Fabian Nürnberger könnte als Retter in die bewegte Historie des 1. FC Nürnberg eingehen. Drittligist FC Ingolstadt kann in der Relegation nur noch auf ein kleines Fußball-Wunder im Rückspiel hoffen.

Relegation

2:0 gegen Ingolstadt! Nürnberg mit großen Chancen auf den Klassenerhalt

07. Juli 2020, 20:11 Uhr
Foto: dpa

Foto: dpa

Fabian Nürnberger könnte als Retter in die bewegte Historie des 1. FC Nürnberg eingehen. Drittligist FC Ingolstadt kann in der Relegation nur noch auf ein kleines Fußball-Wunder im Rückspiel hoffen.

Ein Nürnberger wird zum Nürnberg-Retter. Nach zwei Toren von Fabian Nürnberger sollte das Horrorszenario 3. Fußball-Liga am ruhmreichen 1. FC Nürnberg doch noch einmal vorbeiziehen. Der „Club“ gewann am Dienstagabend das Relegations-Hinspiel gegen den Drittligisten FC Ingolstadt überlegen mit 2:0 (2:0) - und beide Tore erzielte der 20 Jahre alte Nürnberger (22./45. Minute). Der alle überragende Mittelfeldakteur hätte sogar fast noch ein drittes Mal zugeschlagen. Sein Linksschuss klatschte an den Pfosten (66.).

Die Franken agierten nach dem Trainerwechsel von Jens Keller zum Gespann mit Interimschef Michael Wiesinger und Assistent Marek Mintal im praktisch leeren Max-Morlock-Stadion wie ausgewechselt. Die Franken dominierten gegen den Gast aus Oberbayern, dessen Spieler nach den zahlreichen englischen Drittliga-Wochen platt waren und fast wehrlos agierten. FCN-Torwart Christian Mathenia blieb arbeitslos. Das Rückspiel, das wegen der Corona-Krise ebenfalls ohne Publikum stattfinden muss, findet am Samstag im Ingolstädter Sportpark statt.

Wiesinger und Mintal hatten ihre einwöchige Vorbereitung unter anderem mit einem Trainingslager im niederbayerischen Bad Gögging anscheinend bestens genützt. Das Trainergespann veränderte die „Club“-Elf nicht nur auf fünf Positionen, sondern entfachte einen neuen Geist im Team, dem es auch ein neues System verordnete.

Im 4-4-2 mit den neu aufgebotenen Stürmern Mikael Ishak und Adam Zrelak entfachte der FCN angetrieben vom quirligen Robin Hack großen Druck. Ishak traf nach einem Freistoß von Enrico Valentini die Latte (4.). Es gab Einbahnstraßenfußball auf das Tor des FCI.

Ishak verletzte sich bei einem Luftkampf am Kopf, blutete und bekam einen Turban-Verband verpasst. Der Schwede war ein Aktivposten, hatte aber Pech mit zwei Abseitstoren (19./79.). Auch Nürnberger, der im März nach einem positiven Corona-Test in Quarantäne musste, zählte zu den Neuen in der FCN-Elf. Es war Wiesingers größter Glücksgriff.

Der 20-Jährige traf zunächst aus halblinker Position aus 18 Metern mit einem platzierten Aufsetzer. Und noch vor dem Pausenpfiff machte der Linksfuß sein zweites Saisontor: Diesmal war er im Strafraum nach einem von Zrelak mit dem Kopf verlängerten Einwurf erfolgreich.

Der FCI, der den Zweitliga-Abstieg in der Relegation 2019 korrigieren wollte, war völlig überfordert. Der Tank war leer. Torwart Marco Knaller war der Beste, verhinderte eine höhere Niederlage. Der Ausfall des wuchtigen Mittelstürmers Stefan Kutschke wog schwer. Zudem humpelte Außenstürmer Maximilian Beister mit einer Oberschenkelverletzung vom Platz (30.). Das Team von Trainer Tomas Oral braucht im Rückspiel nun ein mittleres Fußball-Wunder. dpa

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren

08.07.2020 - 13:38 - Gmeurb

Ich frage mich gerade wer mir in der nächsten Saison als Gegner lieber gewesen wäre und da tendiere ich zu Ingolstadt.
Ich war da schon enttäuscht von denen gestern, aber wie auch andere hier schon geschrieben habe ist hier eine klare Benachteiligung des Drittligisten ein Hauptgrund!

08.07.2020 - 08:16 - Spieko

Man konnte den Ingolstädtern ansehen, wie müde und ausgelaugt sie waren.
Schade, ich hätte es ihnen schon gegönnt..ab wie hier schon geschrieben worden ist,
eine Chancengleichheit gab es nicht.

07.07.2020 - 23:42 - lapofgods

Ich dachte mir schon als der Spielplan veröffentlicht wurde, dass der Drittligist dieses Jahr keine Chance in der Relegation haben würde. Das es allerdings derartig übel wie über Ingolstadt in der 1.Halbzeit hereinbrechen würde, hatte ich auch nicht erwartet. Mit dem 0:2 waren die ja nach 45 Minuten Scheibenschießen bestens bedient.

Ich glaube, das wäre uns - aber auch Braunschweig oder Würzburg - genau nicht anders ergangen. DFB/DFL interessierte nur, dass die vertraglich vereinbarten Spiele gespielt und vor allen Dingen gesendet wurden. Der sportliche Wert ist egal. Aber das ist er ja in der Relegation eh (Auf-/Abstieg durch die Auswärtstorregelung? Durch Elfmeterschießen? Hallo?)

07.07.2020 - 23:04 - Keeper63

Obwohl ich den " Schanzer Audi Kunstverein" nicht ausstehen kann, sieht Chancengleichheit in der Relegation anders aus. Ingolstadt musste, wie alle 3 Ligavereine die noch um den Aufstieg gespielt habe, am Samstag alles geben. Zusätzlich noch fünf englische Wochen am Stück in den Knochen, wähend Nürnberg sich eine Woche im Trainingslager intensiv auf die Relegationsspiele vorbereiten konnte. Chancengleichheit sieht anders aus, aber die ist dem DFB anscheinend scheißegal. Eigentlich kann der MSV froh sein die Relegation nicht erreicht zu haben, denn Diese ist in 2020 eine Farce. Hauptsache der DFB hat die Saison durchgeprügelt.