EM-Qualifikation

2:0! Deutschland siegt in Nordirland

09. September 2019, 22:45 Uhr

Foto: firo

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kommt in Nordirland zu einem sehr mühevollen 1:0. Marcel Halstenberg trifft. In der EM-Qualifikation ist das Team von Bundestrainer Joachim Löw drei Tage nach der Pleite gegen die Niederlande wieder auf Kurs.

Nach Fußball-Schwerstarbeit in Belfast ist die deutsche Nationalmannschaft wieder auf Kurs Richtung EM 2020. Drei Tage nach dem 2:4 gegen die Niederlande erfüllte das junge DFB-Team beim 2:0 (0:0) gegen Nordirland den Drei-Punkte-Auftrag von Bundestrainer Joachim Löw aber nur mit größter Mühe und einem prächtigen Volleytor von Marcel Halstenberg (48. Minute). Für die späte Entscheidung sorgte Serge Gnabry (90.+3). Nach dem vierten Sieg im fünften Qualifikationsspiel übernahm die DFB-Auswahl die Tabellenführung in Gruppe C von den punktgleichen Nordiren. Vor 18 326 Zuschauern im stimmungsvollen Windsor Park wackelte die deutsche Mannschaft mehrmals bedenklich. Manuel Neuer war als Rückhalt im Tor erstaunlich oft gefordert.

Löw hatte nach der Oranje-Niederlage wie erwartet auf eine Viererkette umgestellt und ließ deutlich offensiver spielen. Für den am Freitag glücklosen Jonathan Tah und den verletzt fehlenden Nico Schulz kamen Julian Brandt und Halstenberg in die Mannschaft. „Wir brauchen nur zwei Innenverteidiger“, sagte Löw vor dem Anpfiff bei RTL und forderte einen „Mentalitätswechsel“ von seinen Spielern: „Heute ist gefragt, dass wir unser Spiel machen.“

Nach einer von vielen Unsicherheiten und Fehlpässen geprägten ersten Halbzeit erwies sich die Umstellung im zweiten Durchgang als richtige Entscheidung. Halstenberg war nicht nur durch sein Führungstor ein Gewinn im DFB-Spiel, das nur langsam auf Touren kam. Brandt unterliefen zwar einige Fehler, der Neu-Dortmunder hatte aber viele Ballkontakte und versuchte immer wieder, für Überraschungsmomente zu sorgen.

Die Partie begann allerdings überhaupt nicht so, wie sich das der Bundestrainer vorgestellt hatte. Die Nordiren pressten angetrieben von ihren lautstarken Fans aggressiv schon am deutschen Strafraum und kamen gegen ein zunächst fahrig auftretendes DFB-Team früh zu Chancen. Kapitän Neuer musste nach einem schweren Fehler von Toni Kroos schon in der siebten Minute gegen Conor Washington den Rückstand verhindern.

Das fehlende Selbstvertrauen der vergangenen zwei Tage war den jungen Nationalspielern teilweise deutlich anzumerken. In der eigentlich breiter aufgestellten Offensive, in der neben Gnabry, Marco Reus und Timo Werner auch noch Brandt für Gefahr sorgen sollten, leistete sich die deutsche Elf unerklärliche Fehlpässe, die einige sich bietende Gelegenheiten zunichte machten. In der Verteidigung hatte Deutschland große Mühe, die Bedingungen gegen die nach vier Siegen in vier Qualifikationsspielen mit großer Motivation und Leidenschaft kämpfenden Nordiren anzunehmen.

Brandt gab erst in der 22. Minute den ersten Torschuss ab, kurz darauf wurde ein Schuss von Werner abgefälscht (27.). Craig Cathcart berührte den Ball dabei mit der Hand. Knapp zehn Minuten vor der Pause musste Löw den Ausfall von Matthias Ginter verkraften, der nach einem Zweikampf ausgewechselt werden musste. Beim Verlassen des Platzes hielt sich der Gladbacher die Rippen, für ihn in die Partie kam Tah, dem gegen die Niederlande ein Eigentor unterlaufen war.

Bis zur Pause musste erneut Neuer nach einer scharfen Hereingabe von Stuart Dallas retten (45.). Auf der Gegenseite scheiterte Werner nach gutem Zuspiel von Gnabry an Nordirlands Torwart Bailey Peacock-Farrell (45.+1). In der Kabine schien Löw dann die richtigen Worte gefunden zu haben. Erst verpasste Lukas Klostermann nach Vorlage seines Leipziger Teamkollegen Halstenberg die Führung (47.), ehe es dieser eine Minute später mit einem starken Volley-Schuss zu seinem ersten Länderspieltor besser machte.

Den sich nun bietenden Raum nutzte die DFB-Auswahl immer wieder für schnelle Angriffe. Gnabry (52.), Werner (53.) und der für den im Abschluss glücklosen RB-Stürmer eingewechselte Kai Havertz (69. und 84.) vergaben aus aussichtsreichen Positionen. Einen Freistoß von Reus parierte der immer stärker geforderte Peacock-Farrell (56.), der sein Team mit seinen Paraden im Spiel hielt. In der Abwehr blieben aber die Probleme gegen die weiterhin kämpferisch überzeugenderen Nordiren bestehen. Stuart Dallas vergab eine Riesenchance in der 63. Minute. Gnabry traf zu seinem neunten Länderspieltor im zehnten Spiel in der Nachspielzeit. dpa

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10.09.2019 - 13:05 - F.C.Knüppeldick

@ Besserwisser

Ich gebe Dir teilweise recht! Ich hab mir gestern noch so gedacht,was wäre,wenn Neuer gegen Algerien nicht so einen Sahne-Tag erwischt hätte ? Dann wäre Yogi nach 2014 schon Geschichte gewesen.Rumzudoktern im Achtelfinale...da hat er mächtig Glück gehabt.Auch das Sane 2018 zu Hause blieb habe ich nicht verstanden.Auch wenn er nicht gespielt hätte-er hätte schon mal die Erfahrung machen können,wie die Abläufe bei so einem großen Turnier sind.Das sind wichtige Erfahrungen für junge Spieler-für die kommenden Turniere.Gut,beiBallbesitzfuball,da bin ich anderer Meinung.Entweder Ballbesitz oder pressen-aber nicht so was wie am Freitag gegen Holland-sich 40 Meter vorm eigenen Tor zurückzuziehen.Dieses System geht gar nicht-schon gar nicht für die Deutsche Nationalelf.Bis auf Müller,der adäquat gut zu ersetzen ist,bin ich auch bei Deiner Meinung.Mit dieser Innenverteidigung gewinnt man keinen Blumentopf.Kimmich geht mir am meisten auf den Sack.In der Vorwärtsbewgung bei Ballbesitz ist er Klasse-und bei Standards ist er gut-in der Rückwertsbewegung ist das ne Wurst.Ist auch gestern wieder zweimal überlaufen worden-hält bei Interviews ständig seine Rübe hin und sagt wie gut man ist-das gleiche ist bei Bayern.Dabei zählt weder Bayern noch die Nationalelf zur absoluten Spitze.Und Reus bringt wenig,das stimmt.An Havertz kann Löw eigentlich in der Zukunft nicht vorbei.Der Junge ist wirklich eine Augenweide wenn er den Ball führt.Dazu absolut torgefährlich-es brennt immer wenn er im Strafraum ist.Klasse-Spieler !!!

10.09.2019 - 12:18 - Besserwisser64

Es ist und bleibt alles so wie schon seit vielen Jahren. Ein "dazulern-resistenter" Löw macht die gleichen Fehler immer und immer wieder.
Bei der WM 2014 war für ihn eine Rolle für Lahm im Mittelfeld alternativlos; Ergebnis gruselige Leistungen bis einschließlich Achtelfinale. Danach Umstellung wegen der Verletzung von Mustafi; Lahm wieder rechter Verteidiger, wie von allen Experten gefordert. Und die WM fing erst so richtig an.
WM 2018: Löw setzt in der Mehrzahl auf satte, alte Spieler und die Spielidee "Ballbesitz-Fußball". Er läßt den einzigen Hoffnungsschimmer Sane zu Hause; das Team scheitert krachend.
Es gibt noch weitere Beispiele aus der Vergangenheit für die Sturheit des Yogi Löw. Die Krönung dann mit der vollständigen Ausbootung von Hummels, Boateng und Müller ohne sich eine Hintertür offen zu halten, falls die Spieler mit ihrer Erfahrung doch noch mal gebraucht werden.
Und aktuell wird so weitergewurschtelt. Die Bundesliga Saison beginnt mit einem Reus unter Normalform, in der NM bleibt er gesetzt. Mit Havertz passiert gerade das gleiche wie anfangs mit Sane, Topspieler der Liga versauert auf der Bank. usw usw
Es ist nicht mehr mit anzuschauen... vorerst hat mich die NM als Zuschauer verloren; zumindest solange wie Löw noch am Ruder ist.

10.09.2019 - 10:29 - Lokutus

Liest eigentlich bei der Reviersport niemand Korrektur ????
Wie sonst soll man folgende Einleitung verstehen ?
"Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kommt in Nordirland zu einem sehr mühevollen 1:0. Marcel Halstenberg trifft. In der EM-Qualifikation ist das Team von Bundestrainer Joachim Löw drei Tage nach der Pleite gegen die Niederlande wieder auf Kurs."
???

10.09.2019 - 07:15 - Gmeurb

Für mich ist und bleibt Löw das Hauptproblem! Man stelle sich nur die langweiligen und fahrigen Motivationsversuche in der Kabine vor. Löw hat die Zeichen der Zeit nach 2014 nicht erkannt und hätte auf dem Zenit stehend einen sauberen Abschluss suchen sollen!
Seine träge Analyse bei den Gründen für den Supergau 2018 war auch nicht ehrlich, denn der Hauptgrund für das klägliche Scheitern war er nun einmal selbst!

10.09.2019 - 05:32 - hoelwil

Wieder mehr auf deutsche Charaktäre zu setzen,war sicher richtig. Halbzeit 1 war die dritte schwache Halbzeit in Serie und rutscht Waschington kurz vor der Pause vor dem leeren Tor nicht aus ,wärs mit einem Rückstand in Halbzeit 2 gegangen. Aber " Unglücksmensch Tah" rettete auf der Linie. Mittelfristig ist Tah jedoch sicher nur Reservist.Die Kombi: langsam in den Beinen und im Kopf, geht einfach nicht so richtig.Selbst Paderborns Antwi-Adjei lief ihm mit Ball am Fuss einfach weg.Offensiv ist es an der Zeit Reus zu pensionieren. 3 schlechte Leistungen hintereinander (Union,Holland,Nordirland) müssen bei Löw endlich zu der Erkenntnis führen ,das Havertz ab jetzt immer spielen muss. Das gleiche gilt für Brandt ,der es auch ordentlich gemacht hat.Volland gehört ebenfalls in den Kader und sollte mit Waldschmidt gegen Argentinien auch einmal etwas Einsatzzeit erhalten.