen“. Zumindest hat er sich in der Landesliga sofort zurecht gefunden: „Es ist am Anfang schon etwas hart gewesen, aber es geht mittlerweile.“ Der neun Jahre ältere Markus sieht das naturgemäß etwas optimistischer: „Ich glaube, Wolfgang besitzt riesiges Potenzial. Wenn er dran bleibt, kann er es locker ein, zwei Klassen höher schaffen.“ Auf dem Weg dorthin hat Wolfgang in seinem Bruder wenigstens einen guten Lehrmeister: „Die Abgezocktheit vor dem Tor, da kann ich mir noch was abschauen“, glaubt Wolfgang.

Überhaupt ist den beiden anzumerken, dass ihnen das gemeinsame Spiel eine Menge Freude bereitet. „Klar, macht es besonders viel Spaß, mit dem Bruder zu zocken“, gesteht Markus. Abseits des Platzes sehen sich die Brüder normalerweise jedoch eher unregelmäßig. „Markus wohnt mit seiner Familie in Duisburg. Aber wir sehen uns ja dreimal wöchentlich beim Training. Dann kommt er meist auch früher oder wir gehen hinterher etwas trinken“, berichtet Wolfgang Dymala. Auch der dritte Bruder (26) ist fußballbegeistert, spielt aber nicht mehr aktiv. „Auch wenn wir uns nicht sehen, wir telefonieren alle fast täglich“.

Weniger ausgeglichen stellt sich jedoch die sportliche Situation dar. Deshalb verknüpft Markus seine Ziele auch eng mit dem sportlichen Schicksal des SVK. „In meinem Alter setze ich mir keine großen Ziele mehr, zumindest nicht dass ich noch eine Klasse höher spielen will oder so. Aber ich bin noch nie in meiner Karriere abgestiegen und das soll auch so bleiben“, hofft der 28-Jährige. Auch sein „kleiner“ Bruder macht sich zum Thema Klassenerhalt so seine Gedanken („Wenn man jetzt absteigt, ist man auch ganz schnell wieder aus dem Gespräch“), geht jedoch voller Optimismus in die Winterpause. „Am Anfang der Saison mussten dreizehn Neuzugänge integriert werden. Da hat am Anfang keiner so richtig mit dem anderen gesprochen. Da war kein Mannschaftsgefühl, aber das kommt jetzt aber langsam auf.“ Sein Bruder bestätigt: „Wir werden noch ein oder zwei neue Spieler verpflichten und dann bin ich fest davon überzeugt, dass wir die Klasse halten.“

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