S04 - Wolfsburg

2:1! Schalke schafft den Positiv-Start

Thomas Tartemann
20. Januar 2019, 20:01 Uhr

Foto: Firo

Schalke 04 ist der erhoffte Positiv-Start in die Rückrunde der Fußball-Bundesliga geglückt. Umjubelter Spieler bei den Königsblauen war Daniel Caligiuri, der seine Forderung (“Alle bei uns müssen Kapitän sein”) in die Tat umsetzte.

Der 31-Jährige erzielte beide Treffer zum 2:1 (1:1)-Sieg über den VfL Wolfsburg, der beim Malocherklub nach enttäuschender Vorrunde jetzt endlich bessere Zeiten einläuten soll. Angesichts des anstehenden Hammer-Programms bei Hertha BSC, gegen Borussia Mönchengladbach und bei Rekordmeister Bayern München kann Schalke nun mit einer gehörigen Portion Rückenwind auftreten.


Schalkes Trainer Domenico Tedesco fällte vor dem Spiel eine mutige, aber nachvollziehbare Entscheidung. Anstelle von Kapitän Ralf Fährmann (30) rückte Talent Alexander Nübel (22) ins Tor. “Wir hatten das Gefühl, dass Ralle nicht frei im Kopf ist”, begründete Tedesco seine Maßnahme bei Bezahl-Sender Sky, “die Entscheidung ist uns extrem schwer gefallen.” Nübel hatte in der Hinrunde sein persönliches Empfehlungsschreiben abgegeben, als er für den verletzten Fährmann in sechs Spielen zwischen den Pfosten stand und dabei gute Kritiken erntete. Tedesco beschrieb Nübels Leistung als “super” und schob vor dem TV-Mikrofon nach: “Ralle ist und bleibt unser Kapitän.” 

Die Unsicherheiten, die Fährmann bei der Generalprobe im Trainingslager in Benidorm gegen den belgischen Erstligisten KRC Genk (2:2) und beim letzten Bundesligaspiel vor der Winterpause in Stuttgart (3:1) zeigte, ließen den Entschluss bei Tedesco reifen, auf der Torwart-Position etwas zu ändern. 

Alexander Nübel startete mit einer positiven Aktion ins Spiel gegen den VfL Wolfsburg. Nach fünf Minuten parierte er einen Kopfball von Admir Mehmedi sicher. Kurz darauf sah alles nach einem perfekten Start für die Königsblauen aus. William leistete sich ein Foul an Alessandro Schöpf. Schiedsrichter Manuel Gräfe zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. Daniel Caligiuri ließ sich die Chance nicht entgehen und traf mit einem halbhohen Schuss ins linke Eck zum frühen 1:0 (8.). 

Anstatt beflügelt und dominant aufzuspielen, machte Schalke genau das Gegenteil. Die Niedersachsen diktierten das Spiel, ließen den Ball sicher zirkulieren und sorgten immer wieder für Gefahr. Nach 20 Minuten musste Alexander Nübel den Ball aus dem Netz holen. Gegen den Nachschuss von Wolfsburgs Elvis Rexhbecaj, der nach dem Pfostentreffer des sträflich unbeachteten Mehmedi sofort reagierte, war der Torwart ohne Abwehrchance.

In der 27. Minute zeigte Nübel seine beste Tat, als er gegen Yannick Gerhardt, der nach feinem Mehmedi-Zuspiel unbedrängt auf ihn zulief, stark parierte. Und Schalke? Bis auf eine Caligiuri-Flanke, die Verteidiger Matija Nastasic knapp verfehlte (39.), blieb es in der Offensive mau.

Domenico Tedesco schien in der Pause die richtigen Worte gefunden zu haben. Unmittelbar nach Wiederanpfiff wirkte Schalke druckvoller, bissiger und mutiger. Binnen weniger Augenblicke scheiterte erst Mark Uth mit einem Kopfball an VfL-Torwart Korn Casteels (50.) und danach Sebastian Rudy an der Latte (51.). Auch Weston McKennie hatte Pech. Sein Flachschuss zischte knapp am langen Pfosten vorbei (52.).

Wolfsburg überstand die S04-Drangphase und bekam die Partie ab Mitte der zweiten Halbzeit wieder unter Kontrolle. Nach einem Ballverlust von Salif Sané, der von Wout Weghorst im Strafraum rustikal, aber aus Schiedsrichter-Sicht regelkonform attackiert wurde, brannte es lichterloh. Weghorst schoss den Ball am langen Eck vorbei (66). 

In der Schlussphase war Schalke plötzlich zur Stelle. Auf Pass von Weston McKennie traf Daniel Caligiuri, der Wolfsburgs Jerome Roussillon clever aussteigen ließ, zum 2:1 in den linken Winkel (78.). Der Rest war Jubel pur. 

Autor: Thomas Tartemann

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21.01.2019 - 13:12 - easybyter

Für mich war es ein klares Foul von Weghorst. Es ist gut, dass das nicht zu einem Tor geführt hat. Man sah in dem Spiel auf Schalke Seite Licht und Schatten. Nübel hat ganz klar eine Wolfsburger Führung verhindert. Die erste Habzeit sollte man sich noch einmal ansehen; so darf man in Berlin nicht auftreten. Es wäre schön, einmal von Beginn an mutig und mit Drang nach vorne anzugreifen, denn das Potenzial ist vorhanden. Vielleicht hat der Sieg das fehlende Selbstvertrauen jetzt etwas gefördert. Das Programm ist jetzt wirlich nicht von schlechten Eltern mit Berlin, Gladbach und Bayern. Immerhin schon 3 Punkte mehr, als in den ersten 5 Spielen der Hinrunde.

21.01.2019 - 11:53 - Gemare

Es war zwar noch viel Sand im Getriebe,aber ein Ansatz speziell in der 2.Halbzeit lässt uns alle etwas hoffen!
Nübel im Tor, ENDLICH ! Jetzt die Startelf nicht sofort umkrempeln damit sie sich einspielt.Ich denke dann klappt es auch mit Rudy!