20:0 - Drittligist läuft mit sieben Spielern auf

18.02.2019

Italien

20:0 - Drittligist läuft mit sieben Spielern auf

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In der Serie C hat Pro Piacenza für eine Partie einzig sieben Jugendspieler nominiert. Der Verein steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten.

Mit 20:0 hat der AC Cuneo die AS Pro Piacenza besiegt - in einem regulären Saisonspiel in der dritten Liga in Italien. Der Gast konnte keine Mannschaft stellen und hat deshalb sieben Jugendspieler nach Cuneo geschickt.

Nicolo Cirigliano, gerade einmal 18 Jahre alt, stand als Kapitän für Pro Piacenza auf dem Feld und war gleichzeitig auch der Trainer für diese Partie.


Halbzeitstand: 16:0

Nach nicht einmal 25 Minuten führte Cuneo bereits mit 10:0 - zur Pause mit 16:0. Nach der Halbzeit ließ es der Klub aus dem Piemont offensichtlich etwas ruhiger angehen.

Der Verbandspräsident Gabriele Gravina war mit dem Auftritt von Pro Piacenza alles andere als zufrieden. Er nannte ihn "eine Beleidigung für den Sport", und weiter sagte er: "Eine derartige Farce werden wir nie wieder erlauben."

Gehälter konnten nicht mehr gezahlt werden

Hintergrund des Negativrekords im italienischen Profi-Fußball sind große finanzielle Schwierigkeiten beim Verein aus Piacenza. Weil die Gehälter der eigentlichen ersten Mannschaft nicht gezahlt wurden, verließen in der Winterpause daraufhin nahezu alle Spieler den Klub.

Mit der Berufung der sieben Jugendspieler umging die Vereinsführung einem drohenden Ausschluss seitens des Verbandes. Mehrere Partien in 2019 mussten bislang verschoben werden.

Erst kürzlich traf es Matera Calcio


Falls Pro Piacenza wegen des Vorfalls in Cuneo nun aus der Serie C ausgeschlossen werden sollte, wäre es nicht der erste Verein, der wegen klammer Kasse die Saison in der Liga beenden könnte.

Erst in der vergangenen Woche wurde der Klub SS Matera Calcio ausgeschlossen. Die Spieler bestreikten den Klub seit Dezember, weil die Lohnzahlungen schon seit September 2018 ausstanden und nicht gezahlt wurden.

Die Schwierigkeiten der Serie C kommen nicht von ungefähr. Im Sommer 2018 musste der offizielle Saisonstart häufiger verschoben werden. Zu viele Klubs erfüllten finanzielle Mindest-Standards nicht, oder waren schon insolvent. (josch)

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