TUS HELENE/ FC KRAY: Lucas' "spezielle Partie"

kru
22. Oktober 2006, 09:31 Uhr

Wenn Jürgen Lucas, Trainer des FC Kray, heute auf der Bank Platz nimmt, erwarten ihn ganz besondere 90 Minuten.

Wenn Jürgen Lucas, Trainer des FC Kray, heute auf der Bank Platz nimmt, erwarten ihn ganz besondere 90 Minuten. Er sitzt dann nicht nur zum ersten Mal in seinem Leben auf der Anlage des Gegners TuS Helene auf dem Gäste-Stuhl, sondern es ist für ihn auch Premiere, dass er als Coach gegen seinen alten Club agiert. "Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass es keine spezielle Partie für mich ist", nickt Lucas ab. "Genau zehn Jahre war ich in den Diensten von Helene, erst zwei als Kicker und als ich mir dann einen doppelten Bänderriss zugezogen habe, blieb mir nur die Aufgabe als Mann an der Linie." Und dann ging es stetig nach oben. Denn als er das Amt übernahm, krebsten die Essener noch in der Kreisliga A herum, bis Lucas die Truppe in die Landesliga führte. Doch in der letzten Saison war für ihn klar: "Ich muss etwas Neues ausprobieren. Deshalb habe ich schon in der letzten Winterpause bekanntgegeben, dass ich den Verein verlasse. Danach habe ich abgewartet, was auf mich zukommt und derweil hat Oliver Vössing von mir schon mehr und mehr die Verantwortung übertragen bekommen." Sein Zusatz: "Ich habe nach wie vor ein gutes Verhältnis zu Helene und vor allem auch zu Oliver, mit dem ich wirklich gut befreundet bin. Wir telefonieren in jeder Woche mehrmals."

Den Wechsel hat Lucas bis jetzt noch kein bisschen bereut, wie er bestätigt: "Es war der richtige Schritt, nach Kray zu gehen. Hier habe ich ein tolles Umfeld und ein klasse Team, mit dem einiges möglich ist."
Beim Blick auf die Situation seines früheren Vereins und heutigen Gegners runzelt der Linienchef die Stirn: "Das schaue ich mir schon mit einem weinenden Auge an. Es war zwar allen bewusst, dass es eine sehr schwere Spielzeit werden würde, doch dass man so tief unten drin hockt, war nicht zu erwarten. Aber ich bin mir sicher, Oliver wird die Truppe aus dieser Krise wieder herausholen. Am Ende wird ein einstelliger Tabellenplatz zu Buche stehen." Allerdings muss Helene aus Sicht von Lucas noch eine Woche auf einen Dreier warten: "Ich gönne ihnen in jedem Match alle Zähler, doch gegen uns müssen sie darauf verzichten. Wir brauchen die Punkte schließlich auch, um an Radevormwald dran zu bleiben." Ein klares Ziel hat er nämlich vor Augen: "Wir wollen vor dem letzten Spieltag der Hinrunde, an dem es zum direkten Duell mit Rade kommt, in einer ähnlichen Situation stecken wie jetzt. Der Rückstand soll höchstens drei Zähler betragen."

Deshalb werden die alten Bekanntschaften auch für 90 Minuten vergessen. Lucas: "Freundschaften müssen ausgeschaltet werden. Dem entsprechend erwarte ich eine enge Begegnung." Das erhofft sich mit Sicherheit auch sein alter Weggefährte Vössing, der sich mit seiner Kombo in einer prekären Lage befindet. "Ich kann schlecht verlieren. Daher ging es mir nach der 1:4-Schlappe in Altenessen auch erstmal ein paar Tage schlecht. Das haben meine Jungs zu spüren bekommen", berichtet der Helene-Coach und erwartet heute Besserung. "Diese Matches sind für uns leichter. Kray läuft als Favorit auf und wird auch das Spiel machen."
Die Altenessen-Niederlage wird heute um 15 Uhr wohl aus den Köpfen der Helene-Kicker sein, wenn man Vössing glauben darf: "Wir haben viele Einzelgespräche geführt und mir wurde Besserung versprochen." Dabei wird der Trainer vor allem seinen Defensiv-Spezialisten einiges mit auf den Weg geben. "Der FCK hat einen exzellenten Angriff. Man konnte auch zuletzt gegen die Tgd Hilgen in der zweiten Hälfte wieder bestaunen, was sie für einen Power-Fußball zeigen können. Die Stürmer haben die Qualität, eine Abwehr unglaublich unter Druck zu setzen", weiß Vössing, dem die durchwachsenen Ergebnisse des Widersachers in den Lokalderbys durchaus nicht verborgen geblieben sind: "Daraus ziehe ich Hoffnung. In den Nachbarschafts-Matches haben die Krayer bis jetzt schwache Darbietungen gezeigt." Sein Schluss-Satz: "Wir wollen uns ein Remis erkämpfen. Dazu sind wir in der Lage, schließlich wissen wir, wo man gegen Kray anzusetzen hat."

Autor: kru

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